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Ich und die Eier legende Wollmilchsau

16.08.2012 | Playstation 3 Xbox 360 PC | Autor: André

Ersteindruck:
75 - 88%
Selbst gespielt:
Ja selbst gespielt

Treyarch steht mächtig unter Druck: In der Community mehrt sich das Verlangen nach echten Neuerungen in „Call of Duty“. Und obendrein lungert der Entwickler aus Santa Monica seit jeher im Schatten von Infinity Ward herum. Vielleicht lässt sich damit auch die Vehemenz erklären, mit der Game Design Director David Vanderhaar und Studio Head Mark Lama den Mehrspieler-Modus von „Call of Duty: Black Ops 2“ noch vor der gamescom präsentierten.

„Das Team in Santa Monica ist überzeugt von unserem Produkt. Und ihr werdet sehen, warum. Wir haben überlegt, was wir verändern können. Wo der neue Fokus liegen soll. Und dann kam die Lösung: Das Spiel liegt in eurer Hand, in der der Gamer selbst,“ startet Lama verheißungsvoll und gibt damit den Startschuss für eine schonungslose Lobhudelei für das eigene Projekt.

Müde und auch ein wenig skeptisch nach rund 45 Minuten PR-Gehirnwäsche war ich schließlich sehr froh, als die Konsolen freigegeben wurden und endlich der eigentliche Teil der Präsentation stattfand: Die Hands-On. Wie spielt sich der Multiplayer von „Black Ops 2“? Was ist neu, was gleich geblieben?


Im Schlaraffenland für Waffenspezis
Gleich zum Start lande ich auf dem „Create a Class“-Bildschirm. Aber entgegen dem Menünamen schafft „Black Ops 2“ die traditionellen Shooter-Klassen – etwa Heavy Weapon oder Sniper – samt entsprechendem Loadout ab. Ganz ähnlich wie es zuletzt auch „Counter-Strike: Global Offensive“ getan hat. Es gibt keinerlei Einschränkungen mehr in Bezug auf Waffensysteme, Perks oder Zusätze für die einzelnen Knarre. Stattdessen schöpfe ich aus dem Vollen. Ein großer Spaß.

Keine visuellen Überraschungen: Die Screenshots, wie hier vom Häuserkampf im Yemen, sehen exakt so aus, wie man sie erwartet.

Mein einziges Limit sind die zehn verfügbaren Ausrüstungspunkte. Jeder neue Gegenstand, ganz gleich ob Knarre, Granate oder Perk, kostet einen Punkt. Eine zehnstufige Leiste am oberen Bildschirmrand zeigt an, wie viele Slots ihr noch übrig habt.

Dann beginnt das große Gefummel.

Welche Primärkanone brauche ich wirklich? Welche Perks sind sinnvoll? Benötige ich eigentlich eine Pistole? Wenn man ehrlich ist, benutzt man die doch eher selten. Und sofern man sich nicht stoisch an die alten Shooter-Traditionen hält, ist das neue, offene Klassensystem wirklich eine spannende Neuerung.


Der Ansatz mit dem Aufsatz

Die Perks beeinflussen dabei nicht mehr das Waffenverhalten. Das erledigen die Aufsätze für die Ballermänner. Primärwaffen stehen standardmäßig zwei Slots zu. Zu wenig? Kein Problem. Über Wildcards weist ihr allen Kategorien eine zusätzliche Option zu. Ihr montiert also einen dritten Aufsatz, packt mehr Granaten ein oder sucht euch noch ein zusätzliches Perk aus.

Wer 'Call of Duty' innerlich abgeschrieben hat, wird von 'Black Ops 2' nicht bekehrt. Aber spielerisch hat Treyarch viele neue Nuancen rausgekitzelt.

Und so beginnt nach jeder abgeschlossenen Runde erneut das muntere Basteln. Gerade das Herumschrauben an der eigenen Primärwaffe machte hier wirklich Freude. Ich passe sie an meine eigenen Fähigkeiten an und nutze dabei schonungslos einige Einsteiger-Funktionen. Auf mein leichtes Maschinengewehr kommt zunächst ein verbesserter Lauf. Für bessere Zielgenauigkeit auf große Distanz. Dann wird es ekelig: Mit dem Millimeter Scanner sende ich bei angelegter Waffe Ultraschallimpulse und kann so durch Wände oder Objekte Gegner erspähen. Das brauch ich. Und noch einen Target Finder: Dieser markiert nämlich alle Gegner mit einem roten Rechteck und macht so das Zielen deutlich leichter. Schwupps, schon tausche ich meinen Platz auf den hinteren Rängen gegen einen in den Top 3 aus.

Zudem passe ich die Perks an. Bessere Kondition bei Sprints ist super. Außerdem eine Schutzweste gegen Splittergranaten. In Sachen Sprengstoff wähle ich die traditionellen Handgranaten, sowie Elektro-Bomben. Die betäuben meine Gegner nämlich nur kurz, reagieren aber ähnlich wie Minen auf Bewegungen.

Zwischen den Fronten
Die Krux an dem neuen, offenen Inventarsystem ist allerdings die Spielbalance. „Wir haben einen Gegenpart für jeden Ausrüstungsgegenstand und für jedes Hilfsmittel eingesetzt“, betont Vanderhaar in der Präsentation. Schon richtig, aber gerade Profis wird es übel aufstoßen, wenn sie dank der verbesserten Hilfefunktionen plötzlich von Einsteigern abgeschossen werden. Wer „Call of Duty“ online spielt, weiß, wie stolz die meisten Community-Mitglieder auf ihre Skills sind. Treyarch geht daher einen durchaus mutigen Weg, indem sie versuchen, „Black Ops 2“ für eine neue Zielgruppe zu öffnen.

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