Civilization Revolution
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- Publisher: 2K Games
- Entwickler: Firaxis
- Genre: Rundenbasierte Strategie
- Release: 13.06.2008
Weltherrschaft leicht gemacht!
16.06.2008 |
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Autor: Frank
Kampf der Kulturen
Auf dem Weg zur Weltmacht und durch die Spielrunden geht es nicht nur darum, Städte zu gründen oder Technologien zu erforschen, sondern auch immer wieder um handfeste Völkerkriege. Ohne eine passende Militärmacht kann man halt nur wenig erreichen, was sich schon in der Anfangsphase zeigt. Mit einigen Kriegern erkunden wir die Weltkarte und lüften nach und nach den Nebel des Krieges. Dörfer mit Eingeborenen bieten uns nützliches Wissen, während Barbaren eine lukrative Plage sein können. Die umherziehenden Banden können zwar lästig sein, doch in ihren Dörfern finden wir stets einen kleinen Goldschatz, mit dem wir Straßen kaufen oder eine Produktion abschließen dürfen.
Jede Stadt besitzt nämlich eine Bauleiste, in der wir Einheiten, Gebäude oder sogar Weltwunder in Auftrag geben können. Das Stadt-Management läuft in „Revolution“ fast automatisch ab; wir müssen nur noch unseren Bauwunsch einstellen. Die Bürger bestellen dabei die Felder um die Stadt herum selbstständig, so dass wir möglichst viel Produktionskraft, Nahrung, Gold oder Forschung erhalten. Das aufwändige Erschließen von Gebieten und der Straßenbau, wie man sie aus früheren „Civ“-Titeln kennt, sind nun automatisiert, was eine willkommene Zeitersparnis bietet. Also konzentrieren wir uns auf den Bau von Schiffen oder Siedlungen und sorgen dafür, dass unsere Bevölkerung glücklich und zivilisiert lebt.
Beim Erkunden der Welt dürfen wir besonderen Gebieten wie Ebenen, Bergen oder Flüssen sogar Namen geben, wobei man, wie beim Städtebau, einen aus drei Namens-Vorschlägen auswählt oder direkt einen eigenen Namen eintippt.
Die Kämpfe sind angenehm übersichtlich. Auch die Steuerung kann überzeugen und geht für einen „Civ“-Titel recht flott von der Hand.
Je mächtiger und kultivierter unsere Nation wird, desto eher wollen uns die neidischen Nachbarn ein Bein stellen. So kann es passieren, dass Saladin, Caesar oder Bismarck angelaufen kommen und uns mit Krieg drohen, wenn wir nicht bestimmte Forderungen erfüllen. Da ist es dann auch eine Ironie der Geschichte, wenn Lincoln von unserer chinesischen Spielfigur Mao das Wissen der Demokratie fordert.
Die Diplomatie ist dabei in „Revolution“ relativ einfach gehalten und bei weitem nicht so ausladend wie die üppigen Oberweiten der weiblichen Herrscherinnen – wer so schön wie Isabella von Spanien oder Katherina die Große ist, der darf uns gerne den Krieg erklären!
Im Kampf zeichnen sich unsere Einheiten durch einen Verteidigungs- und Angriffswert aus, was einen guten Blick auf den Ausgang der Schlacht bietet. Einheiten können zudem an Erfahrung gewinnen, sich dadurch spezialisieren und sogar zu Armeen zusammenschließen.
Haben wir drei Einheiten des gleichen Typs auf einem Feld, so verbinden wir sie auf einen Klick zu einer schlagkräftigen Gruppe, was nicht nur unsere Siegeschancen erhöht, sondern auch das aufwändige Herumschieben von Truppen vereinfacht. Einfach und absolut gelungen ist auch die Steuerung, welche bequem über die Analog-Sticks und Tasten zu beherrschen ist.
Aufstieg und Niedergang
Egal, wie der Kampf ausgeht, am Ende von „Revolution“ steht einer im Licht und die anderen Völker stehen im Schatten oder liegen tot im Staub der Geschichte. Das komplexe, aber auch reizvolle Mikro-Management von Städten hat Firaxis der Einfachheit wegen über Bord geworfen, und für erfahrene PC-Spieler wirkt das Spiel eher wie ein „Civilization light“. Spielte die Religion in „Civ IV“ noch eine entscheidende Rolle für den Kulturkonflikt, so findet sich dieses Feature nun gar nicht mehr im Spiel.
Traditionell besitzt auch „Civ Revolution“ einen hohen Wiederspielwert. Für zusätzliche Motivation sorgt zudem der gelungene Mehrspielerpart.
Die Zahl der Einheiten wurde auf 31 reduziert, wobei in dieser Zahl auch die Siedler, Spione, Karawanen und die Grundtypen der Großen Persönlichkeiten enthalten sind. Große Persönlichkeiten sind historische Personen, die in aufblühenden Städten erscheinen und je nach Typ nützliche Boni bringen. Das Konzept, dass bestimmte Gebäude andere Bauwerke unnütz machen, wurde auch halb begraben, denn abgesehen von nur 21 Weltwundern gibt es lediglich 18 Bauwerke, die eine Stadt schmücken und mit Boni versorgen können. Bei dieser Konsolen-Entwicklung wurde also viel wegrationalisiert. Neulinge werden die vielen fehlenden Features aber nicht vermissen, denn „Revolution“ ist in sich stimmig und bringt mit seinen Einsparungen auch nennenswerte Vorteile mit sich. Dauerte früher eine Partie noch mehrere Tage, so ist man nun mit drei bis fünf Stunden gut versorgt. Die kurze Zeit von Aufstieg und Niedergang wirkt sich vor allem auf den Mehrspieler-Modus aus, der nicht nur Headset und Kamera unterstützt, sondern auch fehlende Spieler gut per KI ersetzen kann.
Springt mal ein Mitspieler ab und loggt sich aus, müssen die anderen nicht in den sauren Apfel beißen, sondern können mit der CPU oder einen menschlichen Spieler aus dem Xbox-Live-Network als Ersatz weiterspielen. Die üblichen Ranglisten und Achievements dürfen dabei natürlich nicht fehlen, jedoch müssen Freunde von aussagekräftigen Statistiken diesmal ins leere Schauen. Mit ausufernden Daten und Kleinigkeiten hat „Revolution“ nichts am Hut. Hier hat Sid Meier lieber auf Dynamik und das große Ganze gesetzt, wobei diese Rechnung voll und ganz aufgeht. Dieses „Civilization“ macht nicht nur Spaß, sondern auch richtig schön süchtig.




