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  • Divinity 2: Ego Draconis
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Lassen Sie Ihren Drachen bitte draußen!

22.07.2009 | PC | Autor: André

Rollenspielfans lieben Drachen. Punkt. Als Kind in den 80ern wurde man ohne Gummi-Saurier und die Dino-Ausgabe von „Was ist Was“ kaum ernst genommen. Als Rollenspieler wird man auf jeder Ring-Con komisch angeschaut, wenn man große, schuppige Echsen nicht zumindest semi-erotisch findet. Trotz dieser Tatsache kommen echte, coole Drachen in den herkömmlichen Computerrollenspielen seltener vor als Dinge, mit denen Rollenspieler bedeutend weniger anfangen können, wie zum Beispiel Frauen. Die Gemeinde der Computerspiel-Entwickler weiß das. In regelmäßigen Abständen wird daher versucht, den Drachen zu melken. Jedoch nicht mit dem Unterwäschekatalog und einer Handvoll Taschentüchern, sondern mit Spielen. Hier wie dort mit wechselhaftem Ergebnis: Mal gelingt das sehr ordentlich, mal geht es in die Hose.

Den jüngsten Anlauf unternehmen dieser Tage die Larian Studios mit ihrem Action-Hack&Slash-Drachen-Rollenspiel™ „Divinity II – Ego Draconis“. Wie das Spiel „Divinity II“ heißen kann, obwohl es ja längst einen zweiten Teil gibt, können wir auch nicht beantworten. Dafür wissen wir aber, dass „Divinity II“ glücklicherweise zu den guten Drachenspielen gehört. Die belgischen Entwickler erschufen ein actionreiches Rollenspiel mit wunderschöner Grafik auf Basis der aus „Oblivion“ bekannten Gamebryo-Engine. Weite Landschaften sind ebenso garantiert wie notwendig, um einem ausgewachsenen Drachen genügend Auslauf zu bieten. Abwechslungsreiche Missionen, eine schön ausgestaltete Standardgeschichte, Entscheidungsfreiheit und ein solides Waffenarsenal sorgen für viele Spielstunden Unterhaltung. Ausgerechnet der Drachenanteil des Spiels erweist sich jedoch als Schwachstelle.

Es grünt so grüüüüün! Der Spielanfang von Divinity 2 ist super gemacht und schickt euch in ein idyllisches Tal.

Der erste Tag im Job ist der härteste
Für uns als Spieler geht es ungewohnt schnell ans Eingemachte. Die Charaktergenerierung von „Divinity II“ ist nach heutigen Maßstäben so kümmerlich wie Farbauswahl der PS3. Damit ist man zwar schneller im Spiel, aber die Püppchen-Ausstaffierer unter euch dürften hier erst mal eine Schnute ziehen.

Klassen, Rassen und anderen Schnickschnack gibt es nicht auszuwählen. Zumindest nicht hier.

Ein paar Klicks nur, und Rubbel-die-Katz steht ihr mit eurem Recken an einem idyllischen Flusslauf und joggt zwischen Blumen und Gräsern einen schmalen Gebirgspfad empor. Die schöne Atmosphäre wird von einem wirklich gut gemachten, dynamischen Soundtrack getragen, der sich nur vorwerfen lassen muss, ab und an zum falschen Zeitpunkt das musikalische Ambiente zu wechseln. Das Ziel unseres ersten Ausflugs in der Welt von Rivellon ist ein Ausbildungslager der Drachentöter. Denn, so will es die Hintergrundgeschichte, wir sind ein Mitglied jenes gut ausgebildeten Ordens, der sich die Vernichtung der großen Flugechsen auf die Fahnen geschrieben hat. Weil sich so ein Drache aber nicht so leicht erlegen lässt wie die paar Hasen, die wir auf dem Weg zum Ausbildungslager in den Fluss gekickt haben, gilt es erst mal ein paar Grundlagen zu schaffen. Neben der Fähigkeit Gedanken zu lesen und Geister zu sehen können wir per Crash-Kurs Fernkampf, Nahkampf oder Magie erlernen. Damit seid ihr jedoch nicht auf eine Klasse festgelegt, sondern bestimmt lediglich die Startwerte eurer Attribute Geschicklichkeit, Stärke, Intelligenz, Willenskraft und Lebenskraft. Wenn ihr bei Nahkampfmeistern in die Schule geht, müsst ihr eben hinterher einige Erfahrungsstufen lang in euren Intelligenzwert investieren, um doch noch als Magier zu taugen.

Das Design der Gegner ist überraschend gut gelungen und weicht häufig von den üblichen Fantasy-Klischees ab.

Halten Sie so lange den Parkplatz frei!
Kaum haben wir unsere Grundausbildung absolviert, geht es auch schon auf Drachenjagd. Zumindest für unsere Ordenskollegen. Weil wir noch zu grün sind, werden wir lieber im Dorf abgestellt, wo wir das mittelalterliche Äquivalent von Kaffeekochen und Druckerkartuschenwechseln erledigen dürfen: Einstiegsquests. Gerade in diesem ersten, großen Spielabschnitt zeigt sich „Divinity II“ von seiner besten Seite. Rings um das kleine Dörflein gibt es viele idyllische Wiesen, in denen wir Wildschweine und Goblins aufmischen können. Es gibt ein gutes Dutzend interessanter Charaktere zu treffen, die alle ein paar schöne Quests im Angebot haben. Besonders lobenswert ist dabei, wie sehr sich „Divinity“ darum bemüht, euch immer wieder Entscheidungen fällen zu lassen. Das fängt mit den Questbelohnungen an, bei denen ihr neben einem Pflichtteil auch stets zwischen ein paar Extras auswählen könnt. Es endet aber vor allem bei Quests, die euch gleich mehrere Lösungen und Vorgehensweisen gestatten.

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