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Lesertest von CrispyCrunch

28.10.2008 | Autor: Redaktion

Wer „Fallout 3“ in Deutschland testen wollte, der tat das in Nürnberg. Bizarrerweise hatte Hersteller Bethesda nämlich so viel Angst davor, dass jemand das Spiel ins Netz stellen oder zu viel darüber verraten würde, dass alle Journalisten bis zum 28. Oktober nur vor Ort in Nürnberg an den Titel ran durften – nach vorheriger Unterzeichnung einer Verschwiegenheitserklärung. Die Ironie der Geschichte: Nur wenig später stand der Titel im Netz. Raubkopierer vergnügen sich schon seit Tagen mit „Fallout 3“.

Die Krawall-Redaktion hingegen wartet immer noch auf ein Testmuster. Da wir es ablehnen, ein Spiel wie „Fallout 3“ auf Basis von zweimal acht Stunden zu besprechen, warten wir vorerst weiter. Um euch die Wartezeit zu versüßen, geben wir jedoch erstmalig einem von euch den Vortritt. Unser Leser CrispyCrunch hatte im Rahmen unserer Aktion „Mach’s besser!“ die Teilnahme an just diesem Review-Event gewonnen und durfte einen Tag lang „Fallout 3“ zocken. Von unserer Seite aus gibt es an dieser Stelle nur eine kleine Warnung an alle PC-Nutzer: Die Testversion auf dem Review-Event in Nürnberg erwies sich trotz genormter Alienware-Hochleistungsrechner als extrem instabil. Während der acht Stunden, die wir mit dem Spiel verbringen durften, stürzte „Fallout 3“ praktisch stündlich ab. An dem Rechner, an dem eigentlich unser Leser spielen sollte, wurde der Test sogar nach 32 Abstürzen eingestellt und CrispyCrunch an eine Xbox 360 umgetopft. Merkwürdig: Die Alienware-Rechner enthielten praktisch alle die gleiche Hard- und Software. Zwar konnten einige Kollegen mit nur wenigen Abstürzen spielen, bei anderen häuften sie sich jedoch. In jedem Falle raten wir allen PC-Zockern dringend dazu, mit dem Kauf zu warten, bis erste Reaktionen zum Zustand des Spiels vorliegen. Wir werden euch in den News und später mit unserem Testbericht auf dem Laufenden halten.

Nun aber, ohne weitere Vorrede, Bühne frei für unseren Leser-Tester CrispyCrunch und seinen Ersteindruck:

Glück muss man haben – und ich hatte Glück, denn ich durfte „Fallout 3“ vorab spielen und mir eine Meinung darüber bilden. Leider wollte einer der bereitgestellten PCs nicht so, wie er sollte, sodass ich an eine Xbox 360 gesetzt wurde. Halb so schlimm, ist ja schließlich das gleiche Spiel. Vorab sei gesagt, dass ich „Fallout 1“ nie selbst gespielt hab und den zweiten Teil auch nie so wirklich. Nichtsdestotrotz geht’s dann mal los: New Game.

Ein Tag mit Fallout 3
Krawall-Leser CrispyCrunch durfte in Nürnberg Bethesdas große Rollenspiel-Hoffnung ausführlich probezocken.

Nach dem bereits aus dem Teaser bekannten Video startet das Spiel mit den berühmten Worten „Krieg, Krieg bleibt immer gleich“ und einem weiteren Video, das noch mal die Geschichte des Atomkrieges im Jahr 2077 erzählt und schließlich auf Vault 101 zu sprechen kommt. Hier startet das eigentliche Spiel, und zwar auf eher ungewöhnliche Weise. Man wird, im wahrsten Sinne des Wortes, geboren.

Kurz nachdem man das Licht der Welt erblickt hat, sieht man auch schon seinen Vater James, der sich fragt: „Junge oder Mädchen?“. Ah, das nenn ich mal kreative Charaktererstellung. Danach darf per „Genprojektion“ das spätere Aussehen festgelegt werden; hier gibt es eine Unmenge an Einstellmöglichkeiten.

Im Nachfolgenden läuft dann die ganze Charaktererstellung auf diese Art ab: Es wird immer wieder um ein paar Jahre nach vorne gesprungen, ein wenig Story erzählt und dann eben ausgewählt. Mit einem Jahr lernt man laufen und darf Punkte in den altbekannten Charaktereigenschaften wie Stärke, Ausdauer, Charisma usw. verteilen. Als Nächstes wird Geburtstag gefeiert, und es gibt einen Pipboy als Geschenk. Hier tauchen nun weitere Charaktere auf, etwa der Vault-Aufseher, Butch, der Bully, und eine Freundin namens Amata.

Ab in die Ödnis!
Bevor ihr richtig in die Spielwelt eintauchen könnt, müsst ihr auf neuartige Weise euren Helden erstellen.

Mit 16 Jahren muss man sich dem G.O.A.T stellen, einem Test, bei dem die Eignung fürs spätere Vault-Leben festgestellt werden soll. Im Grunde wählt man hier Spezialisierungen wie zum Beispiel „große Waffen“. Schade ist allerdings, dass es hier praktisch egal ist, welche Antworten gewählt werden, da sie später eh noch mal geändert werden können. Zuletzt folgt schließlich die Flucht aus dem Vault. Da werden Erinnerungen wach an „Oblivion“, denn es ist möglich, vor dem Verlassen noch mal alle Charaktereigenschaften zu ändern. Insgesamt war das für eine Charaktererstellung doch sehr langatmig, wenn auch eine frische neue Idee.

So startet man schließlich in die große Welt von „Fallout 3“. Zuerst bietet sich dem Spieler ein großer Panorama-Blick in die Wastelands, und man kann sagen: Das Ödland sieht gut aus! Es gibt trotz der Ödnis viele Details zu sehen, seien es Felsformationen, Autowracks, Pfützen oder zerstörte Straßen. Leider bewegt sich der Farbton die meiste Zeit über im Bereich Beige-Braun-Grau. Aber wie soll’s nach einem Atomkrieg auch sonst aussehen? Die Sichtweite weiß zu beeindrucken; man kann selbst am Horizont noch Gebäude stehen sehen, und das sowohl bei Tag als auch nachts, dank einem entsprechendem Wechsel.

Innerhalb des Vaults war die Grafik, ebenso wie in vielen späteren Innenräumen, stimmig und detailliert. Einzig eine tolle Physikengine darf vermisst werden, denn Schilder stehen weiterhin unbeeindruckt in der Gegend rum, auch wenn auf sie geschossen wird. Der Ersteindruck zur Grafik ist auf jeden Fall gut, auch wenn sie besser hätte sein können.

Schon bald entdeckt man die erste Ortschaft mit Leben darin: Megaton. Das Besondere an dieser Siedlung will ich mal nicht verraten. Auf jeden Fall gibt es hier eine Menge unterschiedlicher Leute, mit denen man reden kann, und natürlich auch die ersten Quests, die es anzunehmen gilt. In den Dialogen gibt es, wie man es von Fallout gewohnt ist, eine breite Palette an Antworten, deren Inhalte auch davon abhängig sind, wie der Charakter erstellt ist. Mit genug Punkten in Stärke kann man beispielsweise manchmal seinen Aussagen gewissen Nachdruck verleihen.

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