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  • Hellforces
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Serious Ivan

06.10.2004 | PC | Autor: André

Ersteindruck:
75 - 84%
Selbst gespielt:
Nein

Vor nicht allzu langer Zeit, da bewiesen die kroatischen Entwickler vom Croteam, dass die Ära der hirnlosen Shooter mit „Half-Life“ nicht zu Ende ging. In jüngster Zeit bekräftigte dann „Painkiller“ des Spielers Lust am Dauerfeuer. Beim russischen Publisher Buka Entertainment hat man genau aufgepasst und mit „Hellforces“ einen weiteren Titel aus dieser Machart im Angebot. „Wir denken, Spiele sollten nicht versuchen politisch korrekt zu sein. In Hellforces geht es kompromisslos zur Sache“, verspricht Alexey Gelman vom Entwickler Orion Games bei unserem Vorort-Besuch in Russland. Wen wundert’s, schließlich stehen wir mal wieder als letzte Hoffnung der Menschheit den Heerscharen der Hölle gegenüber. Wie kam es dazu? Das war so: Der brillante Wissenschaftler Alfred Cole ist es leid, dass sein Akkurasierer schon auf Halbmast steht, wenn er gerade mit dem linken Bein fertig geworden ist.

Höllisch viel Gerät
Cole wäre kein Superhirn, wenn ihm nicht eine geniale Lösung für das Energieproblem einfiele. Als Stromquelle der Zukunft, erwählt er die menschliche Seele. Damit trommelt sich ein Duracell-Häschen zwar die Pfoten wund, dumm nur, dass die nun seelenlose Hülle eine begehrte Heimstatt für Dämonen aus einer anderen Dimension darstellen.

Wie die Essig-Gurken
In diesem Labor sehen wir ein paar Gestalten, die offensichtlich auf ihre Schönheits-OP warten. Sauber verstaut im Allzweck-Einmachglas.

Viele der Versuchspersonen Coles verwandeln sich daraufhin in Zombies. In einem Falle nutzt sogar Chefdämon Baphomet höchst selbst die Gelegenheit und spielt den Hausbesetzer der besonderen Art. Was folgt ist klar: Eine mysteriöse Sekte formt sich, Kreaturen der Hölle überschwemmen die Erde und die Menschheit ruft wimmernd nach dem Einen, der sie erretten möge. Da melden wir uns ja schon aus Gewohnheit freiwillig! Nachdem das Spiel seine Vorgeschichte hinter sich gebracht hat, geht’s ab - über 30 verschiedene Monster fährt „Hellforces“ auf.

Vom schwankenden Zombie bis hin zu so was wie einem geflügelten Wildschwein auf zwei Beinen ist alles dabei. Auch in der Abteilung Gegenmaßnahmen wurde Nachtschicht geschoben: Messer, Hackebeile, Schrotflinten und Maschinengewehre gibt es ebenso wie ein Hackebeil und ein Laser betriebenes Scharfschützengewehr. Insgesamt hängen in etwa 24 verschiedene Waffen im Schrank, darunter auch ein paar mystische Kaliber.

Wo ist der Lichtschalter?
Dunkel wars, der Mond schien gar nicht. Statt dessen erleuchten flackernde Fackeln und Explosionen die Spielumgebung. Auch ok.

Damit in dem folgenden Gemetzel nicht auch der Spielspaß ins Gras beißt, legt der Entwickler viel Wert auf Abwechslung. Sechs verschiedene Gebiete mit jeweils fünf Leveln warten darauf, von euch fachgerecht exorziert zu werden. Den Abschluss bildet ein feuriger Höllenlevel in dem ihr neben viel Lava, bissigem Ungeziefer und gequälten Seelen auch den Firmensitz von Baphomet vorfindet. Statt in einer kargen Höhle zu hausen, hat der sich einen waschechten Hochglanzwolkenkratzer da unten hingestellt. Die Globalisierungsgegner hatten also doch Recht!

Schöner sterben
Bei einem Titel, in dem die Feuergefechte derart im Vordergrund stehen, ist die Technik natürlich höllisch wichtig. „Hellforces“ konnte bei seiner ersten Präsentation durchaus einige Punkte in dieser Kategorie gut machen. Die Level sind schön detailliert, hübsch texturiert und bieten zahlreiche gute Effekte. Charaktere die vor einer Explosion stehen, sieht man dank dynamischer Beleuchtung nur als fortwirbelnde Schatten bevor sie physikalisch korrekt an die Wand klatschen. Wasser schimmert und glitzert standesgemäß am Spieler vorbei und sämtliche Spielfiguren wurden besser ausgeleuchtet als ein Nachrichtensprecher beim ZDF. Allein die Animationen sind bislang als Haar in der Suppe auszumachen. So mancher Gegner bewegt sich noch wie Pinoccio beim Breakdance. Was Blut und Gewalt angeht, langt der Titel mit zur Hälfte weg geschossenen Zombievisagen und breiten, roten Lachen auf dem Boden ordentlich hin. So schlimm wie in „Soldier of Fortune“ oder „Manhunt“ geht es allerdings nicht zur Sache. Ob’s spielerisch der Himmel auf Erden wird oder ein Höllentrip – das erste Quartal 2005 soll die Aufklärung bringen.