- I.G.I. 2: Covert Strike
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- Publisher: Codemasters
- Entwickler: Innerloop Studios
- Genre: Taktik-Shooter
- Release: 28.02.2003
Für Königin und Vaterland
02.10.2002 |
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Autor: André
Zwei Jahre dürften in etwa die Zeitspanne sein, die zwischen den meisten Fortsetzungen vergeht. So auch im Falle von „Project IGI“. Noch dieses Jahr sollt ihr wieder die Kontrolle über den britischsten aller Shooter-Helden übernehmen dürfen: David Jones. Der SAS-Spezialist in Diensten der Geheimorganisation „Institute for Geotactical Intelligence“ schleicht sich dieses Jahr unter anderem durch China, Russland und Lybien. Neben dienstlichen Anlässen nötigen diesmal auch böse Verräter innerhalb von „IGI“ Jones vollen Einsatz ab. Doch der Reihe nach: bei „I.G.I. 2: Covert Strike“ handelt es sich um den Nachfolger des Taktikshooters „Project IGI“ aus dem Jahr 2000. Dieser konnte seinerzeit mit einigen interessanten Neuerungen aufwarten. So verwandte das Spiel eine für Shooter ungewöhnliche Landscape-Engine, die der norwegische Entwickler Innerloop von seiner Flugsimulation „Joint Strike Fighter“ ausgeliehen hatte.
Jones, David Jones!
Mit 19 realitätsnahen Aufträgen will der SAS-Agent Mr. Bond ablösen. Entwickler Innerloop lässt sich hierzu von ehemaligen Berufsagenten beraten.
Diese ermöglichte es dem Spieler Einsätze in riesigen Landschaften zu bestehen. Gebäudekomplexe konnten ohne Nachladen betreten werden und erhielten durch die Landschaft umher einen imposanten Maßstab. Ebenfalls ungewöhnlich war eine Satellitenübersichtskarte die Jones jederzeit die Position seiner Gegner verriet, solange sie sich nicht in Gebäuden aufhielten. Wie bei „Metal Gear Solid“ galt es zudem geschickt den Blicken der ewig wachsamen Kameras zu entgehen. Stolperte man für mehrere Sekunden vor einem der elektronischen Augen umher, rief dies einen endlosen Strom von Gegnern auf den Plan. Da in „Project IGI“ bereits wenige Treffer zum Exitus des Helden ausreichten, war so manche Mission beendet sobald ein Gegner seinen Finger auf den Alarmknopf legte. Wer glaubte, sich der Gegner aus sicherer Deckung heraus annehmen zu können, sah sich mit einem weiteren Problem konfrontiert. Im Gegensatz zu vielen anderen Shootern werden bei „IGI“ Materialien wie Holz und dünnes Metall von Kugeln durchschlagen. Der Spieler konnte so zwar einen Gegner ohne Mühe auch durch die geschlossene Tür erschießen, geriet bei seiner Suche nach Deckung aber oft in Bedrängnis.
Wie der Vater so der Sohn
Warum so viele Worte zum Vorgänger? Ganz einfach: Viel hat sich nicht getan. Veränderungen sind allenfalls im Detail zu entdecken. So ist die Grafik natürlich hübscher geworden. Die einst noch recht eckigen Berge und Täler fließen nun mit sanften Rundungen und dezentem Bump-Mapping dahin. Letzteres sorgt dafür, dass zum Beispiel bei Bergkuppen der Eindruck einer rauen, steinigen Oberfläche entsteht. Schick sehen auch Flüsse aus, deren reflektierendes Wasser sich zwischen den Hügeln entlang schlängelt. Die 3D-Modelle der Gegner und Waffen haben in Punkto Polygone zugelegt und stellen sich nun runder und minimalst detaillierter dar.
Neue Texturen verschönern die feindlichen Soldaten nochmals ein wenig. Alles in allem beeindruckt an „I.G.I. 2“ nach wie vor die Landschaftsgrafik. In allen übrigen Belangen ist die Optik jedoch eher durchschnittlich. Hinzu kommt, dass unsere Preview-Version die Hardware betreffend ein kleiner Nimmersatt war. Selbst auf einem PIII/1400 MHz wollte das Spiel an manchen Stellen partout nicht die gewünschten 30 Bilder pro Sekunde liefern. Auch spielerisch halten sich die Veränderungen in argen Grenzen. Löst Jones Alarm aus, so erscheinen nicht mehr ganze Heeresverbände aus dem Nichts. Stattdessen greifen nur solche Gegner ins Geschehen ein, die bereits vorher schon in irgendeinem Wachhäuschen Karten spielten. Dadurch wird das Spiel nicht nur realistischer, sondern auch einfacher als sein Vorgänger. Überhaupt lässt sich „I.G.I. 2“ anscheinend deutlich actionbetonter spielen. In der vorliegenden Preview war es für uns kein Problem sämtliche Aufträge mittels eines verhaltenen Frontalangriffs zu erledigen. Zwar stirbt man unweigerlich den Heldentod, wenn man blind ins Lager rennt und auf alles feuert, was zwei Beine hat. Wer sich jedoch ein wenig im Hintergrund hält und Gegner in kleinen Gruppen abfertigt, kann locker eine ganze Basis auslöschen. Dies hat zwei Gründe: zum einen ist die künstliche Intelligenz der Widersacher noch lange nicht auf der Höhe. Viel zu häufig laufen sie eher planlos durch die Gegend oder reagieren gar nicht. Der zweite Grund ist David Jones. Der britische Elitekämpfer hatte wohl seit frühester Kindheit immer einen ordentlichen Schuss Zielwasser im Fünf-Uhr-Tee. Egal ob schallgedämpfte Pistole oder Maschinengewehr, über Hunderte von Metern hinweg verzieht er keinen Schuss auch nur um einen Millimeter. Scharfschützengewehre schonen da nur die Augen und überzeugen durch ihre enorme Durchschlagskraft.
Feuerwerk im Eis
Wo der Vorgänger noch überzeugen konnte, liefert Teil 2 Durchschnittskost: grafisch ist IGI 2 nicht gerade stark.
Trotzdem ein Happy-End
Das alles soll jedoch nicht heißen, „I.G.I. 2“ wäre kein gutes Spiel. Mitnichten. Nicht nur, dass alle Angaben an dieser Stelle noch unter Vorbehalt erfolgen – schließlich wird an dem Spiel noch fleißig gearbeitet. „I.G.I. 2“ macht nichtsdestotrotz schon jetzt viel Spaß. Der Mix aus Action und Taktik schmeckt nach wie vor, auch wenn die technische Ausführung heutzutage nicht mehr völlig zu überzeugen vermag. Die möglichen Vorgehensweisen sind durch den moderateren Schwierigkeitsgrad variabler. Wer schleichen möchte, kann die meisten Gegner elegant umgehen. Wer lieber aus allen Rohren ballert, legt sich mit jedem an, der ihm vor die Flinte springt. Da im Gegensatz zum ersten Teil auch innerhalb der Missionen einige Male gespeichert werden darf, ist Frusterlebnissen in beiden Fällen vorgebeugt. Nicht zuletzt setzen wir auch noch einige Hoffnung in die größte Neuerung des zweiten Teils, den Multiplayermodus. Dieser soll sich am Verkaufshit „Counter-Strike“ orientieren und dessen taktisches Teamplay inklusive des „Waffen kaufen“-Features beinhalten. Der Gedanke an taktische Mehrspielergefechte in den Weiten der „I.G.I. 2“-Landschaften lässt zumindest uns in der Redaktion schon mal unruhig auf unseren Bürostühlen hin- und herrollen.



