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  • Drakensang: Am Fluss der Zeit
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Der Flussvater lässt grüßen

05.02.2010 | PC | Autor: Hauke

Mit „Drakensang“ erschien 2008 das fünfte Computerspiel mit „Das Schwarze Auge“-Lizenz. Das erfolgreichste deutsche Rollenspielsystem polarisiert schon in Pen&Paper-Kreisen. Wer auf „dreckig und düster“ steht, wird mit DSA so viel anfangen können wie ein Masochist mit Blümchensex. Das System bietet eine hochgradig idealisierte mittelalterliche Welt, orientiert sich grob an real existierenden Kontinenten und Kulturen, und Spötter behaupten gar, ein Schneewittchen-Schloss passe besser nach Aventurien als eine furchteinflößende Festung. Dabei gibt es in der Welt durchaus Drachen, Dämonen und die Inquisition. Spielmeister können auf umfangreiche Kampagnenbücher, Hintergrundgeschichten und vor allem das komplexes Regelwerk, das sich über die Jahre bewährt hat, zurückgreifen. Kein Wunder also, dass DSA auch für Computerspieler interessant ist. Dass genau die bunte und manchmal naive Spielwelt auch in „Drakensang“ einige Spieler störte, schmälerte die Absatzzahlen in keiner Weise. Über 100.000 verkaufte Spiele geben dtp und Radon Labs Recht darin, der Lizenz treu zu bleiben. Umso schöner ist es zu sehen, dass man sich bei der Entwicklung von „Am Fluss der Zeit“ die Kritik zu Herzen genommen hat.

Die Entwickler haben gelernt: Das neue „Drakensang“ macht einen insgesamt runderen Eindruck als der Vorgänger.

Es war einmal vor langer Zeit ...
Das Intro-Video beginnt mit einem alten Bekannten, dem Zwergen Forgrimm und der jungen Diebin Kladdis, die mehr über ihren Vater Cuano und dessen Weggefährten Ardo von Eberstamm erfahren, der in „Drakensang“ das Zeitliche segnet. Und so beginnt Forgrimm vor dem knisternden Kaminfeuer die Geschichte eines jungen Abenteurers zu erzählen, unsere Geschichte in „Am Fluss der Zeit“.

Wir befinden uns 23 Jahre vor den Geschehnissen in „Drakensang“ und unsere erste Aufgabe besteht darin, einen Helden zu erstellen. Das ist, wenn man den bekannten, einfachen Modus wählt, schnell erledigt. Rasse und Klasse wählen, bei Bedarf die Optik anpassen und einen Namen eintippen oder generieren lassen, fertig ist der Charakter. Alternativ kann man neuerdings auch in den Experten-Modus wechseln, der die ganze Vielfalt des DSA-Charakterbogens bietet und unglaublich viele Einstellungen zulässt.

Wer sich mit der Charaktererstellung möglichst lange beschäftigen möchte, kann auf den Experten-Modus zurückgreifen.

Hier kann man sich problemlos über Stunden austoben. Zu den bisherigen 20 Klassen, in „Drakensang“ Archetypen genannt, gesellen sich der Gjalskerländer und der Geode. Der eine ist ein rauer Kämpfer in bester Wikinger-Manier, dessen Tischmanieren etwas zu wünschen übrig lassen, der aber trotzdem Grips in der Birne hat. Der zweite ist ein zwergischer Zauberer, passenderweise erdverbunden, und nicht nur ein Exot, sondern auch zwangsweise männlich.

Pilzbefall an Bord
Die erste Mission sieht für alle Archetypen gleich aus. Als abgebrannte Reisende auf einem Schiff haben wir uns zum Arbeitsdienst verpflichtet und darauf greift der Kapitän zurück, als wir das Nachtlager auf einer kleinen Insel aufschlagen. Zusammen mit der kleinen Matrosen Janah sollen wir trockene Zunderschwämme, eine Baumpilz-Sorte, finden, was sich als gar nicht so einfach herausstellt, denn anscheinend hat es bis vor kurzem geregnet. Vielleicht haben wir in einer Turmruine mehr Glück? Ein Wendeltreppe führt unter die Erde, wo wir einen Schrein des Flussvaters entdecken. Abergläubisch rühren wir ihn nach Janahs Protesten nicht an und werden wenige Sekunden später von einer gewaltigen Fledermaus überrascht. Das Spiel pausiert automatisch und Waffen werden gezückt. Kämpfe laufen rundenbasiert ab, auch wenn sie fließend und übergangslos abgespult werden. Dabei lässt sich das Geschehen jederzeit anhalten oder man nimmt eine automatisierte Auszeit nach jeder Runde um neue Befehle zu erteilen.

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