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Frauen und Computerspiele

GCDC Live: Was spielen sie denn, die Frauen?

18.08.2008 | 18:02 | André | Quelle: Krawall Gaming Network

Wir alle haben ja eines gemeinsam: Wir haben keine Ahnung von Frauen. Damit sich das endlich mal ändert, haben wir uns in die Veranstaltung „Frauen und Spiele“ gesetzt in der eine ganze Reihe von Frauen allen Alters uns mehr über die mysteriöse Beziehung zwischen Spielen und dem weiblichen Geschlecht verraten wollen. Getreu dem Sinnspruch: „Sag mir, was du spielst und ich sage dir, ob du ein cooles Chick bist“, versprechen wir uns viele tolle neue Erkenntnisse von dieser Podiumsrunde. Auf dem Podium sitzen (Reihenfolge im Foto von Links nach Rechts): Jessica Tams (Casual Games Association), Alla Khramatsova (Intenium), Ariella J. Lehrer (Legacy Interactive) und Margaret Wallace (Rebel Monkey). Moderiert wird von Eddiemae Jukes (Triplepoint),

Den Anfang macht Alla Khramatsova deren Firma Intenium untger anderem die Casual-Games-Plattform “Dutschland-Spielt.de” betreibt. Sie berichtet, dass ein Großteil ihrer zahlenden Kundschaft aus Frauen im Alter von 36-55 Jahren besteht. „Entgegen dem, was ihre Männer und Kinder vielleicht denken, sind diese Frauen durchaus engagierte Spieler. Sie stellen Spiele jedoch auf eine Stufe mit anderen Freizeitaktivitäten wie Freunde treffen oder TV schauen“, beschreibt Khramatsova den Unterschied zwischen diesen Frauen und so manchem „Core-Gamer“, der stundenlang jeden Tag in seinem Lieblingsspiel versinken kann. Weiter berichtet sie: „Dabei bevorzugen europäische Frauen vor allem Spiele, die Konzentration erfordern, ohne den Spieler unter Stress zu setzen. Im Action-Bereich mögen sie simple Spiele wie „Moorhuhn“. Vergleiche man den Markt für alle Spiele, inklusive Casual Games und dergleichen, sei Europa mittlerweile übrigens ein größerer Spielemarkt, als die USA. In Europa, setze man derzeit bereits rund 7,4 Milliarden mit Spielen um gegenüber 6,98 Millarden in den USA.

Jessica Tams von der Casual Game Association legt wert auf die Feststellung, dass Frauen nicht bloß auf Blümchen und rosa Strickwerk stehen. Umgekehrt seien auch Männer gar nicht so sehr auf Shooter und Konsorten festgelegt sein müssen. „Ich kenne einen Entwickler, dessen Firma ein sehr bekanntes, reichlich gewalttätiges Spiel herstellt. Und was ist seine liebste Freizeitbeschäftigung? Er spielt „Zuma“ auf Xbox Live. Allerdings unter dem Namen seiner Frau, damit ihn die Jungs auf der Arbeit nicht aufziehen“, erzählt Tams.

Ariella Lehrer sieht ebenfalls ein Problem darin, dass oft noch Stereotypen über Frauen vorherrschen und umgekehrt in der Spieleentwicklung noch zu wenig Rücksicht auf sie genommen wird. „Wir haben zu wenig Spiele mit Avataren, die eine Frau auch spielen will. Es ist nicht damit getan, einen weiblichen Charakter anzubieten. Er sollte auch endlich realistische weibliche Formen aufweisen und nicht nur halbnackt rumlaufen“. Für eine Berücksichtigung der weiblichen Spieler sprechen laut Lehrer auch die Marktzahlen von zum Beispiel dem Nintendo DS. „Wir sind Nintendo so dankbar! Denn im Grunde haben sie endliche ein Spielgerät für Mädchen geschaffen. Das sieht man auch an den Verkaufszahlen: Die sieben „Petz“-Spiele von Ubisoft für den DS machen rund 30% des Jahresumsatzes von Ubisoft im vergangenen Jahr aus. 29 der 50 bestverkauften Spiele auf dem DS sind Spiele, die sich direkt an eine weibliche Zielgruppe richten. Auch hier ist Ubisoft sehr gut aufgestellt. Titel wie „Imagine Babys“ verkauften sich binnen eines Monats an die 80.000 Mal in den USA. Und auch die bei Frauen sehr populären Puzzlespiele wie „Professor Layton“ oder „Dr. Kawashima“ erreichen Rekordzahlen“. All das Geld lockt natürlich auch Firmen an, die sich vielleicht nicht allzu viele Gedanken machen, wenn es um ihre neue Zielgruppe geht. Lehrer hat hierfür ein Beispiel parat: „Da gibt es eine Firma die erst kürzlich eine Reihe von Titeln ankündigte die „Miss Chic: Party Girl“ oder „Miss Chic: Sporty Girl“ hießen und in denen man beinahe so was wie ein junges Partyluder spielt. Als Mutter von zwei Töchtern finde ich es geradezu beleidigend, dass man dort anscheinend denkt, dass man hiermit junge Frauen erreichen kann“.

Weiter geht es mit Margaret Wallace von Rebel Monkey. Sie will die bisherigen Aussagen durch ein paar Einblicke in den Markt für weibliche Teenager ergänzen. Diese Gruppe zeichnet sich laut Wallace dadurch aus, dass sie soziale Erfahrungen schätzen, gern mit anderen Menschen reden und ihnen helfen und moderne Technologien wie das Internet meist gut beherrschen. Auch diese Gruppe neigt eher zu Casual Games. „Wir alle mögen „Gears of War“, aber der am schnellsten wachsende Markt zur Zeit ist der Casual Gaming Markt und er wird den bisherigen Kernmarkt bald überholen, wenn sich diese Entwicklung fortsetzt. Bis zu 150 Millionen Menschen spielen schon jetzt jeden Tag Casual Games und wir fangen erst an, diesen Markt zu bearbeiten“, so Wallace. Um die Gruppe dieser „Sozialen Spieler“ haben sich inzwischen viele große Communities gebildet. Von „Habbo Hotel“ über „IMVU“, „Gaia Online“ und Electronic Arts großer Spielekiste „Pogo.com“ reicht die Palette der Angebote, die zumindest die Hälfte ihres Umsatzes spielenden Frauen verdanken.

Als positives Beispiel eines Onlinespiels für Frauen hebt Margaret Wallace nochmals „Gaia Online“ hervor. „Dieses Spiel ist wirklich super gemacht. Es hat ein einzigartiges Avatar-System, die Figuren sprechen Frauen sehr gut an, es ist super“. Alla Khramtsova stimmt zu und hat ein Gegenbeispiel parat: „Bei uns klopfte neulich ein Entwickler an, der ein sehr nettes Casual Game hergestellt hatte. Aber es ging um Erzschürfen im Weltall auf einer Art Mond. Den musste ich wieder nach Hause schicken, denn er hat seine Zielgruppe einfach nicht verstanden“.
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(Die neusten Beiträge)
25.08.2008, 17:32 von phyn3x
Komisch, da wird kein Wort über Sims verloren.. oO
25.08.2008, 14:51 von phyn3x
�---- �----
Frage mich, warum hier kein Wort über Sims verloren wird. oO
24.08.2008, 23:59 von FranzMan
das ist ja mal interessant^^
24.08.2008, 23:58 von FranzMan
�---- �----
das ist ja mal interessant^^
24.08.2008, 21:45 von brucey_ducey
hatte ich auch nicht wirklich anders erwartet!

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