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Souveräne Pflichtübung!

25.09.2009 | Playstation 3 Xbox 360 | Autor: Olaf

Und wieder einmal wartet die wohl schwerste Aufgabe des Jahres auf mich: Pünktlich zur Herbstsaison erscheinen die alljährlichen Updates zu „FIFA“ und „Pro Evolution Soccer“. Nachdem ich über Jahre hinweg Konamis Ballzauberern treu war, musste ich mir im letzten Jahr eingestehen, dass EA Sports meinen einstigen Liebling überholt hatte. In den vergangenen zwölf Monaten rotierte daher ausschließlich „FIFA 09“ in meiner Xbox 360; „Pro Evolution Soccer 2009“ landete nach dem ausführlichen Test und einigen weiteren Matches schnell im Regal.

Wie schon 2008 pfeift auch in diesem Jahr „FIFA 10“ die Fußballsaison an. Konnte EA Sports erneut einen Schritt nach vorne machen? Oder ruht man sich lieber auf den Lorbeeren aus? „FIFA 10“ hat ein bisschen was von beidem, spielt sich aber bedeutend runder und flüssiger. Am Zweikampfverhalten und an den Dribblings wurde gearbeitet, der Virtua-Pro-Modus wurde weiter ausgebaut. Andere Bereiche blieben hingegen nahezu unangetastet.

Der Ball rollt wieder
Wir sparen uns an dieser Stelle das übliche Schwärmen über das bombastische Lizenzpaket. Denn auch „FIFA 10“ geizt nicht mit Original-Spielern und Stadien. Wir beschränken uns auf die kurze Aussage, dass alle wichtigen Ligen und Kicker in dem Fußballspiel enthalten sind, und betreten direkt den Platz.

An der Grafik hat sich im Vergleich zum bereits sehr hübschen Vorgänger nur wenig geändert. Eindeutig verbessert wurden die Animationen.

Wie schon bei „FIFA 09“ landen wir nach einem allzu knappen Intro direkt in der Arena, wo wir mit unserem Virtua-Pro-Kicker erste Runden drehen. Ein Druck auf die Select-Taste offenbart bereits einige neue Winkelzüge. Beispielsweise können wir in der Arena so genannte Set Pieces – also Standardsituationen – erstellen und einüben.

Eckballvarianten oder Freistoßfinten ruft ihr dann im Spiel bequem auf und könnt so eure Gegner überraschen. Dieses neue Feature richtet sich in erster Linie an Taktikfüchse, die Fußball für die einzig wahre Wissenschaft halten. Schließlich dauert das Aufbauen und Einstudieren der Spielzüge viel Zeit. Das liegt weniger an der Steuerung, denn diese ist denkbar einfach, sondern vielmehr daran, dass theoretisch gute Ideen auf dem Platz oftmals nicht funktionieren. Aber so ist eben Fußball.

Neue Freiheiten
Die zweite große Neuerung wird auch bereits im Arena-Modus deutlich. Die Steuerung wurde maßgeblich verändert. Statt wie zuvor nur in acht Richtungen rennen zu können, sind nun 360°-Grad-Bewegungen möglich. Dies hat nicht nur Einfluss auf die Dribblings, sondern auch auf Schüsse und Pässe.

Die neue 360°-Grad-Steuerung ist eine echte Bereicherung und sorgt für einen noch flüssigeren Spielablauf.

Es dauert eine ganze Weile, bis man sich an die neuen Freiheiten gewöhnt hat. Bis dahin kloppt man Flanken ins Toraus, Schüsse landen auf der Tribüne und Abwürfe der Torhüter nur allzu gerne beim Gegner. Doch nach einiger Zeit weiß man die Analog-Stick-Steuerung wirklich zu schätzen. Das entsprechende Feingefühl vorausgesetzt, kommen die Pässe nun deutlich präziser und Fernschüsse können merklich exakter platziert werden. Mein erstes Erfolgserlebnis war etwa ein 24-Meter-Hammer mit Michael Ballack gegen England. Flanken können nun ebenfalls exakter geschlagen werden. Was sich hier wie eine Kleinigkeit anhört, sorgt im Spiel für wahre Aha-Erlebnisse. Der Spielablauf wirkt in sich flüssiger. Der beim Vorgänger stockende Aufbau und die ständigen Hakeleien im Mittelfeld gehören endgültig der Vergangenheit an. Die Spieler benötigen nun weniger Zeit, um den Ball unter Kontrolle zu bringen. Dies kommt ebenfalls der Offensive zugute.

Die Spieler laufen sich zudem deutlich besser frei. Stürmer versuchen häufiger, in Gassen zu sprinten. Flügelspieler mischen sich in den Angriff ein. Dadurch entstehen mehr Anspielstationen und Möglichkeiten für kreative Pässe. Trotzdem ist in „FIFA 10“ kein munteres Scheibenschießen angesagt, denn das Zweikampfsystem wurde ebenfalls verbessert. Hier wird um jeden Quadratzentimeter Rasen gekämpft.

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