- Breed
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- Publisher: CDV Software Entertainment
- Entwickler: Brat Designs
- Genre: Actionspiel
- Release: unbekannt
Es hat sich ausgebrütet
09.03.2004 |
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Autor: Gleb
Eine schwere Geburt war es, dieses Spiel. Groß angekündigt und so oft verschoben wie das Mautsystem von Toll Collect mutierte „Breed“ vom Hoffnungsträger zum lauen Lüftchen. Für CDV bleibt dies nicht ohne Folgen, steckte doch der finanziell gebeutelte Vertrieb viel Geld in die lange Entwicklung. Soviel sei verraten: Schon lange reißt „Breed“ nicht die Bäume aus, die es bei den ersten Vorstellungen vor zwei Jahren auszureißen versprach. Vielmehr serviert uns Brat Designs einen unauffälligen 3D-Shooter, der seinen Kopf allein mit dem Einsatz von Fahr- und Flugzeugen aus der Schlinge der untersten Mittelprächtigkeit zieht. Inhaltlich steht das Spiel knietief in der Standardmatsche des SciFi-Genres: Böse Aliens verjagen die Menschen von Mutter Erde. Das lassen die Überlebenden nicht auf sich sitzen. Ein auf den Kopf gefallener Viertklässler bringt es zu originelleren geistigen Ergüssen. Erschwerend kommt hinzu, das man namenlose Krieger steuert. Irgendeine Art von Bindung zum Helden ist von vornherein gegessen. So sabotiert der Spieler in 16 Missionen Radaranlagen und beschützt befreundete Einheiten. Schnell schleicht sich der Eindruck eines neuen alten „Halo“ ins Unterbewusstsein: Mit dem Dropship landen wir auf einer paradiesischen Insel.
Überflüssig
Die Außenansicht ist zwar hübsch anzusehen, spielerisch jedoch von keinerlei Bedeutung: Es ist unmöglich, die Fahrzeuge aus diesem Winkel zu lenken.
Oft sind CPU-gesteuerte Kollegen verschiedener Klassen im Schlepptau, denen mit einer Handvoll Befehle der Marsch geblasen werden kann. Für anspruchsvolle Aufgaben wechseln wir direkt in die Haut des gerade benötigten Spezialisten, beispielsweise eines Scharfschützen. Unterstützung ist auch bitter nötig: „Breed“ geizt mit eigenen Ideen, nicht aber mit Aliens.
Und obwohl aus deren Gehirnen der Kalk rieselt, werden größere Ansammlungen schnell zum Frustfaktor. Ein Glück stehen hier und da schlüsselfertige Kampffahrzeuge, die den Breed mit hitzesuchenden Raketen und MG-Salven einheizen.
Ein Freund, ein guter...
Das Zusammenspiel der Spezialisten läuft gut: Der Sniper nimmt Wachen auf’s Korn, der Raketenwerfer schaltet Panzer aus.
Die Steuerung der Panzer ist simpel, wenn auch Brat Design eine taugliche Außenansicht vergessen hat. Das Handling der Raumschiffe ist reine Glücksache, was die eigentlich gelungenen Weltraumpassagen ordentlich versaut – bei all der Fummelei ist der Freiflug im Schleudersitz genehmer.
Besser nie als spät
Fast schon verzweifelt versucht Brat Designs mit dem betörenden Look von „Halo“ gleichzuziehen: Malerische Südseeinseln in Glitzergewässern wechseln sich mit verschneiten Wäldern und Canyons ab. Die Aliens beherrschen sogar die berühmte Seitwärtsrolle der hibbeligen Covenants von Bungie. Trotz eintöniger Texturen vermag die Grafikengine wunderbar chaotische Massengefechte auf den Bildschirm zu zaubern, die vor Lasersalven und Explosionen nur so strotzen. Türme und Bäume sind zerstörbar. Cool! Nur hat dieses Feature keinerlei spieltechnische Bedeutung. Ohnehin nagt der Zahn der Langeweile an den sonst netten Ansätzen: Meistens joggen die Rebellen Wegpunkt für Wegpunkt ab - ein Actiontitel anno 2004 muss trotz 0815-Handlung mehr auf dem Kerbholz haben. Vor allem ein Titel, an dem so lange geschustert wurde. Und das gilt auch für die In-Game-Cutscenes, die sich auf einschläfernde Drillparolen eines schlecht synchronisierten Commanders beschränken. „Breed“ kommt schlichtweg zu spät – vor einem Jahr hätten die coolen Fahrzeuge als Aushängeschild vielleicht ausgereicht. Heute ist der Titel nicht mehr als ein netter Schuss für Zwischendurch, der anspruchsvolle Genrekenner völlig kalt lässt.



