- FUEL
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- Publisher: Codemasters
- Entwickler: Asobo Studio
- Genre: Rennspiel
- Release: 05.06.2009
Spaßige Klimakatastrophe
07.05.2009 |
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Autor: Olaf
Wir preschen mit unserem Quad durch die Wüste Arizonas. Hinter uns her ziehen wir eine riesige Staubwolke, die der Konkurrenz die Sicht raubt. Im Hintergrund säuselt ein leises Lüftchen, das jedoch mit jeder Sekunde lauter wird. Dann sehen wir urplötzlich das Unglaubliche: Vor uns türmt sich ein riesenhafter Tornado auf. Es gelingt uns nur mit Mühe, dem Sturm zu trotzen. Doch dann holt Mutter Natur zum ultimativen Schlag gegen Quad-Fahrer aus: Wie aus dem Nichts steigt ein Tanklaster empor und wird in unsere Richtung gepustet. Starr vor Entsetzen, schaffen wir es nicht mehr, dem rasend schnell auf uns zu fliegenden Monstrum auszuweichen. Nach einem Mordsknall landen wir im Wüstensand und unser Gefährt einige Meter weiter neben uns. Die gegnerischen Fahrer lachen sich ins Fäustchen und ziehen an uns vorbei. Mist.
Solche Klimakatastrophen sind in dem Rennspiel „FUEL“ an der Tagesordnung. Daher sind viele Menschen in sichere Regionen des Globus geflohen. Die wenigen zurückgebliebenen Verrückten vertreiben sich ihre letzten Tage auf Erden damit, in halsbrecherischen Rennen um den verbliebenen Treibstoff zu zocken. Dass einem dabei Überschwemmungen und Tornados in die Quere kommen, ist Berufsrisiko. Und da wir waghalsigen Krawall-Schreiberlinge wahre Thrillseeker und Adrenalinjunkies sind, haben wir uns in der Vorab-Version des in wenigen Wochen erscheinenden „FUEL“ einen ersten Eindruck verschafft.
Von Ländern, Karossen und Katastrophen
„FUEL“ spielt die wilde Mad-Max-Geschichte äußerst raffiniert aus und wartet mit allerlei Überraschungen und ungeheurem Abwechslungsreichtum auf. So prescht ihr nicht nur durch die Wüste, sondern bereist auch Berge, Wälder, Städte, das ewige Eis und gelegentlich auch geteerte Highways. Die Wettereffekte reichen von kleineren Überschwemmungen über Schneestürme oder Gewitter bis hin zu todschicken Tages- und Nachtwechseln.
Mehr als ein Effekt
Spektakuläre Naturgewalten wie Wirbelstürme sind in „FUEL“ ein wesentliches Spielelement.
„FUEL“ ist territorial irgendwo im Nordosten der USA angesiedelt. Daher findet ihr so manchen bekannten Ort vor, seien es nun die Salzseen von Utah, der Yellowstone-Park oder gar der Grand Canyon. Bevor sich irgend jemand aufregt: Das Entwicklerteam von Asobo scherte sich herzlich wenig um geografische Bezüge, sondern baute einfach die Monumente in das Spiel ein, die ihm am besten gefiel. Daher sollte es niemanden wundern, wenn er über ein Ebenbild der Golden Gate Bridge fährt. In seinem Kern allerdings ist „FUEL“ ein Open-World-Racer. Das bedeutet, dass ihr euch auf einer Fläche von insgesamt 14.400 Quadratkilometern austoben dürft. Aufgrund dieser riesigen Fläche entdeckt ihr immer wieder neue Highlights. An der Küste etwa liegen gestrandete Frachter. Besonders beeindruckt hat uns die ungeheure Sichtweite von laut Herstellerangaben rund 40 Kilometern.
Diese Zahl konnten wir leider nicht nachprüfen. Aber seid gewiss, dass ihr in „FUEL“ verdammt weit sehen könnt. Technisch macht das Rennspiel einen überaus gelungenen Eindruck. Wenn über der Steppe Arizonas die Sonne untergeht und die durchdrehenden Reifen authentische Staubwolken bilden, kommt echtes Offroad-Feeling auf. Die Landschaften und kleinere Objekte wie Bäume oder Felsen sind dabei detailliert gezeichnet, und so wirkt „FUEL“ grafisch bereits sehr rund. Lediglich einige kleinere Ruckler ärgerten uns zwischendurch. Aber wir hoffen, dass diese Schwächen bis zur Verkaufsversion ausgemerzt werden.
Pimp my Quad
In „FUEL“ sucht ihr euch eines von rund 70 Fahrzeugen aus. Der Fuhrpark umfasst die erwähnten Quads sowie Dirt Bikes, Muscle Cars, Buggies und sogar Monster Trucks.
Wo geht's lang?
Ohne GPS-System geht in „FUEL“ kaum etwas, schließlich handelt es sich bei dem Spiel um einen Open-World-Racer.
Die Gefährte steuern sich allesamt kinderleicht. Dabei erinnert das Spielgefühl stark an den Genre-Konkurrenten „Pure“ – nur fehlen hier dessen Tricks. Zwar zeigen eure Helden auf den PS-starken Kisten häufig Sprünge mit waghalsigen Stunts, allerdings werden diese automatisch ausgelöst. Ihr müsst euch also nicht mit Turbos oder gar Spezial-Manövern herumschlagen, sondern konzentriert euch voll und ganz auf die Strecke. Natürlich hat jede Maschine ihre Eigenheiten: Motorräder sind pfeilschnell und kommen sogar steile Berge problemlos rauf, sind jedoch auch anfällig für die Rempeleinlagen der rasenden Konkurrenz. Monster Trucks auf der anderen Seite sind schwerfällige Brocken, überrollen ihre Gegner dafür aber mühelos.
Open-World – auch online
Die Rennvarianten halten sich dagegen eher im Rahmen. Wir bretterten etwa im Checkpointrennen durch farbige Markierungen, über Rundkurse oder heizten von A nach B. Sein eigentliches Spielgefühl entfaltet „FUEL“ allein aufgrund der riesigen Landschaft, denn es ist stets eure Aufgabe, euch den richtigen Weg für euer Fahrzeug zu suchen. Eurer einziger Helfer ist das GPS-System: Es zeigt euch mit kleinen Pfeilen an, wo ihr am besten entlangfahren solltet. Der Clou: Das GPS reagiert auf die Wahl eures Gefährts. Steuert ihr etwa ein Motorrad, wird euch das GPS die Anweisung geben, direkt über den Berg vor euch zu fahren. Mit einem Quad düst ihr besser dran vorbei und meidet obendrein schlammiges Gelände. Im Anschluss an jedes Rennen erntet ihr Medaillen, mit deren Hilfe ihr neue Events und Strecken freischaltet. Obendrein werdet ihr dafür belohnt, wenn ihr euch auf die Suche nach besonders abwegigen Pfaden und geheimen Routen begebt. Nett!
Seid ihr der vorgefertigten Strecken einmal überdrüssig, könnt ihr euch auf die Schnelle auch einen eigenen Parcours zusammenbasteln. Per Editor erstellt ihr ein Rennen und legt die Gewinnvoraussetzungen sowie die Checkpunkt-Törchen fest. Anschließend fahrt ihr sie entweder alleine erst einmal zur Probe, oder ihr teilt sie mit der Community. „FUEL“ wird nämlich ebenfalls über einen großen Online-Part verfügen: Hier geht ihr mit bis zu 16 Spielern gleichzeitig auf die Strecke und wählt zwischen euren selbst kreierten und den bereits vorgegebenen Strecken aus.



