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  • Gothic III

  • PC
Leserbewertungen von «PhiBo»
PhiBos Meinung zu
Dabei seit:
07.08.2005
Erste Leserwertung:
23.09.2005
Letzte Leserwertung:
18.08.2007
Anzahl Leserwertungen:
7
Detailierte:
7 (100%)
Kurze:
0 (0%)
Wörter gesamt:
4.854
Verdiente KOINS:
75
Ø Qualität ingesamt:
10/10
Gothic III
72%
zum vollständigen Leserwertungsprofil von PhiBo
PC
-Version
Spielspaß:
72%
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„Viel zu groß für 20 Piranhas - doch traumhaft schön.”

Anmerkung vom Autor «PhiBo»

30.11.-0001

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Grafik

9

Ein Traum. Sicher nicht perfekt und auch mit einigen Unschönheiten, doch größtenteils wunderschön anzuschauen. Und das sage ich obwohl ich sie nicht wirklich genießen konnte - mangels potenter Hardware. Doch was ich da mit mittleren Einstellungen, ohne Shader 3.0 und mit Frameraten, die sich zwischen 1 und vielleicht in glücklichen Momenten mal 30 bewegten, erblickte war bereits derart überzeugend, dass ich manchmal ins Schwärmen geriet. Die von Hand modellierte und mit viel Liebe zum Detail bepflanzte und bebaute Welt fühlt sich unglaublich natürlich und abwechslungsreich an; in dieser Disziplin kann den Piranhas kein mir bekanntes Spiel das Wasser reichen. Dazu wurde ein sehr atmosphärisches Beleuchtungssystem realisiert, das zu überzeugen weiß und z.b. die Welt in warmes Abendlicht taucht. Doch leider gibt es auch Dinge wie flackernde Texturen oder das Wasser, das von Nahem betrachtet fast aus dem Monitor tropft, doch aus größerer Entfernung einfach nur schlecht aussieht.
   

Steuerung

6

Eine komplette Überarbeitung der "komplizierten" Vorgänger hatte man sich wohl vorgenommen. Was Inventar etc. angeht, ist das zweifelos gelungen, was nicht allzu schwer war - mit Mauszeiger geht's halt etwas intuitiver als mit Pfeiltasten. Um der Gothic-typischen schier endlosen Menge an mehr oder weniger nützlichen Items gerecht zu werden baute man noch allerlei Sortierfunktionen ein, gab Karten, Rezepten, etc. ihr eigenes Menü und brachte so tatsächlich so etwas wie Ordnung in das Chaos des nimmer vollen Beutels. Auch der Fernkampf wurde mit zeitgemäßem manuellem Zielen ausgestattet, was ganz gut funktioniert. Nur der für dieses Genre so essenzielle Nahkampf wurde vermurkst. Schlecht ist das Konzept dahinter nicht, doch ist die Umsetzung nicht gelungen. Man kann nicht mehr die Bewegungen der Gegner, die sich mal kaum wehren dann auf Dauerattacke schalten, lesen und Timing der Schläge ist ob der trägen Reaktion kaum möglich. So verkommen Kämpfe leider meist zur Klickorgie.
   

Sound

7

Musikalisch ist Gothic 3 über jeden Zweifel erhaben: Der Soundtrack beweist einmal mehr, welches Talent KaiRo besitzt, und untermalt die Traumhaftigkeit mancher Szenerien. Auch die gesprochenen Texte klingen professionell und kernig, von sehr seltenen etwas merkwürdigen Betonungen einmal abgesehen. Da sind lockere Sprüche ("Größe ist eben nicht alles...") ebenso dabei wie Running Gags ("Verstehe!"). Doch immer wieder macht die Technik dem Genuss einen Strich durch die Rechnung. Das geht von Katzenmusik im Menü, wenn sich zwei Stücke überlagern, über zu leise eingestellte Tierstimmen oder gleich ganz fehlende Sounds (die flüsterleisen Wasserfälle Myrthanas) bis hin zu nervigen Dingen, wie der sich ständig wiederholenden Kampfmusik, weil der Zufallsgenerator, der für die Abwechslung sorgen sollte, "sich in die 0 verliebt hatte", wie KaiRo in einem Forum schrieb. Ohne diese Schnitzer könnte der Sound mit der Grafik auf einer Stufe stehen, so geht leider einiges an Atmosphäre verloren.
   

Gameplay

6

Würde sich der dritte Teil wieder nach Gothic anfühlen, die Stärken seines Vorgängers (den ersten Teil habe ich nicht gespielt, muss ich gestehen) erben? Das war die Sorge, die immer im Raume stand, in den Tagen, in denen die Fangemeinschaft auf den dritten Teil wartete, der allem Anschein nach gigantisch werden sollte. Gigantisch. Genau das ist das Problem. Die Welt ist zu groß geworden, dem kleinen Piranhaschwarm über den den Kopf gewachsen. Das Gestalten ist ihnen noch erstklassig gelungen, doch diese Welt mit der gleichen Dichte zu füllen wie Khorinis, wo jeder Fleck mindestens mit irgendeiner noch so kleinen Mission verbunden war, war unmöglich. Ich entdeckte ständig wundervolle kleine Locations, an denen ich im Geiste des Vorgängers etwas Besonderes erwartete und dann doch nur eine Truhe mit Trödel vorfand. Noch mehr leidet die ohnehin knapp geratene Hauptstory - sie verflüchtigt sich bald irgendwo im Questlog, ist meist nicht präsent und schon gar nicht besonders einfallsreich.
   

Fazit

"Uff! Es ist vollbracht.", dachte ich vorhin, als ich endlich mit Xardas durch das Felsportal schritt. Was war das für ein K(r)ampf. Sage und schreibe 308 Tage weilte das Spiel auf meiner Festplatte. Richtig, ich habe am Releasetag angefangen, seitdem vier offizielle und ein paar Fanpatches installiert, die wohl das Gröbste beseitigt haben. Schwerwiegende Probleme wie den Speicherbug hatte ich ohnehin nie. Selten zuvor hatte ich so große Erwartungen in ein Spiel, und es machte bei allen technischen Unzulänglichkeiten anfangs auch Spaß, weil die Welt einfach zum Entdecken einlud, wie ich es erwartet hatte. Doch nach einiger Zeit wurde mir klar, dass es viel zu wenig zu entdecken gab und es folgten immer länger werdende Perioden, in denen ich einfach keine Lust mehr hatte. Ich will Piranha Bytes nicht viel vorwerfen, sie haben im Grunde einen einzigen Fehler gemacht: Sich mit der Größe der Welt übernommen - alle Probleme resultieren daraus: Dünne Story, Zeitdruck führte z.b. zu unsauberer programmierten Quests und im Nachhinein blöden Ideen wie zufälligen Truheninhalten. Doch ich kann ihnen einfach nicht böse sein. Wegen der Grafik und KaiRos Musik. Und weil sie in Sachen Fankontakt unschlagbar sympatisch sind. Ich habe mir bereits vorgenommen, eines Tages mal nach Myrtana zurückzukehren - mit Hardware, die mir das Genießen der Grafik ermöglicht, den hoffentlich erzielten Fortschritten des Fanpatches und des Spaßes wegen als Beliar treuergebener Schwarzmagier.

PhiBo, 18.08.2007