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  • Fussball Manager 2004
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Calmund mal meisterlich?

16.12.2003 | PC | Autor: Toby

Die Liga geht in die Pause, doch dank „Fussball Manager 2004“ könnt ihr trotzdem mit Dribblings und Europapokal-Stress überwintern. Die Original-Lizenz hat bei EA Sports Tradition - 45 offizielle Ligen werden aufs Spielfeld geschickt. Nachdem diverse Voreinstellungen abgefrühstückt sind, fällt zunächst das entstaubte Menü auf. Alle Fenster wurden schön geordnet in fünf Menüpunkten zusammengefasst, via Dropdown-Funktion kümmert man sich dann beispielsweise um die Finanzen. Allerdings scheint den Entwicklern der Pinsel durchgegangen zu sein. Statt dem warmen Blau des Vorgängers wurde die Übersicht in dunkle Töne eingetaucht. Anhänger des Büros stehen erst recht im Abseits: Wer diese Ansicht nutzt, muss viel überflüssiges Geklicke in Kauf nehmen. Viel netter ist das Leiten einer Trainingseinheit. Da werden Übungen festgelegt und der Neueinkauf beim Umwerfen der Slalomstangen beobachtet. Sollte eine Schlechtwetterfront aufziehen, erlauben Anti-Magaths den Stars schon mal vorzeitiges Duschen. Auch der Transfermarkt wurde aufpoliert: Bei unserer Verpflichtung von Ilhan Mansiz entpuppte sich der Bosporus-Goalgetter zwei Punkte besser als angenommen – da staunt selbst Uli Hoeneß. Stadionbauer können sogar seine Allianz Arena in den Schatten stellen, schließlich darf beim Ausbau bis hin zu Material und Typ des Daches alles ausgewählt werden. Kleinigkeiten wie ein Trophäenraum mit gewonnenen Schalen oder spannende Pokalauslosungen in Echtzeit runden die Änderungen im Management-Bereich ab, auch wenn sie nicht ganz so prall ausfallen wie noch im „Fussball Manager 2003“.

Text mich zu...
...aber bitte nicht mit altem Geschwätz. Leider sind viele Phrasen aus dem Vorgänger bekannt: Da lassen wir die Stars lieber warmlaufen.

Hast du Worte?
Immerhin darf man nun auch die Nationalelf coachen; echte Besonderheiten bietet dieser Modus jedoch nicht. Das Augenmerk der kleinen Callis richtet sich vielmehr auf die Darstellung des Rasengebolzes. Im klassischen Textmodus dürfen Bankdrücker nun auch zum Warmlaufen verdonnert werden. Außerdem übernimmt das führende Team auf Zuruf die Kontrolle über den Kick – die Millionäre sollen sich schließlich nicht mehr anstrengen als nötig. Die Parolenausgabe in der Halbzeitpause kommt jetzt sogar mit Audio-Kommentar daher.

Allerdings kann euer Dorftrainer besser motivieren als das prollige Gedröhne aus den Boxen. Noch ärgerlicher sind die Abstürze während der Ansprachen. Ein Patch ist aber in Arbeit. Das größte Manko des Textmodus sind die Kommentatorphrasen, die von Managern des Vorgängers fast auswendig aufgesagt werden können. Eine gute Neuerung hingegen sind Interviews zur Pause. Leider scheinen auch diese Reporter nur eine Handvoll Fragen im Repertoire zu haben. Spätestens bei seltenen Publikum-Sounds wird klar, dass man sich beim Update nicht um die Atmosphäre dieser Option gekümmert hat. Trotz fehlender Halbzeitanalyse und Warmlaufen ist der 3D-Modus dafür ein echter Spielspaß-Volltreffer. Für edle Optik sorgt die „FIFA 2004“-Engine. Wer denkt, dass das Leder wie im Arcade-Titel immer nach dem gleichen Schema im Tor landet, irrt. Abwechslungsreiche Spielzüge, gute Ballphysik und butterweiche Animationen machen selbst eine Auswärtsschlappe sehenswert. Zudem haben prominente Passgeber realistische Visagen: Da verschmerzen wir sogar vereinzelte Sinnlos-Weitschüsse und taktische Ungenauigkeiten.

Makellos wie Zidane
Bei der Grafik macht das Grasfressen richtig Spaß. Endlich sind auch Taktikanweisungen möglich.

Fusion mit Tücken
Sollte euch das noch nicht reichen, könnt ihr Ballack und Konsorten auch gleich selbst steuern. Dank Football Fusion darf man die „FIFA 2004“-Scheibe vor dem Schlagerspiel einwerfen und höchstpersönlich Real Madrids löchrige Abwehr demütigen. Profis können allerdings auch mit ihren Regionalliga-Jungs gute Mannschaften schlagen – Football Fusion bleibt eine nette Dreingabe, die es schon 2001 in Ascarons Flop „Anstoss Action“ gab. Kenner wissen, dass Lead-Designer Gerald Köhler seine Zelte in Gütersloh abbrach und im gleichen Jahr seinen ersten „Fussball Manager“ unter EA-Flagge fertigstellte. Dem „Anstoss 03/04“ seiner ehemaligen Kollegen hat Köhlers Zögling den Mehrspieler-Modus voraus, doch die bis zu vier Balljongleure dürfen nur an einem PC zocken. Eine Netzwerk-Funktion fehlt dagegen gänzlich. Während man hier noch ein Auge zudrücken kann, gibt es für den Menüsound keine Gnade mehr. Lediglich zwei Tracks sind am Start, die MP3-Import-Option kann als Ausrede nicht hinhalten. Zum Schluss gibt es noch einen dicken Fehlerteufel: Der „FM 2004“ stürzt mit Vorliebe in der Saison 2007 regelmäßig ab – selbst gespeicherte Spielstände helfen da nicht weiter. Zusammen mit dem Halbzeitfehler zieht das die Qualität des eigentlich gelungen Managers herunter.

Zum Fazit