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Der Feind ist irgendwo da draußen

15.01.2003 | PC | Autor: Heiko

Oftmals sind Weltraumspiele vor allem eines: grafische Vorreiter. Ob „Elite“, „Wing Commander“ oder auch „Homeworld“: geht’s ins Weltall, zaubern Spieleentwickler Staun-Optik auf den Bildschirm. Der Grund ist einfach: Mag’s noch so sehr scheppern im Weltraum, ist dort trotzdem nicht viel los. Für den Hintergrund reicht meist eine Texturtapete, entsprechend mehr Rechenleistung kann in Raumschiffe, Explosionen und Laserfeuer gesteckt werden. Auch „Haegemonia“, das neueste Weltraum-Strategiespiel der „Imperium Galaktica“-Schöpfer Digital Reality, kann wieder mit jeder Menge Schauwerten protzen.

Glanzlicht
Die Grafik des Spiels ist über jeden Zweifel erhaben. Neben den detaillierten Schiffsmodellen überzeugen vor allem auch die sauberen Effekte.

Doch haben die Entwickler auch das Hauptproblem der dreidimensionalen Weltraumstrategie – Steuerung und Übersicht – in den Griff bekommen?

Mars-Leben
Irgendwann in ferner, ferner Zukunft wird es endlich Wirklichkeit sein: Die Menschheit hat Kolonien auf dem Mars gebaut. Und wir reden nicht von ein-zwei Campingbussen, sondern von eigenständigen, gewaltigen Städten. Blöd nur, dass die Leute dort eine eigene Meinung entwickeln, was zum Streit und schließlich zum Krieg zwischen alter und neuer Welt führt. Hier setzt die Story von „Haegemonia“ ein. Auf Seiten der „Marsianer“ oder der Erdenbürger könnt ihr je eine Kampagne bestehen. In diesen tritt ein Phänomen auf, dass sich Staatenlenker wie beispielsweise George Bush gern zu Nutze machen: Ist ein äußerer Feind zur Stelle, gibt’s weniger Ärger im Inneren. Nur dass diesmal nicht Saddam droht, den Ölpreis und manch Anderes explodieren zu lassen, sondern dass fiese Außerirdische angreifen. Und schon ist die Menschheit wieder vereint und bekämpft den neuen Gegner.

Eineinhalb Kampagnen
So kommt es dann auch, dass „Haegemonia“ eigentlich nicht zwei sondern eher anderthalb Kampagnen hat. Egal ob ihr Anfangs für die Erde oder für den Mars ins Feld zieht, schon bald laufen die beiden Kampagnen zusammen. Ein echtes Tutorial gibt’s auch nicht, dafür wird in den ersten Missionen genau erklärt, was zu tun ist und erst nach und nach die Komplexität erhöht – vorbildlich. Diese Einführung ist auch bitter nötig, handelt es sich bei „Haegemonia“ doch um wesentlich mehr, als nur um einen „Homeworld“-Klon. So steht das Management von verschiedenen Planeten und die Forschung an neuem Gerät auf eurer To-Do-Liste.

Faktoren wie die Zufriedenheit der Bevölkerung, das Ausbeuten neuer Ressourcen und die geschickte Erweiterung der Raumschiffflotte sind zu beachten. Allein im Forschungsmenü warten im Laufe der Zeit rund 200 Erfindungen darauf, gemacht zu werden. Es bleibt euch überlassen, ob ihr eure Ressourcen eher in effizientere Angriffswaffen, verteidigungsstarke Schiffe, in Antriebe oder Militärbasen investiert. Allerdings führt kein Weg daran vorbei, euch im Laufe der Zeit mehr und bessere Raumer zuzulegen. Anfangs verfügt ihr über einige schnelle Jäger, deren Feuerkraft aber äußerst begrenzt ist. Spätere Schiffe besitzen mehr Feuerpower sind aber langsamer und schwerer zu navigieren. Die Mischung, der Mix aus verschiedensten Schiffen, macht’s. 40 verschiedene Schiffe stehen euch zur Verfügung, sobald ihr euch durch den gesamten Forschungsbaum gearbeitet habt.

Alles im Blick?
Manche der Raumschiffe, vor allen Raumkreuzer, nehmen geradezu gigantische Ausmaße an. Trotzdem stellen nicht zwangsläufig ein unüberwindliches Hindernis dar. Denn beim Angriff dürft ihr entscheiden, ob sich eure Jäger auf Waffen, Rumpf oder Antrieb des Gegners konzentrieren. Sind erst einmal alle Waffen in den luftleeren Raum gejagt, wird auch das gewaltigste Schiff zur hilflosen Zielscheibe. Eine weitere taktische Möglichkeit sind verschiedene Helden, welche bestimmte Aspekte ihrer Planeten, Stationen oder Einheiten verbessern. Der eine steigert die Effizienz einer Station, der andere verbessert Angriffswerte. Zudem lernen manche Helden im Laufe der Zeit dazu, so dass nicht nur die Schiffe, sondern auch die Leute darauf immer besser werden.

Über den Dingen stehen
Dank der gelungenen Steuerung und der praktischen Übersichtskarte bleibt ihr bei Haegemonia jederzeit Herr der Lage.

Nochmal Stichwort Weltraum: So toll es ist, dass man nicht nur nach links und nach rechts, sondern auch nach oben und unten ausweichen kann, es birgt Probleme. Die meisten Vertreter des „Echtzeitstrategie in Space“-Genres“ kranken aufgrunde dessen an mangelnder Übersicht. Hier haben die Entwickler von „Haegemonia“ ihre Aufgaben ohne Zweifel gelöst, denn man verliert ihn selten, den Durchblick. Dafür sorgen eine tolle Übersichtskarte, Icons, um schnell zu bestimmten Schiffen, Planeten und Stationen zu springen sowie die Möglichkeit, sich das gesamte Geschehen von „oben“, wo immer das sein mag, anzuschauen. Fast perfekt gelöst und in diesem Genre bisher beispiellos. Auch die Grafik macht einen hervorragenden Eindruck. Gigantische, bis ins Detail ausmodellierte Raumschiffe, schicke Planeten, farbenfrohe Waffeneffekte und gigantische Explosionen sorgen für Space-Stimmung pur. Ebenso gut hat uns der Sound gefallen. Knackige Effekt-Feuerwerke und tolle, sich der Situation anpassende Musik machen den Augenschmaus „Haegemonia“ auch zum Ohrenschmaus.

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