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  • Grand Ages: Rome

  • PC
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Römer, Mitbürger, Spieler!

22.12.2008 | PC | Autor: Hauke

Ersteindruck:
75 - 84%
Selbst gespielt:
Nein

Gerüchteweise wurde Rom nicht in sieben Tagen erbaut, doch zahlreiche in der Antike Italiens angesiedelte Aufbauspiele lassen Zweifel an dieser These aufkommen. Es gab zwar meist hohe Schauwerte, doch der Schwierigkeitsgrad ließ in der Regel zu wünschen übrig, und so hatten Profis an entsprechenden Titeln nur selten ihre Freude. Anfang des Jahres testeten wir „Imperium Romanum“, den Nachfolger zu „Die Römer“. Immerhin 79 Prozent Spielspaß konnte die bildhübsche Simulation des Entwicklers Haemimont einheimsen, wobei der größte Kritikpunkt erwartungsgemäß die Feststellung war, dass erfahrene Architekten von dem Spiel unterfordert werden.

Weil Namenswechsel so schön verwirrend sind, kommt der dritte Streich der Stadtverwaltung Anfang 2009 unter dem Titel „Grand Ages: Rome“ in die Ladenregale. Wir haben uns jedoch schon jetzt in Amt und Würden begeben, um vorab herauszufinden, wie die Regierungsgeschäfte laufen.

Willkommen in der Familie
Zu Beginn der Kampagne muss sich der Spieler für eine Familie entscheiden, der er angehören möchte. Die Aemilier sind gestandene Soldaten, die Verier eine profitable Händlerfamilie, die Lucier fleißige Arbeiter, die Flavier Edelmänner und die Julier einflussreiche Landbesitzer. Ob wir uns als Patriarch oder Matriarchin betätigen wollen, bleibt dabei uns überlassen; geschlechtliche Unterschiede gibt es in diesem römischen Reich nicht.

Nach einigen Missionen beginnt die anfängliche Wahl der Familie sich übrigens auszuwirken. Unterschiedliche Technologiebäume verästeln sich in den Schulen, den Forschungsstätten unseres Reiches. Außerdem schanzen uns politische Gönner immer wieder mal kleine Aufmerksamkeiten in barer Münze oder in Form von materieller Unterstützung zu.

Alles im Griff
Das Interface ist angenehm übersichtlich, der Spieleinstieg entsprechend leicht.

Schon der erste Blick auf die Spielwelt offenbart, dass man sich bei Haemimont der eigenen Stärken bewusst ist, denn das übersichtliche Spielinterface wurde beibehalten. Auf schmalen Statusleisten an der Bildschirmober- und Unterseite sieht man jederzeit die wichtigsten Informationen, während optionale Overlays in der Spielwelt uns über eventuelle Probleme auf dem Laufenden halten.

Ein Rechtsklick auf einen beliebigen Punkt der Karte ruft ein Baumenü auf, in dem die verschiedenen Gebäudetypen dargestellt sind. Ein weiterer Klick, und es werden die zugehörigen Gebäude angezeigt. Fahrt ihr mit dem Cursor über eines der entsprechenden Symbole, werden die Baukosten und eine kurze Erklärung angezeigt. Der Spieler muss sich im Prinzip nur darum kümmern, die Bauten möglichst geschickt zu platzieren.

Von Hütten und Palästen
Eigentlich ist alles so einfach: Man platziert ein paar Produktionsstätten, die die Grundbedürfnisse abdecken, packt ein paar Häuser für die Arbeiter daneben und überlässt die Welt sich selbst. Doch leider haben Bürger Ansprüche – sie sehnen sich nicht nur nach Brot, sondern auch nach Spielen –, und ganz nebenbei wollen wir unseren Reichtum erweitern und können Neider in ihre Schranken verweisen.

Aaachtung!
Zum römischen Imperium gehören natürlich Kasernen und eine taffe Armee. Wer möchte, kann jedoch auf Kampfmissionen verzichten.

Neben protzigen Unterhaltungsbauten sollten wir also folgerichtig auch Kasernen und Ställe finanzieren. Hier werden die Soldaten ausgebildet, die dem römischen Imperium zu seiner Macht verholfen haben. Der militärische Teil des Spiels bleibt optional, aber wer möchte, kann rein kämpferische oder auch gemischte Kampf- und Aufbaumissionen annehmen. Dabei lassen sich die Soldaten wesentlich besser steuern als noch in „Imperium Romanum“. Der Schlüssel zum Sieg ist die Kampferfahrung der eigenen Truppen, zur der man ihnen in Friedenszeiten gegen Denare mit Trainingsstunden verhelfen kann. Gefahr von innen droht, wenn unsere Bürger unzufrieden sind. Dann ziehen sie in wütenden Mobs los und betätigen sich als Brandstifter. Aufmerksame Beobachter kennen ein derartiges Verhalten aus dem neuzeitlichen Griechenland.

Von der Provinz zu Weltruhm
Unser langfristiges Ziel lautet natürlich, mit Glanz und Gloria nach Rom zu ziehen und die ewige Stadt unter unsere Kontrolle zu bringen. Neben der nichtlinearen Kampagne, die 40 Missionen umfasst, steht ein Mehrspielermodus bereit. Wenn die Karten dort ähnlich gigantisch ausfallen wie in den fortgeschrittenen Einzelspielermissionen, werden die Spieler wahrhaft epische Schlachten austragen können. Neben der schieren Größe beeindruckt – wie schon bei den Vorgängern – die Detailverliebtheit von „Grand Ages: Rome“. In der Nahansicht kann man einzelne Bretter, Ziegel und sogar Risse im Lehm der Gebäude erkennen. Schweine suhlen sich in ihren Pfuhlen, und Fischer werfen ihre Netze aus. Dabei stehen sie allerdings in der aktuellen Animation mitten in der Luft anstatt auf den Planken ihres Bootes. Ein wenig Verbesserungsbedarf ist also noch auszumachen, bevor das Spiel den Goldstatus erreicht.