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  • Company of Heroes: Tales of Valor

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Direktes Feuer!

19.03.2009 | PC | Autor: Hauke

Ersteindruck:
75 - 84%
Selbst gespielt:
Nein

Hobbystrategen feiern derzeit Geburtstag, Weihnachten und Ostern in einem: Mit „Warhammer 40.000 – Dawn of War II“, „Empire: Total War“, „World in Conflict: Soviet Assault“ und „Codename Panzers: Cold War“ sind innerhalb weniger Wochen einige hervorragende Titel erschienen. Bei THQ und Relic scheint man sich allerdings nicht auf den frisch geernteten Lorbeeren auszuruhen, denn nach der erfolgreichen Veröffentlichung von „Dawn of War II“ laufen die Vorbereitungen für den Verkaufsstart der eigenständig lauffähigen „Company of Heroes“-Erweiterung „Tales of Valor“ auf Hochtouren. Das Echzeitstrategiespiel ist zwar inzwischen stolze zweieinhalb Jahre alt, hat damals allerdings sehr frischen Wind in das ansonsten so verbrauchte Zweiter-Weltkrieg-Szenario gebracht. Das Spiel paarte die historische Spielumgebung mit den modernen Spielmechaniken aus „Dawn of War“ und nutzte als einer der ersten Titel nach einem Patch Direct-X10-Technologien.

Shultz jetzt!
Nach dem ersten Add-On „Opposing Fronts“ werden nun keine neuen Armeen mehr geboten; stattdessen gibt es drei neue Kampagnen, einen Direktfeuer-Modus, neue Einheiten und Inhalte für den nach wie vor sehr beliebten Mehrspielermodus. Drei neue Feldzüge klingen zunächst nach langfristigem Spielspaß, letztendlich bieten die Missionen aber auch nicht mehr Umfang als das recht schmal geratene – obwohl gute – „Soviet Assault“. Der Spieler kontrolliert dabei deutsche Truppen, die in der von uns angespielten englischen Fassung dank ihres hanebüchenen Denglish eine unfreiwillige Komik an den Tag legen, die selbst die lustigen Adventure-Viven Edna und Mona in den Schatten stellt.

Runde Erweiterung
Neben neuen Kampagnen und Einheiten enthält „Tales of Valor“ unter anderem auch neue Modi für die Multiplayer-Gefechte.

Neben falsch geschriebenen Namen wie „Shultz“ bleibt bei Aussprüchen im Stil von „Fire the Kanone, verdammte Scheiße“ kein Auge trocken. Da kann man nur hoffen, dass die deutsche Version eine geglücktere Sprachausgabe spendiert bekommt. Laut THQ werden entgegen unserer vorigen Vermutung übrigens alle Trefferanimationen übernommen, die in der Originalfassung getroffene Gegner durch die Luft wirbeln lassen und Einschläge von Panzergranaten mit abgerissenen Gliedmaßen quittieren.

Neues an der Westfront
Die erste Kampagne führt den Spieler in das Gebiet der Bocages, der berüchtigten Wallhecken in der Normandie, die für Panzer nahezu unpassierbar sind. Da passt es nur zu gut, dass sich die Aufträge hier um die Mannschaft eines Tiger-Panzers drehen.

In der ersten Mission steuert man das Stahlungeheuer durch Frankreich und hat leichtes Spiel mit den zahlenmäßig haushoch überlegenen Gegnern. Zwar stehen immer wieder Reparaturen an, das gewaltige Geschütz und die dicke Panzerung sorgen jedoch dafür, dass man sich keine ernsthaften Sorgen machen muss. Die perfekten Voraussetzungen also, um sich mit dem neuen Direktfeuermodus auseinanderzusetzen. Wie schon im Taktik-Klassiker „Soldiers: Heroes of World War II“ kann man das Feuer der Einheiten direkt lenken. Per Mausklick auf das entsprechende Icon oder durch Druck auf die Taste D wird das neue Steuerungselement aktiviert oder wieder abgeschaltet. Ist der Modus aktiv, richten sich die Geschütztürme der Panzer oder auch die Fußsoldaten in Richtung des Cursors aus und feuern per Mausklick, Nachladezeiten werden als Kreisdiagramm um das Fadenkreuz angezeigt.

Klasse statt Masse
Wie schon das Hauptspiel fokussiert sich „Tales of Valor“ auf taktisch anspruchsvolle Missionen mit wenigen Einheiten.

Als praktischen Vorteil kann man die größere Kontrolle über das Verhalten der Einheiten und das actionreichere Spielgefühl bewerten, veränderte Trefferquoten ließen sich während unserer Vorschauphase allerdings nicht feststellen.

Panzer, Soldat, Basis
Wie schon im Hauptspiel liegt der Fokus auf Schlachten mit wenigen Einheiten. In der ersten Kampagne dreht sich alles um die bereits erwähnte Panzerbesatzung, im zweiten Feldzug steuert der Spieler vornehmlich Infanteristen, und in der dritten Geschichte kommt die Aushebung neuer Truppen hinzu. Durch das Erfüllen von Teilmissionen und gewonnene Scharmützel erhält der Spieler Erfahrungspunkte, die sich je nach Kampagne anders einsetzen lassen. Die Panzer bekommen zur panzerbrechenden noch Explosivmunition hinzu und können schneller, genauer oder auch weiter feuern. Bei den Fußtruppen werden Phosphorgranaten in die Munitionstasche gesteckt, Magazine vergrößert und wird Zielwasser getrunken. Im Großen und Ganzen bleibt allerdings alles beim Alten.

Im Mehrspielermodus gibt es neben dem klassischen Match und dem Skirmish-Modus jetzt Operation: Stonewall, Operation: Panzerkrieg und Operation: Assault als neue Optionen. Beim Steinwall gilt es, zusammen mit dem Team das Hauptquartier gegen immer neue Feindeswellen zu verteidigen. Im Panzerkrieg hingegen steuert jeder Spieler nur einen einzigen Panzer, und die Teilnehmer treten gegeneinander an. Zu guter Letzt dreht der Angriffsmodus den Spieß des Steinmauermodus um, der Spieler muss die feindliche Basis einnehmen.

Dank der guten Grafik des ursprünglichen Spieles und der hervorragenden Physikengine sorgen die Gefechte nach wie vor für Hingucker am Monitor, und gerade Fans des Originals dürfen sich nach den Ausflügen in die Zukunft, die alternative jüngere Geschichte und das imperiale Zeitalter schon wieder darauf freuen, an die Fronten des Zweiten Weltkrieges zurückzukehren.