Divinity 2: Ego Draconis
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- Publisher: dtp
- Entwickler: Larian Studios
- Genre: Rollenspiel
- Release: 24.07.2009
Selbst Schuppenshampoo ist machtlos
03.07.2009 |
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Autor: André
Als jungem Mann in einer Fantasy-Welt stehen einem bei der Berufswahl nicht viele Türen offen. Neben dem des Zaubertrank-Händlers und Erzschurken kann man noch den Weg des verzichtbaren Gehilfen einschlagen oder sich als Held versuchen. Letzteres natürlich nur, wenn die Schulnoten so richtig im Keller sind. Denn als Held, zum Beispiel in der Welt Rivellon, hat man meistens ziemlich viel Arbeit und leidlich wenig Hilfe. So auch unser junger Recke, der in der ziemlich dürftigen Charakter-Erstellung mit dem klingenden Namen „Kewl Slayer“ versehen wurde.
Unser Mann Kewl ist frisch in den Orden der Drachentöter eingetreten, um … na ja, eben um Drachen zu töten. Die sind bekanntlich groß, gefährlich und so schuppig wie die Haare eines Chemielehrers über 50. Alles gute Gründe, sie zu jagen und zu töten. Aber bevor Kewl zum ersten Mal seinen kalten Stahl ins pochende Herz eines Drachen schlagen darf, muss er erst mal seine Ausbildung vollenden. Die Drachentöter haben dafür eine eigene kleine Burg, und genau da beginnt auch unser Abenteuer.
„Divinity II“ zaubert wunderschöne Landschaften auf den Schirm. Besonders die volumetrischen Lichteffekte setzt es gekonnt ein.
Vorbei an einem idyllischen Flusslauf geht es hoch zum Trainingslager, wo verschiedene Lehrmeister bereits geduldig auf uns warten. Da es reichlich mädchenhaft wäre, einen ausgewachsenen Drachen mit dem Bogen zu jagen, lassen wir uns natürlich den Schwertkampf beibringen. Auch magische Talente lassen sich erlernen. Welche Wahl ihr hier trefft, beeinflusst aber ohnehin nur eure Grundausrichtung im Spiel.
Ansonsten ist „Divinity II“ als klassenloses Spiel angelegt. Je nachdem, wie ihr beim Stufenanstieg eure Erfahrungspunkte verteilt, wirft auch Schwertkämpfer Kewl hinterher mit Feuerbällen und Blitzen um sich, wie wir es von den ganzen coolen Magiern kennen.
Klassenlose Gesellschaft
Neben unserem Nahkampftraining bekommen wir außerdem von der Ordens-Kräuterhexe eine übersinnliche Gabe spendiert. Als Drachentöter kann man nämlich Gedanken lesen und sogar Geister sehen. Der einzige Nachteil: Unsere Augen bekommen dadurch einen silbernen Schimmer, der jeden Augenchirurgen sofort zum Skalpell greifen ließe. In der Gothic-Disco um die Ecke spart ihr euch dafür das Reinfummeln der Spezial-Kontaktlinsen. Praktisch auch, dass fortan bei jedem Gespräch die Option besteht, die Gedanken des Gegenübers zu lesen.
Darauf hätten wir gern verzichtet: Als Drachentöter kann man in die Spektralwelt blicken und die Geister Verstorbener sehen.
Den Hauptbestandteil des Spiels machen natürlich die klassischen Kämpfe aus. „Divinity II“ setzt hier auf eine sehr actionreiche Variante des typischen Kampf-Gewürfels. Ob Kewl Slayer im Nahkampf die Hosen über den Kopf gezogen bekommt oder seinen Gegnern eine Rasur Marke „Sweeney Todd“ verpasst, hängt natürlich von seinen Attributen und der Qualität seiner Ausrüstung ab. Aber auch Geschick verhilft zum Sieg. Manchem Feuerball kann man tatsächlich ausweichen, und durch kleine Tastaturkombos lassen sich stärkere Attacken auslösen. Angenehm ist, dass sich „Divinity II“ bemüht, den Spieler vor allem für den erfolgreichen Abschluss von Missionen zu belohnen. Eine absolvierte Quest spült gerade zu Anfang deutlich mehr Erfahrung in unsere Kasse als ein Massaker an der örtlichen Wildschwein-Population. Dass „Divinity“ keinen großen Wert darauf legt, seinen Spieler zum „Grinden“ zu zwingen, sieht man auch daran, dass in vielen Arealen, die ihr bereist, die Gegner gar nicht respawnen. Das klassische „Hochgrinden“ der Erfahrungsstufe, indem man immer und immer wieder die gleichen Gegner niederstreckt, ist dadurch gar nicht möglich.




