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  • Die Sims - Inselgeschichten
  • PC
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Eine Insel mit zwei Mausklicks

13.02.2008 | PC | Autor: Martin Weber

Oh Schreck! Da haben sich unsere selbst erstellten Sims so auf ihren Urlaub gefreut, und dann stranden sie mutterseelenallein auf einer urwüchsigen Insel! Zumindest gibt es hier keine gefährlichen wilden Tiere, keine feindlichen Menschen, keine mysteriösen Schächte, und es wird auch niemand von Unglück bringenden Lottozahlen verfolgt. Hier ist trotz der Havarie die Welt noch irgendwie in Ordnung. Und die Sims wären nicht die sympathischen und emsigen Figuren, die sie nun einmal sind, wenn sie nicht sofort anfingen, ihr Schicksal in die Hände des Spielers zu legen, der sie dann Gebäude bauen lassen darf und ein waches Auge auf seine Schützlinge haben soll. Wie immer gibt der große Lenker hinter der Tastatur das Tempo an, in dem sich etwas in der Sims-Welt tut, z. B. wann gegessen wird – und sogar, wann sie auf Klo gehen sollen. Nun gibt es auf der Insel zwar keine Klos, aber es gibt jede Menge Dickicht.

Als Eigenheime fungieren Bambusäste und Palmenblätter, und statt den Pizzaservice zu rufen pflückt man sich gesundes Obst von den Bäumen. Irgendwie ist das Leben als Gestrandeter auch nicht anders als in der Zivilisation. Irgendein Tagewerk ist immer zu verrichten, bekanntlich ist man nicht zum Nichtstun geboren. Die Spielidee und die Sims selbst geistern schon einige Jahre über die heimischen PC-Monitore. Vor allem bei der weiblichen Spielerschaft genießen die virtuellen Menschen einen hervorragenden Ruf. Klarer Fall, denn ein digitales Puppenhaus besitzt auch im Erwachsenenalter einen gewissen Reiz bei zahlreichen Zockerinnen. Aber auch jugendliche Gamer haben ihren Spaß daran, dass endlich einmal Erwachsene nach ihrer Pfeife tanzen. Nicht zuletzt halten die kleinen Aufgaben immer wieder als Zeitvertreib her, ähnlich einer interaktiven Seifenoper. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig; kein Eigenheim ähnelt den anderen. Innen- und Außenarchitekten sind kaum Grenzen gesetzt. Das alles dürfte wohl den Erfolg und die damit verbundenen Add-Ons erklären. Damit es in der Welt der Sims nicht langweilig wird, kann man seit geraumer Zeit mit der „Stories“-Serie auch Geschichten im Mikrokosmos der simulierten Lebensformen nachspielen.

Sommer, Sonne Strand und Sims
Als Schiffbrüchiger kommt man ohne Unterkunft oder Nahrung auf der Insel an. Die Grundbegriffe des Überlebens in der Wildnis sind den Sims aber dennoch geläufig. Wahrscheinlich haben sie alle in ihrer Kindheit das Survival-Handbuch aus den „Yps“-Heften gelesen. So kümmert man sich anfangs um eine behelfsmäßige Unterkunft, die aus ein paar Ästen und großen Blättern besteht.

Das x-te Mal
Noch immer kann das typische „Sims“-Flair motivieren. Tiefgründige Stories darf man von den „Inselgeschichten“ aber nicht erwarten.

Dass sich aber bei den Eigenbauten solche Knaller-Bezeichnungen wie „Schlafcouch Murmeltier“ finden, ist nur mit der fortschreitenden Expansion bekannter Möbelhäuser selbst in die entlegensten Winkel der Erde zu erklären. Je häufiger man bestimmte Tätigkeiten wie Bauen, Kochen oder Jagen ausführt, desto versierter wird man und kann bald schon ein üppiges Menü zusammenkochen oder größere Fische harpunieren. Auch die Behausung wird dabei immer komfortabler.

Zwei verschiedene Stories gibt es auf der Insel zu erleben. Zuerst ist man als Single komplett auf sich allein gestellt und muss zusehen, wie man sein Leben ohne fremde Hilfe meistert, bevor man sich auf die Suche nach anderen Bewohnern macht.

