- Frontlines: Fuel of War
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- Publisher: THQ
- Entwickler: Kaos Studios
- Genre: 3D-Shooter
- Release: 29.02.2008
Kämpfen in der ersten Reihe
14.03.2008 |
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Autor: Frank
Wenn amerikanische und europäische Soldaten in den Wüstenkrieg ziehen, dann sind daran nicht nur altersschwache Diktatoren oder explosive Terroristen schuld. Wischt man das internationale Völkerrecht und den Schutz von Zivilpersonen nämlich beiseite und beginnt im Sand zu graben, stößt man schnell auf kostbares Erdöl. Zwar treibt uns der Blick auf die Preistafel der nächsten Tankstelle schon heute den kalten Angstschweiß auf die Stirn, doch im Jahr 2024 wird es noch viel schlimmer sein, so zumindest in „Frontlines: Fuel of War“. Während sich die Energiekrise weiter zuspitzt, liegt die Weltwirtschaft am Boden und zuckt im Todeskampf. Menschen sterben an globalen Krankheitswellen, und alternative Energiequellen konnten sich nicht durchsetzen. Aber was interessiert uns die Energiepolitik, solange die Kriegsmaschinerie rollt? Die letzten Ölfelder bieten noch genügend Schmiermittel für die Motoren des Krieges, und so steht dem nächsten Weltkrieg nichts mehr im Weg. Da sich Russen und Chinesen an ihre kommunistischen Wurzeln erinnert haben und nun die Rotstern-Allianz bilden, dürfen wir uns über die tausendste Neuauflage des Ost-West-Konflikts freuen. Statt der NATO erwartet uns dann auch die Westkoalition, für die wir in der kurzen Solo-Kampagne die freie Welt retten dürfen. Also schnell Waffen polieren und durchladen – es wird nicht lange dauern.
Alles liegt an dir
Geübte Kämpfer sollten die Kampagne bereits nach sechs Stunden bestritten haben, was für unseren Geschmack mal wieder viel zu kurz ist. Statt engen Levelschläuchen erwarten uns aber weite Schlachtfelder, die verschiedene Angriffswege bieten. Entlang der Frontlinie befinden sich nämlich verschiedene taktische Punkte und feindliche Stellungen, die wir auf dem Vormarsch ausheben müssen. Ob wir zuerst die Luftabwehrstellung sprengen oder einen Außenposten auf einem nahen Hügel sichern, ist dabei uns überlassen. Hauptsache, wir haben am Ende das Gebiet erobert und die rote Bedrohung weiter zurückgedrängt. Falls wir einmal ins Gras beißen – was wortwörtlich kaum möglich ist, da die meisten Karten in staubigen und trostlosen Gebieten spielen –, können wir an einem der eroberten Punkte schnell wieder respawnen. Erst wenn wir unserer Kontingent an Neuversuchen aufgebraucht haben, erwartet uns der Game-Over-Bildschirm. Als Teil der „Stray Dogs“-Einheit lässt man sich nicht so leicht unterbuttern. Zumindest die Lebenserwartung unserer Kameraden ist außerordentlich hoch, denn statt mutig gegen den Feind anzustürmen und im Feuergefecht zu kämpfen, laufen sie lieber blindlings in der Gegend herum und lassen uns die ganze Arbeit machen. Taktisches Teamwork sucht man im Einzelspieler-Modus vergebens, und falls ein Kamerad einen Feindsoldaten töten sollte, dann darf man das als Glückstreffer verbuchen.
Kurzes Vergnügen
Die Kampagne ist zwar recht unterhaltsam, leider aber ziemlich kurz geraten. Auch KI-Schwächen fallen im Einzelspielermodus auf.
Während die Gegner auch mal in Deckung gehen, bleiben die Kollegen lieber im freien Schussfeld stehen. Doch trotz solcher Patzer kann die Kampagne atmosphärisch überzeugen. Neben dem Sichern von Ölfeldern und der Eroberung feindlicher Fabrikanlagen erwartet uns auch so manche Panzerschlacht und Flugstunde. Obwohl sich ein Nilpferd sicherlich bequemer lenken lässt als die Fahrzeuge in „Frontlines“, kommt ordentlich Spannung auf, wenn man von Feindpanzern, Artillerie und taktischen Nuklearraketen bearbeitet wird, während man einen Brückenkopf ins gegnerische Hinterland schlägt.
