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  • Call of Duty: Modern Warfare 3

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Sehr elegant gemacht

16.09.2011 | Autor: André

Nachdem wir letzte Woche den Herren von DICE zum Thema „Battlefield 3“ auf den Zahn gefühlt haben, wird es Zeit, die Konkurrenz ins Kreuzverhör zu nehmen. Michael Condrey, einer der Gründer von Sledgehammer Games, stand uns hierfür Rede und Antwort. Manch einer mag da sagen: „Hä? Aber Infinity Ward entwickelt doch 'Modern Warfare 3'. Befragt ihr demnächst die 'Angry Birds'-Entwickler auch über 'Battlefield 3', nur um was drüber schreiben zu können?“. Dazu möchten wir anmerken, dass es erstens eine hervorragende Idee ist, die wir uns sofort notiert haben. Zweitens muss man aber wissen, dass inzwischen Sledgehammer Games mehr oder minder der federführende Entwickler hinter dem Spiel ist. Dabei hatte man dort eigentlich erst etwas ganz anderes vor. Sledgehammer ist ein neu gegründetes Studio, in dem sich viele ehemalige Teammitglieder von Visceral Games versammelt haben. Nach dem großen Erfolg von „Dead Space“ erlag dieser Teil des Teams den Verlockungen jenseits ihres ehemaligen Arbeitgebers. Dutzende Angebote prasselten auf Condrey und seine Kollegen ein. Das interessanteste und lukrativste: ein 3rd-Person-Spin-Off der „Call of Duty“-Serie für Activision.

Michael Condrey ist Gründer und Firmenchef bei Sledgehammer Games. Teile des Studios bildeten das ehemalige „Dead Space“-Team.

Doch dann kam alles ganz anders. Die Infinity-Ward-Gründer verkrachten sich gewaltig mit Activision. Scharen von Entwicklern verließen das Studio und gründeten Respawn Entertainment, das nun für EA arbeitet. Um das Studio und „Modern Warfare 3“ zu retten, legte man bei Activision die Entwicklung der Action-Adventure-Auskopplung auf Eis und übertrug Sledgehammer die Entwicklung von „Modern Warfare 3“, zusammen mit den Resten von Infinity Ward. So kam es also, dass wir eines schönen Tages mit Michael Condrey zusammensaßen und mit ihm unsere typisch charmanten Fragen stellten: Wer arbeitet jetzt eigentlich alles an dem Spiel, wie erlebt er die wüsten Tiraden aus dem Hause Electronic Arts, wie eingefahren ist die Spielreihe wirklich und vieles mehr. Ein paar unserer Fragen waren übrigens absichtlich die gleichen, die wir schon DICE gestellt hatten, nur um zu sehen, ob sogar deren PR-Abteilungen voneinander abkupfern!

Krawall: Herr Condrey, wir sind verwirrt. Sledgehammer arbeitet an „Modern Warfare 3“, Infinity Ward auch. Man hörte, dass Raven seine Finger im Spiel hat und auch Treyarch mithilft. Bei uns gibt es da ein Sprichwort: „Viele Köche verderben den Brei…“
Michael Condrey: Keine Sorge, das wurde nur etwas undifferenziert berichtet. Das Spiel wird von uns und Infinity Ward gemeinsam entwickelt. Was Raven und Treyarch angeht: Wir lagern einen Teil unserer Arbeit auf Personal in diesen Studios aus. Daher die Berichte, sie seien ebenfalls an der Entwicklung beteiligt.

Bei Activision weiß man, dass die Fans hohe Ansprüche haben und man wirft hier alle Ressourcen der Firma in die Waagschale. Dadurch sind wir in der Lage, die Ansprüche mehr als zu erfüllen mit unseren Innovationen im Spec-Ops-Modus, mit der längsten Kampagne in der Geschichte der Serie…

Bei der Inszenierung des Spiels wollen die Entwickler eine authentische Schlachtfeld-Atmosphäre. Der Rest darf übertrieben sein.

Krawall:…die längste Kampagne in der Geschichte von „Call of Duty“?
Michael Condrey: Ich bezog mich auf „Modern Warfare“ als Serie. Aber eine der längsten Kampagnen in der jüngsten Geschichte der Reihe ist es auf jeden Fall.

Krawall: Aha! Wie war denn die Entwicklung so? Ihr Team wurde an die Spitze der Entwicklung einer der erfolgreichsten Spieleserien aller Zeiten befördert. Ein riesiger Goldbrunnen für Activision. Wie viele Einschränkungen gab es da, wie oft hat man ihnen gesagt: „Und das muss so sein, das so und das so…“?
Michael Condrey: Naja, Einschränkungen ist nicht das Wort, das ich benutzen würde. „Call of Duty“ basiert nun mal auf einer Reihe von Designprinzipien, die es zu dem machen, was es ist. Das sind Dinge wie eine gewisse Authentizität in der Darstellung der Schlachten, die Garantie, am Ende ein schnelles, actionreiches Spiel abzuliefern, das mit 60 Bildern pro Sekunde läuft…solche Dinge. Das war aber alles eher als Leitfaden gemeint. Prinzipiell war es so, dass wir als „die Neuen“ hinzukamen und eher diese Fan-Perspektive hatten. Auf der anderen Seite war dann Infinity Ward, die Serienväter. Aus dieser Chemie zwischen den Studios hat sich dann ein sehr schönes Wechselspiel ergeben. Da sagten wir: „Hey, lasst uns das machen“ und sie sagten: „Hmm, nein, das passt nicht zur Marke“. Ein anderes Mal kamen sie dann und sagten: „Wir haben diese tolle Idee“ und wir sagten: „Ja, aber noch besser ist es, wenn wir das so machen“. Auf die Art kamen die besten Ideen aus beiden Teams am Ende ins Spiel.

Krawall: Ursprünglich war „Call of Duty“ mal dieser typische Weltkriegsshooter: Glorreiches Heldentum, Nazis erschießen und so weiter. Über die Jahre hat sich die Reihe aber eher zu einer Art Actionfilm im Kriegsszenario gewandelt. Gerade „Black Ops“ war ja so eine Mischung aus Mystery-Thriller und „Rambo“. Dennoch sagten Sie, Authentizität wäre ein wichtiger Punkt. Ist das denn noch der Fall?
Michael Condrey: Doch, ja. Wir arbeiten immer noch mit zahlreichen Militärberatern aus allen möglichen Zweigen zusammen – von den Navy Seals bis zu den Rangern – um dieses authentische, rohe Gefühl zu vermitteln. Was die Handlung angeht, sind wir zumindest bei „Modern Warfare“ den beiden Vorgängern verpflichtet, heben die Handlung nun aber endgültig auf eine globale Bühne. Filme wie „Black Hawk Down“ sind nach wie vor unsere Vorbilder in ihrer Inszenierung, aber diesmal wird es rund um die Welt in verschiedenen Städten wahrlich epische Schlachten geben. Das hat eine Skala, wie Sie es noch nicht gesehen haben. In dieser Überzeichnung mischt sich dann natürlich eine größere Action-Komponente hinein. Die Erzählung, das Szenario, ist weniger „dokumentarisch“, wenn Sie so wollen. Aber die Erfahrung, die Gefechte, das ist authentischer denn je.

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