- Breed
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- Publisher: CDV Software Entertainment
- Entwickler: Brat Designs
- Genre: Actionspiel
- Release: unbekannt
Aquaredakteur macht die Welle
04.08.2003 | Autor: André
Wir wissen es alle: „Breed“ ist die Shooterhoffnung des Jahres, das beste Spiel unter der Sonne und überhaupt ein echtes Gütesiegel für deutsche Spielepublisher. Sagte uns zumindest CDV und warum sollten die lügen? Ganz abgesehen davon war auch schon unser Heiko beim Vorabtest mehr als nur begeistert vom schnittigen „Halo“-Konkurrenten. Entwickler Brat Design schleift nun noch einige Kanten ab und „Zack“, schon liegt Ende August ein Megahit auf unserem Schreibtisch. Das letzte noch fehlende Bindeglied in der Beweiskette wollte CDV am vergangenen Freitag liefern. Auf dem „Breed“-Event in Düsseldorf wurde eine Horde von über 100 Journalisten und solchen die es werden wollen auf die Testrechner losgelassen. Wer einen davon erobern konnte, durfte den Multiplayermodus des Spiels kurz Probe fahren. Leider war die Zahl der Rechner im Vergleich zum Alkoholausschank eher knapp bemessen. Mehrmals am Abend gingen, später torkelten, Krawall-Redakteure an den Geräten vorbei, nur um sie immer noch belegt zu finden. Kein Problem für einen wahren Experten. Aus den Faktoren „Hartnäckigkeit des Verweilens vor dem Spiel“, „Verzücktes Grinsen“ sowie „Anzahl der Cheerleader im Breed T-Shirt“, konnten wir auch so zu einem kristallklaren Ergebnis kommen: Möglicherweise echt gut. Mehr zu diesem Thema in Kürze, wenn uns eine Testversion des Spiels vorliegt. Indessen lassen wir euch teilhaben an den Abenteuern unseres dreiköpfigen Teamaufgebotes.
Lästernde Legebatterie
Der Abend war lau, der Rhein gluckste friedlich hinter dem Düsseldorfer Szeneclub MK2. Gerade hatten wir unsere dekadenten Zimmer im örtlichen Mariott Hotel für nicht dekadent genug befunden. Die Minibar enthielt keine Alkoholika, das Zimmer keinen Whirlpool und die Türen am Haupteingang mussten wir auch selber aufmachen. Entsprechend leicht fiel es dann auch, den dürftigen Komfort den einem vier Sterne Hotels heute noch bieten, zu verlassen. Zum MK2 waren es nur ein paar Schritte, welch Glück! Das Interieur des Clubs bot eine interessante Melange aus dem puritanischen Charme eines Jugendzentrums und Siebziger-Jahre-Disco. Aufgemotzt wurde das Ambiente außerdem durch augenfällige „Breed“-Pappaufsteller sowie den Trailer zum Spiel, der auf einer riesigen Videoleinwand den psychedelischen Level auf neue Höchstwerte trieb. Ein Ambiente also, wie geschaffen für Exzesse aller Art. Nur die von Scheinwerferlicht durchflutete Technologieenklave der Jungs von GIGA stach aus dem schummrigen Dunkel.
Flotter Dreier
Chefredakteur Andre Peschke (links) und Marketingchef Götz Klingelhöfer mit einem der schicken Breed-Pappaufsteller.
Nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Lampen war es denn auch sehr schnell, sehr warm in dem Laden. Der Blick auf die Uhr belehrt: 20 Uhr, zu früh sich die Kleider vom Leib zu reißen. Statt dessen trabte die Krawall-Karawane vor den Haupteingang. Vor diesen führte in etwa zwei Metern Höhe ein metallener Laufsteg der guten Gewissens nur mit dem eines anlegenden Kaffeefahrtschiffes verglichen werden kann. Zusammen mit einem guten Dutzend Gleichgesinnter standen wir dort, aufgereiht wie die Hühner an der Reeling und lästerten ungezwungen über den dahin fließenden Verkehr. Dann war es soweit: Büffet eröffnet, Bar bestückt, die Party ging los.