Die intensive Klangkulisse und lautstarken Waffengeräusche tragen ihren Teil dazu bei, und auch grafisch ist das Spiel konkurrenzfähig. Dank der Unreal-Engine darf man sich über viele Details und gelungene Animationen freuen, doch bahnbrechend sieht „Frontlines“ trotzdem nicht aus. Viele Texturen wirken verwaschen und auf vielen Karten herrscht die blanke Ödnis. Wenigstens darf man ein paar Hausmauern und Deckungen sprengen, wirklich zerstörbar sind aber nur die wenigstens Objekte.
Gemeinsam sind wir stark
Während wir in der Kampagne langsam in das feindliche Kernland vordringen und auf unserem Weg gen Moskau Festungsanlagen ausheben, dürfen sich begeisterte Squad-Kämpfer auf acht Mehrspieler-Karten austoben. Die Kartengröße bewegt sich dabei zwischen kleinen Kämpfen ab acht Spielern bis zu riesigen Karten, auf denen 64 menschliche Soldaten an die Front stürmen können.
Besser als Battlefield?
„Frontlines“ hinterläßt im Mehrspielerpart einen überzeugenden Eindruck. Das gute Balancing sorgt für packende Schlachten.
Während man teilweise nur zu Fuß unterwegs sein kann, bieten die meisten Einsatzgebiete an den Spawn-Punkten genügend Panzerwagen und Kampfhubschrauber für den Schlachtzug. Aufgrund des Frontlines-Systems, bei dem beide Kriegsparteien um die taktischen Punkte direkt an der Frontlinie kämpfen, konzentriert sich der Kampf dort stets in packenden Massenschlachten. In den auf Wunsch gebildeten Squads läuft die Kommunikation tadellos ab, und im Vergleich zur Kampagne kann hier auch richtig taktisch agiert werden. Neben dem obligatorischen LAN-Modus konnte uns die Server-Stabilität schnell überzeugen, die bisher erschienen Patches sind aber absolute Pflicht für den Kampf, der sich vor „Battlefield“ nicht verstecken muss. Die beiden Kriegsparteien sind sich völlig ebenbürtig und auch die sechs Klassen sind gut ausbalanciert. Egal ob als Angriffssoldat, in der Fahrzeugabwehr oder mit einem Schrottgewehr bepackt, man findet schnell Kanonenfutter und gleichwertige Gegner. Als Scharfschütze lohnt es sich zwar, Spwan-Punkte zu becampen, doch durch solch feiges Verhalten vor dem Feind macht man sich einerseits keine Freunde, und andererseits empfanden wir gerade beim Scharfschützengewehr das Zielen als ungenau.
Neben den Klassen kann man eine von vier Rollen auswählen. Als EMP-Techniker, Drohnen-Experte und Fachmann für Luft- oder Bodenunterstützung kann man Erfahrung sammeln und bis zu drei Spezialfähigkeiten einsetzen. Zwar wird am Ende der Partie die Erfahrung, welche man durch Eroberungen und Tötungen erhält, wieder auf Null zurückgesetzt, doch durch EMP-Felder, die Fähigkeit Panzer zu reparieren, ferngesteuerte Drohnen loszuschicken oder schwere Luftschläge zu befehlen, gewinnt der Mehrspieler-Modus mehr Tiefe. Wie im Einzelspiel kann man jedoch keine feindlichen Waffen plündern, und auch die Fahrzeugsteuerung versagt – was einem besonders im Cockpit eines Kampfjets klar wird, in dem man sich auch austoben darf.
Das mittlerweile betagte „Battlefield“ schlägt Kaos Studios, deren Programmierer schon am „Desert Combat“-Mod gewerkelt hatten, letztlich mit einem intensiven Kampf. Obwohl Mehrspieler nur den Frontlines-Modus spielen können, kann das Spiel besonders dank seiner Kampfdrohnen überzeugen. Egal ob in der Kampagne oder in der richtigen Schlacht, ferngesteuerte Geschütze, Raketen schleudernde Flug- oder fiese Sprengdrohnen lassen sich bequem ins Ziel bringen und können begeistern. Denn wieso sollte man sich selbst die Finger schmutzig machen, wenn man einen Raketen-Heli, das Selbstfahrgeschütz oder auch einen Luftschlag hat? Aber Achtung: Bis ein ferngelenkter Sprengsatz ins Ziel gebracht wurde, hat euch der Feind vielleicht schon erwischt.



