Ghost Recon: Future Soldier
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- Publisher: Ubisoft
- Entwickler: Ubisoft
- Genre: Taktik-Shooter
- Release: 24.05.2012
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Die alten Geister, die ich rief
22.03.2012 |
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Autor: Nils Ehring
Community: Ein Wort, das Entwickler und Publisher mindestens genauso fürchten, wie den Insolvenzverwalter. Die Community ist überkritisches, meinungsbildendes sowie erzkonservatives Zünglein an der Waage und kaufwillige Fangruppe in einem. Sie betrachtet Neuerungen in Spielreihen mit Argusaugen und bringt Petitionen in Gang, wenn ihr die kleinsten Details sauer aufstoßen. Mit den Spiele-Communities verhält es sich ein bisschen wie mit den Frauen: Ohne sie ist das Leben nur halb so schön, aber mit ihnen ist es um die Hälfte schlimmer. Wer uns nicht glaubt, kann ja gerne mal bei Bioware nachfragen, wie denn so das Ende von „Mass Effect 3“ angekommen ist. Oder er ruft bei Ubisoft durch und erkundet sich, wie die „Ghost Recon“-Fans vor knapp zwei Jahren die Ankündigung von „Future Soldier“ aufnahmen. Im letztgenannten Fall, dürfte ein kräftiges „Merde!“ aus der Ohrmuschel ertönen. Denn als die Soldaten der Zukunft im April 2010 erstmalig die Bühne betraten, stießen sie auf eine lautstarke Protestwelle. Ubisofts Neuauslegung der Reihe auf „Gears of War“-Action und futuristisches Kriegsspielzeug entsprach so gar nicht der Erwartungshaltung der Fans. Genau so wenig, wie die Schlauchlevel, die gerade einmal ausreichend Platz für Deckungswechsel und Krav-Maga-Akrobatik, aber keinerlei Raum für taktische Manöver boten.
Zurück zu den Wurzeln
Kein Wunder also, dass es nach der Ankündigung von „Future Soldier“ sehr ruhig um das Projekt wurde. Entwickler und Publisher nahmen sich die kritischen Stimmen der Fans in dieser Zeit zu Herzen und stellten einen Großteil des Projekts auf den Kopf. Heute, zwei Jahre nach der enttäuschenden Weltpremiere, sieht „Future Soldier“ nicht nur aus, wie ein würdiger Vertreter der Reihe, er spielt sich auch so.
Technischer Schnickschnack, wie beispielsweise die portable Mörserkanone auf der Schulter des Commando-Soldaten, wurde gestrichen. Geblieben ist der Camouflage-Anzug, der jedem Mitglied des vierköpfigen Ghost-Teams zur Verfügung steht, und euch bei gebückter Haltung nahezu unsichtbar macht. Ein weiterer Fels in der alles verändernden Brandung ist die Handlung des Spiels.
Ihr seid Mitglied einer vierköpfigen Einheit, deren Mitglieder klingen, wie „Pringles“-Geschmacksrichtungen: Kozak, Ghost Lead, Pepper und 30K. Eure Aufgabe im Laufe der Kampagne, die bis zu vier Spieler über das Internet beziehungsweise per System-Link in Angriff nehmen können, ist es, die terroristische Quelle einer schmutzigen Bombe (explosive Mischung aus radioaktivem Material und einem Sprengsatz), die ein anderes Ghost-Team ausgelöscht hat, aufzuspüren.
Die rund zwölfstündige Jagd nach dem Täter stellt sich standesgemäß als eine Reise um den halben Globus dar. Die Ghosts kämpfen sich durch das heiße Nigeria, schauen im sandigen Pakistan vorbei und durchstreifen Norwegen sowie Russland.
Die perfekte 0815-Welle
Wir bekamen im Rahmen einer zweieinhalbstündigen Hands-On-Sitzung im Hause Ubisoft zwar nur das Schlaraffenland des „lupenreinen Demokraten“ (O-Ton Gerhard Schröder) Putin zu Gesicht, durften dafür aber neben der Kampagne noch in den Guerilla-Modus hinein schnuppern. Im Prinzip handelt es sich hierbei um die klassische Variante des Horden-Modus, bei dem maximal vier Spieler (Splitscreen für zwei Couchkameraden soll es ebenfalls geben) gegen fünfzig Gegnerwellen bestehen müssen. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern dieses häufig lieblos dran geklatschten Modus, müsst ihr bei „Future Soldier“ nicht nur ums nackte Überleben kämpfen, sondern auch einen abgesteckten Bereich vor der feindlichen Übernahme bewahren. Dringt auch nur ein Gegner in das von euch eingenommene Hauptquartier und wird nicht innerhalb von zehn Sekunden ums Eck gebracht, endet der Kampf und ihr dürft die letzte Welle von vorne beginnen. Nach jeder zehnten Angriffswelle müsst ihr einen anderen Bereich sichern und halten.
Abseits dieses „Bäumchen wechsel dich“-Spielchens, erinnern die restlichen Features des Guerilla Modus an die aberhundert anderen Hordenvertreter. Zwischen den Runden bleiben 35 Sekunden Zeit, um die Munitionsvorräte aufzufrischen, die Waffen zu wechseln oder sich eines der nützlichen Items (Claymore, UAV-Unterstützung, EMP- und Sensor-Granaten, et cetera) zu schnappen. Für besonders erfolgreiche Punktejäger winken noch extra Boni, wie beispielsweise Turrets, die Möglichkeit kurzfristig gänzlich unsichtbar zu werden oder ein Luftangriff. Der Gebrauch dieser Gegenstände und Perks macht allerdings nur wirklich Sinn, wenn die Ghosts überrannt werden. Denn in kleineren Gruppen fallen Defizite im Bereich der Gegner-KI ins Auge. Auf dem von Baumreihen umzingelten Parpklatz strömten die Feinde stets aus den gleichen Richtungen auf uns ein.



