- Command & Conquer 3: Kanes Rache
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- Publisher: Electronic Arts
- Entwickler: Electronic Arts
- Genre: Echtzeitstrategie
- Release: 27.03.2008
Kane ist tot, es lebe Kane!
02.04.2008 |
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Autor: Hauke
Kaum eine Strategiespielserie erhält bei Neuveröffentlichungen so viel Aufmerksamkeit wie „Command & Conquer“. Kein Wunder, schließlich hat Westwood 1995 mit „Tiberium Dawn“ die Erfolgswelle der Echtzeitstrategie ins Rollen gebracht. Seine hervorragende Bedienbarkeit hat es seinerzeit von „Dune II“ geerbt. Auswahlboxen ließen die Steuerung mehrerer Einheiten gleichzeitig zu, und das selbsterklärende Interface sorgte dafür, dass man praktisch ohne Vorkenntnisse erste Siege davontragen konnte. Doch die Ursache des Erfolges war wohl eher in der Hintergrundgeschichte zu suchen.
Auf der Erde taucht das geheimnisvolle Mineral Tiberium auf, das einerseits gewaltige Energievorräte bietet, mit seiner Toxizität andererseits die Menschheit gefährdet. Zwei Parteien, die Globale Defensiv Initiative und die Bruderschaft von Nod streiten um die Verwendung der Ressource, und ein epischer Kampf entbrennt, der 2007 in den Tiberiumkriegen auf dem heimischen Rechner gipfelt. Die GDI versetzte der Bruderschaft einen scheinbar tödlichen Schlag und servierte die neue, dritte Konfliktpartei, die außerirdischen Scrin, gleich mit ab. Zur Freude der GDI und dem Leidwesen der Fans der Serie segnete Oberschurke Kane das Zeitliche.
Ich hab' die Haare schön
Um so größer dürfte die Erleichterung sein, wenn Kane im ersten Add-On zu „Tiberium Wars“ wieder in gewohnt trashiger Manier über die Mattscheibe flimmert. Doch wie sieht der Ärmste nur aus? Statt der glattpolierten Glatze ziert blankes Metall sein Haupt, und das halbe Gesicht wird von Apparaturen entstellt: Das Phantom der Oper hat den Sprung ins Jahr 2043 geschafft. Doch die Auferstehung des Kojak-Verschnittes ist nicht der einzige Glanzpunkt von „Kanes Rache“. Neben den obligatorischen neuen Einheiten sticht vor allem der Modus „Globale Eroberung“ ins Auge. Hier verlässt „Command & Conquer“ sein angestammtes Genre, schneidet sich eine ritterliche Scheibe von „Medieval“ ab und wirft einen taktischen Rundenmodus ins Rennen. Ihr habt richtig gelesen: GDI, Nod und Scrin bekämpfen sich Runde für Runde auf globaler Ebene. Dabei blickt der Spieler auf eine Weltkarte mit einigen Städten und der Anfangsbasis seiner Fraktion. Über das gewohnt simple Interface lassen sich Kampfgruppen ausbilden, Basen verbessern und natürlich Truppen verlegen. Das nötige Einkommen, um die anfallenden Kosten zu decken, bekommen wir über Basen und die Städte in deren Einflussgebiet. Klar, dass zahlreiche Stützpunkte den Schlüssel zum Erfolg darstellen.
Kane ist zurück!
Die neue, umfangreiche Kampagne wird von einer spannenden Geschichte begleitet und bietet genug Abwechslung.
Zwischen den Armeelagern lassen sich unsere Truppen schnell und unkompliziert transportieren. Möchten wir hingegen einen neuen Kontinent betreten, kommen wir um die Verschiffung zwischen zwei Hafenstädten nicht herum.
Der Weg zum Sieg
Geraten die eigenen Truppen in feindliche Einflussgebiete, werden die gegnerischen Verbände in der Nähe aufgedeckt und der Konflikt droht auszubrechen.
