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  • Final Fantasy XIII-2

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Nur was für FFanboys?

30.01.2012 | Xbox 360 Playstation 3 | Autor: Nils Ehring

Ach ja, die Zeitreise: Ein Motiv, das so alt wie das Genre, das es populär gemacht hat, und schon so manch bruchstückhafte, hanebüchene Storykonstruktion kitten sollte. Schon die alten Geschichtenerzähler virtueller Abenteuer wussten von den Z-Movie-Qualitäten des Zeitreise-Motivs. In „Future Wars“ übernahm der Spieler die Rolle eines namenlosen Fensterputzers, der zufällig eine Zeitmaschine entdeckt, die ihn in eine Epoche nach der anderen katapultiert. Das erzählerische Fundament der „Red Alert“-Serie ist noch abgedrehter. Hier reist Einstein in die Vergangenheit, um den jungen Hitler zu töten und somit den zweiten Weltkrieg zu verhindern. Am Ende kommt natürlich alles anders: Angesichts der Schwäche Deutschlands erstarkt Russland und zettelt einen Krieg mit Amerika an.

Nicht ganz so „trashig“ hat sich die „Final Fantasy“-Reihe mit dem Thema Zeitreise beschäftigt, das seit dem ersten Teil eine wichtige Rolle darin spielt. Der neueste „FF“-Ableger geht wesentlich weiter, als die vorherigen Teile und erklärt die Zeitreise zum zentralen Motiv zwischen Riesenschwertern, Fönfrisuren und Kampfpuddings. Schade daran ist, dass „Final Fantasy XIII-2“ auf der Zeitachse herum springt wie Kris Kross beim Baggy-Pants-Sale und die eigentliche Geschichte oft aus den Augen verliert.

Die Figuren blieben die meiste Zeit über blasse Gestalten, deren Schicksal uns nicht im Geringsten interessierte.

Chrono-logisch?
Dabei beginnt alles, wie man es von der Reihe gewohnt ist: atemberaubend. Als Lightning tragt ihr über der Stadt Walhalla einen Kampf mit dem Bösewicht Caius aus und lernt im Schweiße eures Angesichts die Spielmechanik kennen. Am Ende des rasant inszenierten „Tutorials“ betritt ein Jäger namens Noel die halb zerstörte Bühne. Er ist ein Reisender, der sich über die so genannte Chronosphäre durch Raum und Zeit teleportiert.

Lightning macht sich das Talent des jungen Mannes zu Nutze und beauftragt ihn damit, ihrer Schwester Sera eine Botschaft zu übermitteln. Die sitzt widerum mit Kumpels in New Bodhum fest, wo es einen Teil der alten Heldentruppe nach den schrecklichen Ereignissen des dreizehnten Teils hin verschlagen hat. Als Noel den idyllischen Badeort erreicht, fällt nicht nur Sera, sondern obendrein ein Meteorit aus den Wolken, der einige Monster im Schlepptau hat. Klar, dass das neue Traumpaar erstmal den Angriff abwehren muss, bevor die Suche nach der vermissten Schwester, die Zeitreise und das narrative Durcheinander ihren Lauf nehmen können.

Innerhalb der Geschichte glänzt die Heldentruppe zwar nicht gerade, dafür aber umso mehr bei den Kämpfen.

Das Hauptproblem von „Final Fantasy XIII-2“ liegt in dessen fragmentarischer Erzählstruktur. Um ihrem Ziel näher zu kommen, müssen Sera und Noel Artefakte finden, mit denen sie sich Zugang zu neuen Zeit- und Raumportalen verschaffen. Gleichzeitig entspinnen sich episodenhafte Mini-Stories, deren Handlungsfäden das Spiel regelmäßig fallen lässt, um sie irgendwann wieder aufzunehmen. Das Gefühl, Teil einer durchgehenden, epischen Geschichte zu sein, entsteht bei dieser Schnitzeljagd durch Raum und Zeit kaum. Allzu viel Zeit für die Charakterisierung neuer Figuren oder die Weiterentwicklung alter Bekannter nimmt das Spiel sich nämlich nicht. Dafür aber für eine überdurchschnittliche Inszenierung der Dialoge, deren Verlauf ihr erstmalig dank optionaler Antworten mit beeinflussen dürft. Dennoch: Bis die zahlreichen Storyhäppchen in eines von einem knappen Dutzend verschiedener Enden münden, hat man das Interesse am Schicksal der Akteure schon verloren. Zu blass erscheinen die meisten Figuren, aus deren Zusammenspiel keine nennenswerte Konflikte entstehen.

Nur im Kampf eine Truppe
Auf dem Schlachtfeld sieht die Sache erfreulicherweise anders aus. Hier lebt das Heldenteam von „Final Fantasy XIII-2“ regelrecht auf und beweist, dass Square Enix sich immer noch darauf versteht, mit klassischen Grundzutaten ein schmackhaftes Rollenspiel-Gericht zu kredenzen. Da bereits der Vorgänger dies unter Beweis stellte, musste auch keine Schubkarre voller Neuerungen über dem Kampfsystem ausgeschüttet werden.

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