Eine kleine Horde Cheerleader in knappen Höschen und tarnfarbenen „Breed“-Shirts hüpfte vor uns auf der Bühne auf und nieder. Statt wie die distinguierten Partygeher von Welt, die wir sind, lässig an der Bar zu lehnen, dachten wir nur an euch. Da wurde nicht die Show genossen, sondern Fotos geschossen. Auf der Screenshotseite könnt ihr eure kleinen, sabbernden Gesichter wieder an den Monitor pressen.
Mann über Bord
Leider verschwanden die jungen Hüpfer schon bald in der Umkleidekabine. Unsere Frage nach Backstagepässen blieb unbeantwortet und so flüchteten wir uns wieder zu den Getränken.
Nightswimming
Krawall Redakteur Raphael kann nun guten Gewissens behaupten, mit allen Wassern gewaschen zu sein.
Erst Recht nachdem ein störrischer Rationierungsossi am Büffet doch tatsächlich meinte uns eine doppelte Hühnerkeule vorenthalten zu müssen. Entsetzt angesichts derartiger Planwirtschaft zogen wir uns schmollend mit der Einzelausgabe in eine dunkle Ecke zurück. Dort vernichteten wir eine Kompanieportion Schokoladenpudding. Wieder mit Endorphinen aufgerüstet schlichen wir in die Nähe der GIGA-Übertragung. Schließlich weiß man nie, wann die Kollegen mal dringend Prominenz benötigen und man will ja aushelfen. So kam es denn auch. Nur wenige Minuten später standen wir im altvertrauten Scheinwerferlicht und bereicherten die Sendung durch ein kurzes Interview. Doch oh – schon eine kurze Weile später trafen wir zwei Herren von GIGA wieder. Ein Krawall-Redakteur hätte sie als „GIGA-Spacken“ bezeichnet. Dies sei, so ließen uns die Herren wissen, entgegen landläufiger Annahme nicht ihre offizielle Berufsbezeichnung. Wir versicherten den Jungs die Bezeichnung „Spacken“ sei überaus liebevoll gemeint gewesen und schließe keineswegs aus, dass es sich bei ihnen um ganz wundervolle Menschen handle. Nach nur 40 Minuten waren unsere zahlreichen Entschuldigungen akzeptiert und der Kuchen gegessen. Wortwörtlich, denn das Büffet hatte zwischenzeitlich geschlossen. Verflixt! Mürrisch machten wir uns also auf die Suche nach Kollege Raphael, Strafphantasien im Kopf. Doch als hätte er es geahnt, nirgends war er zu finden. Auch eine ausführliche Suche unter regelmäßiger Quer-Referenz zur Bar blieb ergebnislos. Mittlerweile zeigte unsere Uhr kurz nach Eins in der Nacht. Wo war der Mann? Nicht auf der Party, soviel stand fest. Anrufe auf dem Handy blieben unbeantwortet – selbst die abwegige Theorie ein Krawall-Redakteur könne sich freiwillig von der Fete ins Hotel zurückgezogen haben wurde diskutiert. Die Auflösung des Rätsels war jedoch bedeutend standesgemäßer: Während wir noch mit seiner Exkulpierung zugange waren, hatte sich „Raph“, so die interne Bezeichnung, zu einem kleinen Trip im Hafenbecken entschlossen. Ein in der Nacht noch dort vor Anker liegendes Schiff hatte er versucht zu entern, war aber erfolglos geblieben. Als wir unser verlorenes Schaf auf Hinweise von Augenzeugen hin schließlich fanden, saß er bereits wieder gut gelaunt an der Uferböschung. Logisch, dass wir in dieser Situation das Einzige taten, was von guten Kollegen erwartet werden kann: Wir lachten uns die Eingeweide raus während Mr. Seetang auf unseren Zuruf hin wieder in die Zivilisation zurück kletterte. Obwohl der Mann sicher für die ein oder andere Anekdote gut gewesen wäre, beschloss das noch mit Verstand gesegnete Restteam seine Verbannung in das Hotelzimmer. Lediglich ein Ein-Mann Kommando eilte schleunigst zurück zur Veranstaltung. Diese Story wollte schließlich brühwarm erzählt werden.