Verfügen wir über Stützpunkte mit Supergebäuden wie dem Kontrollzentrum der Ionenkanone, lassen sich Zielgebiete fachgerecht sturmreif schießen. Betreten unsere Soldaten dann feindliches Gebiet, müssen wir uns entscheiden, ob die KI die Schlacht für uns führen soll oder ob wir selbst ein Echtzeitscharmützel befehligen. Diese finden auf den Mehrspielerkarten im Gefechtsmodus statt. Neben der Option des militärischen Sieges kann jede Partei ein individuelles Alternativziel erreichen, um den Kampf um die Weltherrschaft für sich zu entscheiden.
Die GDI muss 33% der Erde unter ihren Einfluss bringen, die Bruderschaft muss in 24 Städten für Unruhen sorgen, und die Scrin müssen Brückenköpfe errichten, um erfolgreich zu invasieren. In der Kampagne führt der Weg zum Sieg wie gewohnt über das Abarbeiten der vorgegebenen Ziele in den einzelnen Missionen.
Der Weg zum Sieg
Auf der Seite der beinahe vernichteten Bruderschaft beginnen wir die erste von 13 Missionen in Rio de Janeiro. Die Bürger der südamerikanischen Metropole leben in Armut und stehen kurz vor einer Rebellion gegen die Verwaltung durch die GDI. Es ist unsere Aufgabe, das Pulverfass zum Explodieren zu bringen und den berüchtigten Ruf der Bruderschaft von Nod wiederherzustellen. Leider haben sich ehemals treue Gefährten in der Zeit von Kanes Abwesenheit gegen die Bruderschaft gewandt und müssen wieder zum wahren Glauben geführt werden. Jede der drei bekannten Parteien bekommt im Add-On zwei zusätzliche Untergruppierungen spendiert, die jeweils spezialisiert sind. So lehnen die Reaper-17 der Scrins den Einsatz von Gedankenkontrolle und Flugeinheiten kategorisch ab, können dafür aber mit dem Reaper Tripod einen kampfstarken Walker in die Schlacht schicken, der selbst den gefürchteten Scrin-Annihilator übertrumpft. Insgesamt fügt „Kanes Rache“ dem Spiel 31 neue Einheiten sowie zahlreiche Gebäude und Upgrades hinzu.
Gemeinsam in die Schlacht
Die Geschichte erstreckt sich insgesamt über drei Akte, wobei einige Lücken im bisher bekannten Storyverlauf geschlossen werden. Neben der Kampagne, den Gefechten gegen die KI auf den Mehrspielerkarten und dem Globalen Eroberungsmodus können wir im Multiplayermodus natürlich auch gegen menschliche Gegner antreten. Insgesamt stehen dafür 60 Karten zur Verfügung, auf denen sich bis zu acht Spieler klar zum Gefecht melden können. Technisch bleibt dabei alles beim Alten. Die Optik gehört nach wie vor zum Besten, was das Genre zu bieten hat. Abstriche sind wie gewohnt bei der KI zu machen. Waren es früher traditionell die Tiberiumernter, die an Engpässen für ärgerliche Blockaden sorgten, ist es inzwischen die automatische Einheitenpositionierung. Auf den Gefechtskarten sollte zu Rundenbeginn der erste Blick den Infanteristen gelten, da diese häufig mitten in Tiberiumfeldern platziert werden und dort einen langsamen, qualvollen Tod sterben. Außerdem ist die KI wie schon im Hauptspiel allwissend. Außenposten, besetzte Pässe und ähnlich wichtige Positionen werden bevorzugt angegriffen. Im Großen und Ganzen bleibt aber wenig Raum für Kritik; besonders die Videosequenzen mit Joe Kucan als Kane und Natasha Henstridge (Keine Halben Sachen I&II, Species I-III) reißen dank ihres charmanten Trashfaktors einmal mehr mit.