Wilde Tiere machen sich allerdings immer wieder über die Lebensmittelvorräte her, verwüsten die Bambushütte oder lassen einen nicht in bestimmte Bereiche vordringen. Eine Hauerei mit den ansässigen Orang-Utans ist dabei allerdings köstlich anzuschauen und erinnert an den Slapstick aus diversen Comic-Strips. Wenn man dann andere Überlebende trifft, muss man ihnen helfen, ihr Leben ebenfalls so gut zu meistern, wie man es selbst schon in den vorherigen Kapiteln getan hat. Man ist ihnen beim Holzsammeln behilflich, besorgt ihnen verloren gegangene Gegenstände und steht immerzu in Kontakt mit ihnen.

Urlaubskulisse
Die Inselwelt ist nett umgesetzt und lädt zu Ausflügen ein. Davon abgesehen nagt der Zahn der Zeit an der Technik.

30 Kapitel beinhaltet eine Geschichte, wobei ein Kapitel meistens eine Aktion oder Aufgabe umfasst. Das ist nicht so lang, wie es sich anhören mag; insgesamt ist man mit etwa sechs bis acht Stunden pro Geschichte dabei – und das auch nur, wenn man sehr rumtrödelt. Die meiste Zeit nehmen in den einzelnen Tasks sowieso die Laufwege ein. Die Insel ist größer, als man denken mag. Dadurch kommt dann und wann auch schon mehr Langeweile auf als in den voran gegangenen Episoden. Die zweite Geschichte gibt dann den Startschuss zum freien Spiel. Man muss zusehen, wie man sein Leben auf die neuen Umstände einstellt, und lange genug in der Wildnis überleben. Abgesehen von den rauflustigen Affen braucht man aber nichts zu befürchten. „Inselgeschichten“ bleiben gemäß der Sims-Tradition stets familientauglich.

Gebrabbel unter Palmen
Wie man es von „die Sims“ gewohnt ist, steht zur Steuerung ein Interface zur Verfügung, das selbst Neulingen in nicht allzu langer Zeit die Funktionen näher bringt. In der Interface-Konsole sind alle Befehle aufgeführt, die den Sim das Kochen, Bauen oder andere Aktionen bewerkstelligen lassen. Einziger Unterschied zu den anderen Teilen ist der Zeitanzeiger. Dass die Uhren auf einer Insel nun einmal anders ticken, versteht sich von selbst. Deshalb sind hier der Stand der Sonne und des Mondes angezeigt. Das dürfte erfahrene Simsisten aber wohl kaum in arge Handhabungsnöte bringen. Vielmehr ist es ein realistischer Einschub zur Atoll-Thematik. Die setzt sich natürlich auch in den Hintergründen fort. Feiner Sandstrand, üppige Palmenvegetation und rauschendes Meer prägen hier das Bild anstelle von Selbstbau-Eigenheimen, Straßen oder Einkaufstempeln. Abgesehen von den schön glitzernden Wassereffekten und einigen Make-up-Behandlungen sieht man allmählich aber schon das Alter der Optik-Engine. Vielleicht wird es demnächst doch mal an der Zeit sein, ein generalüberholtes Spiel anstelle eines weiteren Add-Ons oder einer Stand-Alone-Story herauszubringen. Gelungen ist auch dieses Mal wieder die musikalische Auswahl. Karibische Rhythmen wie Calypso oder Reggae werden poppig aufbereitet und machen schon jetzt Lust auf den Sommer. Natürlich dürfen auch die Dschungelgeräusche nicht fehlen, die man sich auf einem solch einsamen Eiland vorstellt. Eine für uns Menschen verständliche Sprache hat man natürlich auch bei den Inselgeschichten nicht eingebaut. Nach wie vor verständigen sich die drolligen Pixelmännchen in ihrem liebenswerten Kauderwelsch. Eingefleischte Fans werden sich dementsprechend schnell wohl fühlen und drauflos spielen können. Man hatte zwar nicht ernsthaft erwartet, dass sich die neue Story der Sims ganz und gar von den anderen Szenarien der Serie abheben und ein Feuerwerk der neuartigen Einfälle abbrennen würde. Allerdings fischt „Die Sims: Inselgeschichten“ bisweilen schon ein ums andere Mal in allzu seichten Gewässern, was dem Gute-Laune-Gaming aber sicherlich nicht abträglich ist.

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