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  • Fuse

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14.02.2013 | Playstation 3 Xbox 360 PC | Autor: André

Ersteindruck:
60 - 80%
Selbst gespielt:
Ja selbst gespielt

Ted Price glaubt an Innovation. Seiner Meinung nach belohnen Spieler diejenigen Entwickler, die sich was Neues trauen. Auch Publisher seien bei weitem nicht so ängstlich, wie man ihnen gerne nachsagt. Sein neues Spiel „Fuse“ sei dafür ja der beste Beweis. Hach. Es muss schön sein, in der Welt von Ted Price zu leben.

Tatsächlich hat sein Studio Insomniac Games, das Price im Jahr 1994 gegründet hat, die letzten elf Jahre damit zugebracht, Fortsetzungen zu zwei Spielemarken zu produzieren: „Ratchet & Clank“ und „Resistance“. Abgesehen vom Facebook-Testballon „Outernauts“ ist „Fuse“ das erste originelle Spiel aus dem Studio seit dem Start von „Resistance“ im Jahr 2006.

Als Beispiel für die Risikobereitschaft von EA taugt „Fuse“ hingegen deutlich besser. Vor nicht ganz zwei Jahren wurde das Spiel unter dem Namen „Overstrike“ angekündigt. Der Shooter schien die gut gelaunte Comic-Grafik eines „Ratchet & Clank“ mit einem kooperativen Shooter zu verschmelzen. Ein erster Trailer zeigte vier humorige Charaktere beim Einsatz einer Vielzahl von abgefahrenen Waffen. Vergleiche mit dem Pixar-Film „The Incredibles“ und den individuellen Charakterklassen eines „Borderlands“ waren an der Tagesordnung. Zumindest die Vergleiche mit dem Superheldenfilm für Kinder schienen jedoch irgendwo auf wenig Gegenliebe zu stoßen.

Ein Jahr später war „Overstrike“ Geschichte. Das Spiel wurde zu „Fuse“, einem Shooter mit dem grundlegend gleichen Spielprinzip, aber einem völlig anderen Grafikstil.

Das alte 'Overstrik'-Team, wie sie im Jahr 2011 vorgestellt wurden: Nava, Dalton, Izzy und Jacob (von links nach rechts).

Die ehemals lässig gekleideten Agenten steckten nun in Kampfanzügen wie aus „Crysis“, Kopfschüsse ersetzten das Augenzwinkern. Ted Price will aber nichts davon wissen, dass die Änderungen etwas mit dem Gemaule vieler Shooter-Fans zu tun hatten.

Mit all den Twitter-Postings und Foreneinträgen über die "Kindergrafik". Alle seine Spiele hätten sich im Laufe ihrer Entwicklung stark verändert, das habe nur eben keiner mitbekommen. Nur dass diese Änderungen normalerweise nicht erst nach der großen E3-Enthüllung stattfanden, sondern deutlich früher!

Viel von dem, was uns Price im Interview erzählt, klingt nach Geschichten aus dem PR-Bärchenland. Auch seine Ist-doch-ganz-normal-Haltung im Hinblick auf den abrupten Kurswechsel bei „Overstrike“ erinnert ein wenig an den früheren irakischen Propagandaminister. Aber seine Erläuterung des Ablaufs klingt plausibel: Die Waffen brauchten einfach mehr „Wumms“. Ursprünglich, so Price, hätte man die Gegner einen nach dem anderen abgeknallt, aber es habe sich „einfach nicht befriedigend angefühlt“. Deswegen drehte man bei Insomniac den Gewaltgrad nach oben.

Und so sieht das neue Cover zu 'Fuse' aus, das sich auf die leuchtende Substanz in der Mitte konzentrieren will.

Nun flogen dem Spieler blutige Fetzen um die Ohren, aber die farbenfrohe Comic-Grafik passte nicht mehr zu dieser Art der Darstellung. Also wurde auch der Grafikstil komplett umgearbeitet. Nun stimmte zwar alles, aber der Titel sah dem Spiel, das einst unter dem Namen „Overstrike“ angekündigt wurde, kaum noch ähnlich. Der logische letzte Schritt war daher die Umbenennung in „Fuse“, um Verwirrung unter den Spielern zu vermeiden.

Helfen wird ihm das aber nur begrenzt. „Fuse“ ist eines dieser Spiele, von denen man ahnt, dass sie ganz gut werden, aber kein Schwein sie kauft. Die Story-Kampagne, die wir anspielen durften, wirkte wie ein völlig vergessenswertes Anhängsel. Handlung, Charaktere, Szenario: Alles wirkte vergessenswert. Schon tausendmal gesehen. Die Geschichte, in der ihr finsteren Machenschaften rund um die mysteriöse außerirdische Energiequelle „Fuse“ nachjagt, klingt bisher so überraschend wie eine Ausstrahlung von „Dinner for One“ am Silvesterabend. Spaß machte nur die originelle Bewaffnung unserer Helden. Söldner Dalton beispielsweise kann jederzeit ein Schutzschild auffalten, hinter dem seine Mitspieler Schutz finden. Kommt ihm ein Angreifer zu nahe, kann er aber ganze Gruppen mit einer Energiewelle umpusten. Sehr praktisch.

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