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  • Galactic Civilizations II: Dreadlords

  • PC
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Verloren im Weltall

14.03.2006 | PC | Autor: Redaktion

Stardock Systems haben sich nicht unbedingt mit Spielen einen Ruf erarbeitet, sondern eher mit kleinen Programmen wie „Object Desktop“. Spieler wurden bisher hauptsächlich von „Galactic Civilizations“ angesprochen, wobei der Titel auffällig zum Firmennamen passt. Damals störten einige Bugs das Spielvergnügen und mit „Master of Orion 3“ drohte mächtige Konkurrenz an der interstellaren Front. Dabei vermissten viele alteingesessene Weltraumstrategen die Brillanz des erfolgreichen „Master of Orion 2“ oder das innovative Gameplay des Klassikers „Ascendancy“. Doch nun dürfen gebeutelte Sternenflottenadmiräle mit einem Faible für Rundenstrategie aufatmen: „Galactic Civilizations II“ wird ihnen mehr Zeit stehlen, als jeder erdenkliche Riss im Raumzeitkontinuum.

Das All kennt keine Grenzen
Sternzeit 2225, Logbuch des Imperators: Nachdem die Menschheit vor 50 Jahren den Hyperdrive erfunden hat, stünde der Erforschung und Besiedelung anderer Sonnensysteme nichts mehr im Weg. Wenn wir denn alleine im Universum wären: Zehn Rassen und acht politische Parteien ringen um die Vorherrschaft.

Alles im Griff
Auch wenn der erste Eindruck eher das Gegenteil bescheinigt: Alle Menüs sind übersichtlich und logisch aufgebaut.

Dabei dürfen sich Bildschirmkanzler und Mausdiktatoren zum Herrscher über jede beliebige Kombination der Wesen und Ideologien erheben. Selbstredend, dass sich die Wahl entscheidend aufs Gameplay auswirkt, denn jede Rasse und jede Partei hat eigene Vor- und Nachteile. So werden Warlords und Diplomaten, Forscher und Tycoons gleichermaßen zufrieden gestellt und haben die Möglichkeit auf ihre Weise zum Sieg zu kommen. Die verschiedenen Schwierigkeitsgrade sorgen dafür, dass sowohl erfahrene Admiräle nicht unterfordert werden, aber auch unbedarfte Schiffsjungen schnell erste Erfolgserlebnisse haben. Für den leichten Einstieg stehen zahlreiche Tutorials bereit. Findet man unter den vordefinierten Rassen nichts Gefälliges, besteht die Möglichkeit nach einem rollenspielähnlichen System ein eigenes Volk zu kreieren.

Doch damit nicht genug der Möglichkeiten. Das Aussehen der Schiffe und die Farbgebung lassen sich natürlich auch an die individuellen Vorlieben anpassen. Kaum ist die Zivilisation erstellt, geht es los. Der Blick fällt auf eine Sternenkarte. Im Fokus: der Heimatplanet sowie ein Forschungs- und ein Kolonisationsschiff. Aus diesen spärlichen Anfängen schafft ihr im Laufe der Zeit ein Imperium mit unzähligen Raumschiffen. Neben vorgefertigten Schiffstypen kann man zusätzlich die eigene Fähigkeit als Raumschiffingenieur testen. Dabei bietet der Schiffbaumodus so viele Möglichkeiten, dass er fast als eigenständiges Spiel durchgeht. Vom Millenium Falcon bis zum Sternzerstörer lässt sich so ziemlich alles nachahmen. Allerdings nur, wenn die Technologien dafür erforscht wurden.

Das kann dauern, denn der Technologiebaum ist trotz seiner Übersichtlichkeit umfangreich wie sonst nirgendwo. Raumschifftechniken, Waffensysteme, diplomatische Finessen, Handelsstrukturen und Computersysteme sind nur einige der zahlreichen Forschungsgegenstände, die eure Wissenschaftler auf Trab halten. So entstehen schnell zahlreiche Schiffe, die effektiv Handel treiben oder kämpfen. Zu Flotten gebündelt wird die Effizienz noch erhöht und der Erkundung entfernter Sonnensysteme steht nichts mehr im Weg. Dabei gibt es je nach Vorliebe einiges zu entdecken. Die Karten bestehen aus drei mal drei bis 16 mal 16 Sektoren, die jeweils in 15 mal 15 Parsec unterteilt sind. Also wollen bis zu 57600 Spielfelder erforscht werden. Neben den mehr oder weniger freundlich gesonnenen Konkurrenten trifft man auf wertvolle Ressourcenquellen und Ansammlungen alten Weltraumschrotts, aus denen Forscher neue Erkenntnisse gewinnen. Wer von solcher Vielfalt überwältigt ist, kann natürlich jederzeit die vordefinierte Kampagne spielen, bei der ihr die Menschheit bei ihrer Weltraumbesiedelung begleitet. Dabei bekommt man eine unterhaltsame Story und klare Ziele in gut portionierten Häppchen geboten, die sich für ein kurzes Spiel zwischendurch eher eignen als die langwierigen freien Modi. Dabei stehen für schnelle Spielbarkeit einige vordefinierte Szenarien zur Verfügung.

Alles hört auf mein Kommando!
Wollte man alle Möglichkeiten aufzählen, würde wohl schnell eine Beschreibung mit epischen Ausmaßen entstehen. Trotz der vielen Optionen findet man sich dank der logischen Steuerung schnell zurecht. Das komplexe Regelwerk versteckt sich hinter einer ansprechenden Optik, was besonders für Rundenstrategie eher ungewöhnlich ist. Zwar herrscht wie so oft eine gewisse Zweckmäßigkeit vor, aber wenn man die mühevoll designten Schiffe in der höchsten Zoomstufe mit allen Details erkennt, die Planeten von ihren Monden umkreist werden und entsprechende Schatten werfen, kann kaum ein Konkurrenzprodukt mithalten. Auch der Sound ist ungewöhnlich detailreich. Die Musik hält sich dezent im Hintergrund und fällt trotzdem angenehm auf. Auch ansonsten ist es alles andere als still im Weltraum. Doch die größte Stärke liegt in der künstlichen Intelligenz: In jedem Schwierigkeitsgrad werden nachvollziehbare Handlungen und regelkonforme Züge geboten.

Schön erobern
Für die kargen Genreverhältnisse ist die Optik ordentlich und liebevoll gelungen. Langweilig wird es auch optisch zu keiner Zeit.

Von der Weltraumschlacht bis zum Großhandelsimperium, von Spionage und politischer Unterwanderung bis zum Schmieden mächtiger Allianzen zieht die KI alle Register. Souverän passt sie sich dem Spielstil an und nutzt die Gegebenheiten der zufällig generierten Karten aus. Im englischsprachigen Raum ist „Galactic Civilizations II“ schon länger verfügbar, und die Updates räumen nicht nur Fehler aus, sondern bieten neue Bauteile für Schiffe, neue Designs und vieles mehr. Das Einzige, was manch einer vermissen dürfte, ist ein Multiplayer-Modus. Die Entwickler verzichteten nach eigenen Angaben zu Gunste des Soloparts gezielt darauf.

Hauke Schweer

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