Castlevania: Lords of Shadow
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- Publisher: Konami
- Entwickler: Mercury Steam
- Genre: Action-Adventure
- Release: 07.10.2010
Peitschenhiebe für die Liebe
31.08.2010 |
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Autor: Nils Ehring
Manchmal bedarf es nur einer kleinen Streicheleinheit mit der Peitsche, um den verkaterten und übermüdeten Krawall-Redakteur aus seiner Lethargie zu reißen. Diese Motivations-Technik funktioniert nicht nur im realen, sondern auch im virtuellen Leben der KGN-Amöbe. Auf der diesjährigen gamescom war es Gabriel Belmont, der Vampirjäger aus „Castlevania: Lords of Shadows“, der uns mit seiner Rute wieder auf Touren brachte. Doch nicht nur der Knall des Domina-Werkzeugs rüttelte uns wach, sondern auch die beeindruckenden Spielabschnitte, die wir am Konami-Stand anspielen durften.
Von der dem Titel zugrundeliegenden Handlung kann man dies allerdings nicht gerade behaupten. Die spanische Entwickler-Truppe von MercurySteam („Clive Barker’s Jericho“) konstruiert in Zusammenarbeit mit Hideo Kojima ein klassisches Schauermärchen um Liebe und Rache.
Die halbstündige gamescom-Demo vom neuen „Castlevania“ bot eine Vielzahl an atmosphärisch stimmigen Schauplätzen.
Die Hauptrolle darin übernimmt besagter Gabriel Belmont, der den Einzelteilen einer Maske hinterherjagt, um seine Geliebte Marie wieder zum Leben zu erwecken. Doch die Sache hat ein paar Haken. Denn erstens sind die Einzelteile der Reliquie im Besitz von Maries Mördern, den namensgebenden „Lords of Shadows“, und zweitens wird die mittelalterliche Spielwelt von Monstern besiedelt.
Das Hack-and-Slay-Einmaleins
Der Held trotzt diesen Gefahren im guten, alten „Castlevania“-Style.
Mit Kruzifix, Peitsche und Klinge bearbeitet Gabriel seine Rivalen aus der Ferne und nächster Nähe. Die Wechsel zwischen den einzelnen Angriffen gehen völlig flüssig vonstatten und sollen in der Endfassung des Spiels rund vierzig verschiedene Kombos ermöglichen. Diese müsst ihr allerdings schrittweise über das obligatorische Hack-and-Slay-Upgrade-System, das jederzeit aufgerufen werden kann, gegen hart verdiente Erfahrungspunkte eintauschen.
Vor allem beim Charakter-Design beweist die spanische Schmiede MercurySteam ein geschicktes Händchen.
Wer hingegen Gabriels Waffen verbessern möchte, sollte ein gutes Auge und einen starken Erkundungsdrang mitbringen. Die dazu nötigen Upgrades lassen sich nämlich nicht einfach per Menü erwerben, sondern müssen in den rund fünfzig Levels aufgespürt werden. Diesbezüglich setzen die Entwickler, die „Lords of Shadows“ eher als Reboot statt als Remake oder Fortsetzung verstanden haben wollen, also auf eine alte „Castlevania“-Tugend.
In puncto Kampfsystem orientiert sich MercurySteam an moderneren Titeln wie „Dantes Inferno“ und „God of War“. Das ausbaufähige Gekloppe wird noch mit einem rudimentären Magie-Überbau versehen, der auf zwei unterschiedlichfarbigen Säulen fußt. Mit der blauen Zauberenergie könnt ihr Gabriels Lebenssaft auffrischen, mit ausreichend roter Energie per Tastendruck eine Feueraura um den Helden erzeugen und seinen Schlägen so noch mehr Nachdruck verleihen. Ihr habt die freie Wahl, welche der zwei Magievarianten ihr mit Orbs auffüllt, die niedergestreckte Feinde hinterlassen. Die dazu nötige Entscheidung trefft ihr mit Hilfe der Analogsticks: Wer Gabriel lieber mit einer Lebensenergie-Reserve in den nächsten Kampf schickt, drückt auf den linken Knüppel, aggressive Gesellen verwandeln die Orbs hingegen mit dem rechten Analogstick in Futter für die Feueraura des Vampirjägers. Und was wäre ein genretypisches Hack-and-Slay-Abenteuer ohne Extrawaffen, die sich übers Digikreuz aktivieren lassen? Richtig: Es wäre so sinnlos wie der monatliche Krawall-Gehaltscheck.




