- Haze
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- Publisher: Ubisoft
- Entwickler: Free Radical Design
- Genre: 3D-Shooter
- Release: 23.05.2008
Gebt mir Drogen!
06.06.2008 |
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Autor: Olaf
Endlich mal wieder ein Spiel, das exklusiv für die Playstation 3 erscheint und nicht direkt von Sony kommt! Da kann man die ständigen Terminverschiebungen verschmerzen. Schließlich sind Exklusiv-Titel immer klasse, bieten tolle Ideen und besonders grandiose Grafik. Oder doch nicht? Bereits in den vergangenen Monaten wuchsen die Zweifel an Ubisofts Science-Fiction-Shooter „Haze“ zunehmend. Kritikpunkte: schwächliche Optik und strunzdumme Gegner. Und siehe da: Beinahe all diese Befürchtungen haben sich bewahrheitet. „Haze“ entpuppt sich als exklusive Mogelpackung, die weder der Playstation 3 noch ihren Spielern gerecht wird.
Das Desaster findet seinen Ursprung bereits nach wenigen Spielsekunden. Nach der immerhin 4 GB großen Installation schlüpft ihr in den Kampfanzug von Sherman Carpenter. Er ist Elite-Soldat der Mantel Corporation und zieht gegen aufmüpfige südamerikanische Guerilla-Truppen in die Schlacht. Warum wir diesen Burschen den Garaus machen sollen? Keine Ahnung – vielleicht, weil es die Vorgesetzten befohlen haben.
Das einzig interessante Spielelement ist die Nektar-Droge. Ansonsten gibts Shooter-Kost auf 08/15-Niveau.
Die Kameraden benehmen sich wie Bodybuilder auf zu viel Steroiden und hampeln umher, als wären sie in einen Topf mit Zaubertrank gefallen. Ständig klatschen sie sich mit dem bahnbrechend witzigen Ausspruch „Wuuuusch“ ab. Doch ihr Verhalten wird zumindest erklärt. Denn die Jungs sind tatsächlich auf Drogen – hier Nektar genannt.
Mit Hilfe des Kampfanzuges bekommen alle Streitkräfte in regelmäßigen Abständen einen neuen Schuss gesetzt. Die Folgen: Sie werden zu emotionslosen, triebgesteuerten Kampfmaschinen ohne Schmerzempfinden. So weit, so stereotyp!
„Haze“ gelingt es leider nicht, einen ironischen Unterton zu erzeugen, und obwohl die Botschaft natürlich lauten soll „Krieg ist schlecht und Drogen sowieso“, geht der Versuch, diese zu kommunizieren, gnadenlos schief. Denn so unangenehm die Mantel Corporation auch sein mag, so sehr nervt auch ihre Gegenpartei.
Nach einigen Stunden schließt ihr euch nämlich den Guerillas an und bekommt eine moralisch, politisch und ethisch furchtbar korrekte Gehirnwäsche verpasst. Wo bleibt die Entscheidungsfreiheit wie etwa in „Bioshock“ oder „Mass Effect“? Warum wird so unnötig mit platten Phrasen und Klischees auf uns eingedroschen? In Zeiten, in denen Videospiele in direkter Konkurrenz zu Filmen stehen, kann man schon ein wenig mehr Tiefgang erwarten. Kurzum: Die Hintergrundgeschichte von „Haze“ ist nicht nur löchrig wie ein Schweizer Käse, sondern auch eintönig und frustrierend einfältig – gähn!
Doch kommen wir zum Spiel selbst: „Haze“ ist ein 08/15-Shooter – Höhepunkte sind Mangelware. Mit der Knarre im Anschlag werden wir gleich zu Beginn in hektische Kämpfe verwickelt. Das Leveldesign ist dabei streng linear. Damit wir uns trotzdem nicht verlaufen, zeigt uns ein Mini-Radar die ungefähre Richtung an.
Wirklich aufregend sind die Missionen allerdings nicht gestaltet: Wir spurten durch Dschungel, Lagerhäuser, Minen oder gegnerische Basen. Das alles haben wir schon in anderen Shootern gesehen und dort zumeist auch besser, denn gerade optisch lässt „Haze“ den üblichen PS3-Prunk vermissen.



