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  • Divinity 2: Flames of Vengeance

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Gespräche mit Gemüse

03.03.2010 | PC Xbox 360 | Autor: André

Ersteindruck:
70 - 83%
Selbst gespielt:
Nein

Na, was hat euch bei „Divinity II – Ego Draconis“ letztes Jahr so gefehlt? Wenn die Antwort „Mehr Erkunden, mehr Quatschen, mehr Humor und mehr sprechendes Gemüse!“ lautet, dann hat der Weihnachtsmann wohl endlich mal einen der vielen Briefe gelesen, die ihr jedes Jahr an den Nordpol geschickt habt! Denn „Divinity II“ bietet all das und eine Schippe mehr in seinem voraussichtlich um die 15 Stunden langen, für den Herbst geplanten Add-On.

Oh, wie groß ist Alleroth
Dabei lässt der Titel des Spiels nicht gerade auf besonders angenehme Zustände schließen. Nach wie vor ist Erzbösewicht Damien drauf und dran, die Welt zur Heimstatt des Bösen umzugestalten. Dass seine Idee von einem gemütlichen Zuhause eine Karriere als Inneneinrichter ausschließt, hat er bereits in Teil eins bewiesen. Insbesondere die Bewohner der großen Stadt Alleroth wissen davon ein oder zwei Liedchen zu singen. Wobei „Liedchen“ bekanntlich auch im fiktiven Mittelalter soviel bedeutet wie „Abendnachrichten“. Alleroth, im ersten Teil noch Kampfschauplatz, hat sich daher mit magischer Hilfe unter eine riesige, schützende Käseglocke zurückgezogen.

Rund 15 Stunden soll euch „Flames of Vengeance“ unterhalten. Die Story knüpft an die Geschehnisse aus dem Hauptspiel an.

Vom Himmel über der Stadt prasseln zwar unentwegt die Geschosse von Damiens fliegenden Festungen herab, doch bisher hält der Schutzzauber. Unser Held – für Besitzer des ersten Teils natürlich importierbar – wuselt derweil im Innern der Stadt umher, um sich für den unweigerlichen Gegenschlag zu rüsten. Der allergrößte Teil des Add-Ons wird daher in und vor allem auch unter der Stadt spielen – für Fans von grünen Wiesen und wehenden Feldern keine guten Nachrichten.

Wer aber früher schon immer Stadtführer in Vivec werden wollte und Dungeons gerade und insbesondere im Sommerurlaub jederzeit den Vorzug vor den Malediven geben würde, darf jetzt vor Freude ausrasten.

Thomas, die Tomate
Auch wenn die Lage nach wie vor bedrohlich ist, hat sich der Ton des Spiels insgesamt deutlich aufgeheitert. Bei unserem ersten Ausflug nach Alleroth mussten wir beispielsweise einer Gruppe von Schwerenötern helfen.

Die meiste Zeit werdet ihr euch in und unter der Stadt aufhalten. Weitläufige, unberührte Landstriche dürfte man kaum antreffen.

Die Truppe wollte eigentlich nur im Bordell der Stadt mehr oder weniger wortwörtlich „ordentlich einen drauf machen“, tat dies aber wohl ein bisschen zu ordentlich, denn wegen ihres allzu aufdringlichen Verhaltens wurden die Herren von der örtlichen Puffmutter in verschiedene Gemüsesorten verwandelt.

Allein die Gespräche mit Thomas, der Tomate, oder Ashraf, dem Kürbis, sind eigentlich skurril genug. Doch die Verwicklungen dieser Mission setzen dem Ganzen die Krone auf. Denn einerseits können wir beim Gemüse unser Gedankenlesen anwenden und so feststellen, dass wir uns ein paar ordentliche Zusatzkräfte verdienen können, indem wir es essen. Andererseits hatten wir vorher ja schon diese Unterhaltung mit einer sprechenden Tür, und das Gemüse kennt deren Passwörter. Wir könnten natürlich diese Quest auch aufschieben und der Stadtwache dabei helfen, einen riesigen, lebenden Baum zu beseitigen. Ja, auch der spricht, aber nur in einem Elfen-Dialekt, für den wir erst mal ein Wörterbuch brauchen. Das gibt’s natürlich leider nicht einfach im Antiquariat um die Ecke direkt neben „Spielefresser, Biomonster & Fanboys“.

Stattdessen müssen wir einer Theatertruppe von Geistern beispringen, nachdem der Regisseur die weibliche Hauptrolle gefeuert hat. Da wir einen männlichen Charakter spielen, heißt das: Ab zur Illusionistin und temporäre Geschlechtsumwandlung beantragen. Danach müssen wir nur noch das Drehbuch studieren und mittels Multiple-Choice-Dialogen während der Aufführung eine gute Performance hinlegen.

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