KOINS
Krawall
K-Play
K-Files
K-Foren
Kwiz
K-Syndicates Anstoss K-Syndicates

KGN – Krawall Gaming NetworkKGN – Krawall Gaming NetworkKGN – Krawall Gaming Network

PC PC (inaktiv)
Xbox Xbox (inaktiv)
Xbox 360 Xbox 360 (inaktiv)
Playstation 2 Playstation 2 (inaktiv)
Playstation 3 Playstation 3 (inaktiv)
GameCube GameCube (inaktiv)
Wii Wii (inaktiv)
alles
nur PC
nur Konsolen
eigene Auswahl
Tipp: Du kannst unsere Inhalte nach deinen Wünschen filtern. Klicke dazu auf eine der Schaltflächen oder pass den Filter individuell an.
PC
Xbox
Xbox 360
Playstation 2
Playstation 3
GameCube
Wii
Achtung! Alle Inhalte zu nicht ausgewählten Plattformen werden dir nicht mehr angezeigt. Du kannst die Einstellung jederzeit ändern.
übernehmen
anpassen

Deine gewählten Einstellungen werden gespeichert...


  • Civilization IV: Colonization
  • PC
Artikelbewertung: (Bewerten weiter unten)

Auf zu alten Ufern

30.09.2008 | PC | Autor: Hauke

Colonization“ sind nur einige Titel, die die Handschrift des Großmeisters tragen. In den letzten Jahren wurden ein paar der alten Juwelen aus der Spielekiste ordentlich entstaubt und in zeitgemäßen Aufmachungen als Remakes veröffentlicht. Diese Wiedergeburt ist jetzt auch dem altehrwürdigen Strategiespiel über die Kolonisierung Amerikas vergönnt. Das Original ist mittlerweile 14 Jahre alt und wurde vom vermeintlich großen Bruder „Civilization“, das inzwischen in der vierten Auflage vorliegt, in den Schatten gestellt. Zu Unrecht, denn die Gewichtungen der Spielmechaniken unterscheiden sich deutlich voneinander.

Sind die beiden Geschwister?
„Colonization“ sah im Jahr 1994 ein wenig wie „Civilization“ aus, und daran ändert sich auch heutzutage nichts. Nicht umsonst beweist der vollständige Titel des Remakes Bandwurmqualitäten. „Civilization 4: Colonization“ ist ein eigenständiges Spiel, das seinem Bruder zwar ähnlich sieht und auf dessen Engine basiert, sich aber im Detail völlig anders spielt. Anstatt in der Steinzeit beginnen unsere territorialen Ansprüche im Jahr 1492. Ein verirrter Seefahrer aus Genua landet im Auftrag der spanischen Krone in der Karibik und ist sich sicher, Indien gefunden zu haben. Wir wissen es im Auftrag Spaniens, der Niederlande, Frankreichs oder Englands natürlich besser, navigieren das Expeditionsschiff ans Festland und gründen unsere erste Siedlung in der neuen Welt. Die Wahl unserer Nation und eines von jeweils zwei berühmten Anführern beeinflusst, ob unsere Stärken in der Expansion, der Diplomatie, dem Aufbau oder auch der Kriegsführung liegen. Was folgt, dürfte jüngere Spieler, die das Original nicht kennen, überraschen. Statt wie in „Civilization“ unabhängig loszulegen, muss der Kontakt zum alten Europa gehalten werden. Zuerst wird ein Dock errichtet – rund 20 Runden Zeit, um mit dem Kundschafter, der bei der ersten Fuhre mit an Bord war, die Umgebung zu entdecken.

Schwergewicht
Zumindest hartgesottene Strategen könnten dem Suchtfaktor des Titels erliegen. Dafür sorgt der enorme spielerische Tiefgang.

Derweil segelt unsere Karavelle zurück nach Europa, um neue Pioniere an Bord zu holen. Die Untertanen müssen sehr penibel verwaltet und in den Städten spezifisch eingesetzt werden. Mikromanagement heißt die Devise bei der Eroberung des neuen Kontinents, der Spieler muss wesentlich häufiger in die Verwaltungsvorgänge eingreifen, als man es von „Civilization“ gewohnt ist.

