Elixir
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- Publisher: NBG
- Entwickler: Dartmoor Softworks
- Genre: Rollenspiel
- Release: unbekannt
Diablo-Konzentrat mit Schuss
06.02.2003 |
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Autor: André
Eure Aufgabe ist schnell erklärt: Das kleine Mädchen Elixir muss beschützt und ihrer wahren Bestimmung zugeführt werden. Die junge Dame ist nämlich, so fürchtet zumindest das regierende Königshaus, direkt einer Prophezeiung von Umsturz und Untergang entsprungen. Darin ist die Rede von einem Kind, dass unter einer Lichtsäule geboren wird, und eine alte Ordnung des vermeintlich Bösen wiederherstellen soll. Da die Monarchen jedoch nicht genau wissen, welches Kind denn nun der oder die Auserwählte sein soll, verfallen sie auf das Herodes-Prinzip: Alle in Frage kommenden Kinder sollen sterben. So auch Elixir, namensgebende Protagonistin des Spiels, deren Eltern von den Soldaten der Königsfamilie niedergemetzelt werden. Allein dem jungen Anias, einem Freund der Familie, verdankt sie ihr Leben. Hier greift der Spieler ein. Sowohl Anias als auch Elixir lassen sich anwählen und mittels Mausklicks an einen beliebigen Punkt auf der Spielkarte dirigieren. Klickt ihr auf eine gegnerische Einheit, gehen die beiden zum Angriff über. Zu Spielbeginn ist Elixir jedoch noch zu klein um aktiv in die Kämpfe einzugreifen. Steht sie jedoch in eurer Nähe, erzeugt sie ein Schutzschild, dass euch praktisch eine zweite Energieleiste beschert. Im Gegensatz zu „Diablo“ ist „Elixir“ nämlich in etliche, mehrere Bildschirme große Karten aufgeteilt. Jede dieser Karten hat einige wenige Ausgänge, die euch zur nächsten Spielumgebung führen. Störend ist, dass der gleiche Ausgang einer Karte nicht immer zum gleichen Ort führt. Der erste dieser Spielabschnitte umfasst das Dorf, in dem Anias und Elixir leben, sowie umliegende Felder. Dort wimmelt es nur so von Soldaten. Da eine offene Konfrontation dem Selbstmord gleichkäme, gilt es zunächst einen anderen Ausweg zu suchen. Hier spielt sich „Elixir“ zunächst wie ein Adventure. Eine Dorfbewohnerin überredet ihr, die Soldaten abzulenken, eine Andere geht euch handwerklich zur Hand.
Koreanisches Geplänkel
Die flotten Kämpfe sind ein wesentliches Element von Elixir, und machen meistens in der Tat Spass. Schade, dass die Entwickler technisch geschlampt haben.
Brot und Spielchen
Leider sind die Rätsel simpel gestrickt und im weiteren Spielverlauf eher dünn gesät. Meist geht es darum einen bestimmten Gegenstand zu suchen und bei sich zu tragen. An einer Stelle verliert beispielsweise einer eurer Gegner einen Laib Brot. Nichts besonderes, an diesem Punkt habt ihr schon zehn weitere in eurem Inventar. Leider handelt es sich dabei um eines von zwei speziellen Broten, die ihr an anderer Stelle braucht. Vergesst ihr es mitzunehmen, heißt es zurückrennen und suchen. Grafisch unterscheiden sich die „Spezialbrote“ jedoch kein Deut von den Herkömmlichen, die ihr an jeder Ecke findet. Deutlich gelungener als das Rätseldesign präsentieren sich die Kämpfe.
Da ihr zu Beginn noch schwach seid, gilt es taktisch geschickt vorzugehen. Insbesondere Elixir sollte immer in eurer Nähe sein, ohne dabei selber zu viel Schaden zu nehmen - gar nicht so leicht. Auch auf weitere Charaktere müsst ihr gut acht geben. Stirbt einer, heißt es „Game Over“. Erschwert wird diese Aufgabe dadurch, dass euer erster Kumpel namens Ran bei jedem knacken eines Hölzleins mit gezogenem Schwert dem Feind entgegen stürmt. Pfeift ihr ihn nicht rechtzeitig zurück, war’s das. Auch sonst bekleckert sich die künstliche Intelligenz nicht mit Ruhm. Die Wegfindungsroutine zum Beispiel zeigt sich umständlich und manchmal schlicht planlos. Im späteren Verlauf weicht die taktische Komponente in den Kämpfen immer mehr dem reinen Akkordgemetzel à „Diablo“. Hier wie dort verliert so gut wie jeder Gegner einen oder mehrere Gegenstände. Meist ist das nur etwas Gold oder das erwähnte Brot. Darüber hinaus liegen aber nach einer Schlacht zahlreiche Waffen auf dem Boden. In manchen Regionen des Spiels ist es jedoch schwer auszumachen, was da nun zum Aufklauben bereitliegt. Verdeckt durch Büsche und Sträucher könnt ihr eure eigenen Charaktere kaum ausmachen.
Keine Schönheitskönigin
Mit Sicherheit eine alte Kinderkrankheit des Genres, im Jahre 2003 aber nicht mehr verzeihbar: Grafisch kommt Elixir nur schwach daher.
Zauberhaftes Mädel
Neben den zahlreichen Schwertern, Bögen und Dolchen warten Zauber auf ihre Entdeckung. Magie fällt in Elixirs Metier. Je älter diese im Spielverlauf wird, desto mächtiger werden ihre Beschwörungen. Benutzen eure Helden Zauber oder Waffen oft genug, erklimmen sie eine höhere Erfahrungsstufe. Die verbessert automatisch eure Fähigkeiten im Kampf. Außerdem könnt ihr nach Wunsch eure Widerstandskräfte in vier Kategorien wie beispielsweise Feuer verstärken. Im Grunde geht der Kampfpart des Spiels ganz spaßig von statten. Zuweilen pfuscht das Programm jedoch. So sieht es die Geschichte, die übrigens in endlosen Textdialogen erzählt wird, an einer Stelle vor, dass ihr einen Kampf verliert. Eure Gegner dreschen also auf euch ein, ohne dass ihr ihnen Schaden zufügen könnt. Sobald die Prügler sehen, dass Elixir in der Lage ist, ihre Mitstreiter durch Kraftfelder zu beschützen, erkennen sie, dass das Kind etwas besonderes ist und lassen von euch ab. Stellt ihr jedoch Elixir zu weit abseits der Gruppe, hauen euch die Typen in Grund und Boden bevor ihr „Autsch!“ sagen könnt. Nicht sein müssen hätte auch die Grafik, die es schafft sogar das bald drei Jahre alte „Diablo 2“ zu unterbieten. Dabei galt dieses bei erscheinen schon als grafisch veraltet. Besonders die niedrige Auflösung von 640x480 Bildpunkten lässt den Spieler zweifeln ein Spiel aus dem Jahre 2003 in den Händen zu halten. Immerhin halten sich dadurch die Systemanforderungen in Grenzen. Eine Soundkarte ist weitgehend verzichtbar, denn die mittelmäßigen Spielsounds beschränken sich auf ein Minimum. Auch eine Netzwerkkarte ist überflüssig, denn der Netzwerkmodus, der Diablo seinerzeit groß machte, geht „Elixir“ ab.