Geld regiert die Welt
Einheitenbewegung, Infrastrukturausbau und Kämpfe funktionieren in gewohnter Manier, einige Spielmechanismen sind jedoch grundlegend anders. So fordert der Monarch in der Heimat regelmäßig Tribut. Wir finden einen Schatz? Der König hätte gerne die Hälfte davon ab. Tabak soll gegen gutes Geld in die Kolonialwarenläden der alten Welt verkauft werden? Her mit der Steuer! Es passiert einfach mal gar nichts? Ihre Hoheit hätte gerne Tributzahlungen. Im Laufe des Spieles müssen wir immer mehr Kohle abgeben, und von Jahr zu Jahr schmerzt der Druck aus der Heimat mehr. Zumal eine große Kolonie logistische Meisterleistungen erfordert.

Dass der Handel mit dem europäischen Festland in den Hafenstädten floriert, ist klar, aber im Hinterland muss der historische Vorläufer von DHL, FedEx und UPS herhalten. Planwagenkolonnen fahren auf unseren Befehl im Pendelverkehr an die Küste und halten so die Warenflüsse in Bewegung. Dementsprechend gehören Kutschenstationen neben Docks zu den ersten Gebäuden, die errichtet werden sollten. Eine vielfältige Wirtschaftsgrundlage, die unsere Produkte möglichst weit verarbeitet, stellt außerdem eine wichtige Handelsbasis dar.

Hartes Wirtschaften
Das Mikromanagement ist für die einen eine willkommene Herausforderung - andere wünschen sich eine bessere Zugänglichkeit.

Fertige Zigarren verkaufen sich besser als lose Tabakblätter, und ist das Angebot an Nikotin in Europa gesättigt, sollten wir vielleicht lieber Rum exportieren.

Sieg oder Niederlage?
Alles für den König? Irgendwann ist es so weit, und wir stellen uns der Tyrannei aus der Heimat entgegen. Auf lange Sicht gibt es bei „Colonization“ nämlich nur ein Ziel: die Unabhängigkeit vom Mutterland. Die Historie und Hollywood haben gezeigt, wie es geht. Den größten Tee der Weltgeschichte im Bostoner Hafen aufbrühen, ihrer Majestät den Stinkefinger zeigen und hinterher einen knallharten Bürgerkrieg führen. Innerhalb weniger Runden landet ein Expeditionskorps, und das Land, das im Idealfall schon längst größer als die alte Heimat ist, versinkt im Chaos. Können wir den Sieg – nicht zwangsweise in Yorktown – erringen, haben wir das Spielziel erreicht. Scheitern wir in der entscheidenden Phase, wartet ein neuer Versuch in einer neuen Kolonie auf uns. Zahlreiche Parameter zur Veränderung der Welt, Indianerstämme und die Konkurrenz der anderen Nationen sorgen dafür, dass ein ähnlicher Suchtfaktor wie bei „Civilization“ aufkommt. Allerdings stehen deutlich weniger Einheiten zur Verfügung, die sich jedoch wesentlich umfangreicher spezialisieren lassen. Eine wichtige Rolle spielen zudem die Gründerväter. Ähnlich den historischen Persönlichkeiten in „Civilization“ können diese Großes bewirken, allerdings benötigt man ein gutes Potential an rebellischer Stimmung in seinem Land und muss Freiheitsglocken gießen lassen.

Gemeinsam für die Freiheit
Natürlich kann man die neue Welt nicht nur alleine besiedeln. Per Hot Seat an einem Rechner, im LAN oder Internet sowie über E-Mail lässt sich Amerika Runde für Runde mit bis zu 28 Spielern besiedeln – ein zeitaufwändiges Unterfangen. Technisch unterscheidet es sich dabei wenig von „Civilization 4“; angefangen bei den animierten Porträts im Diplomatiebildschirm bis zu der Landschafts- und Einheitendarstellung bleibt vieles beim Alten. Auf der akustischen Seite wird die Kulisse von Renaissancestreichern untermalt, und Indianergesänge bieten die passende Begleitung für Verhandlungen mit den Eingeborenen. Der eigentliche Knackpunkt für den deutschen Markt liegt jedoch nicht in der bewährten, wenig innovativen Technik. Vielen könnte der Bezug zu unserer Geschichte fehlen. Die Erfahrung zeigt, dass sich Spiele um die Besiedlung Amerikas nicht unbedingt der größten Beliebtheit erfreuen. Ähnlich wie bei zahlreichen Titeln, die sich um den Zweiten Weltkrieg im Pazifik drehen, könnte dem Spiel dadurch ein Ladenhüterdasein vorherbestimmt sein. Wer rundenbasierte Strategie mit anspruchsvoller Verwaltung und ansprechendem Design mag, wird „Civilization 4: Colonization“ allerdings trotzdem lieben.

Zum Fazit