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So weit das Auge reicht

02.05.2003 | PC | Autor: Heiko

Ersteindruck:
85 - 95%
Selbst gespielt:
Nein

Ortstermin bei CDV in Karlsruhe. Die einstigen Geschmacksterroristen („Lula“) haben einige interessante, trashfreie Titel in der Pipeline. Allen voran die Actionhoffnung „Breed“ der Entwickler Brat Design, durch deren aktuelle Version wir uns ausführlich geballert haben. Eines vorweg: Die Sache sieht sehr, sehr gut aus, viel schiefgehen kann bis zum Erscheinungstermin Mitte des Jahres eigentlich nicht mehr. Schon auf den ersten Blick erinnert „Breed“ stark an den Xbox-Hit „Halo“. In Sachen Story sind die Entwickler den Microsoft-Jüngern immerhin einen Schritt voraus, erinnert die Geschichte von „Breed“ doch frappierend ans Setting von „Halo 2“.

Schneegestöber
Go Home: In luftigen Höhen wird der Alienbrut ordentlich Feuer unter dem Hintern gemacht. Später darf deren Waffenarsenal genutzt werden.

Die Story in der gebotenen Kürze: Die fiesen Aliens Breed überfallen irgendwann rund ums Jahr 2600 friedliche Siedler, irgendwo weit draußen im All. Der Rest der Menschheit – inzwischen wohl so nett, hilfsbereit, edel und sternenflottig wie in Gene Roddenberry’s feuchtesten Träumen – eilt natürlich prompt zu Hilfe. Selbst schuld, denn bei der Rückkehr nach einem ziemlich heroischen Sieg müssen die stolzen Soldaten der United Space Corps feststellen, dass sich die Breed inzwischen auf der Erde eingenistet haben. Nur ein kleines Raumschiff, die USC Darwin, kann die totale Vernichtung der Menschheit noch verhindern, denn die Breed sind nicht doof: Sie sind gerade dabei, das Klima auf der Erde so zu ändern, dass der Meeresspiegel steigt und die Kontinente untergehen. So besteht das Festland in erster Linie noch aus mehr oder weniger großen Inseln – und genau hier spielen die teilweise sehr umfangreichen Missionen. Ok, wegen der Story wird „Breed“ wohl kaum zum Superhit werden. Was soll’s, sie erfüllt zumindest ihren Zweck, die Verbindung zwischen den verschiedenen Missionen zu schaffen. Und die scheinen es in sich zu haben, denn was „Breed“ im Shooter-Genre ziemlich einzigartig macht, ist die Möglichkeit, Missionen mit einem Team zu bestreiten und jederzeit zwischen den Mitgliedern hin und her zu springen. Dieses aus Taktikshootern entliehene Element soll „Breed“ allerdings keinesfalls Tempo und Action nehmen. Ob das funktionieren wird, hängt natürlich vor allem von der KI der Kollegen ab. Die sollen ziemlich eigenständig agieren, was in der aktuellen Version noch nicht immer klappt.

Kurze Befehle wie „Formation bilden!“ oder „Verteilt euch!“ funktionieren dafür schon ziemlich gut.

Eine Insel mit zehn Bergen
Fragt sich natürlich, inwieweit die Missionen für entsprechende Teameinsätze designt sind. Auch hier scheinen die Entwickler ihre Hausaufgaben gemacht zu haben: Gerade die Kombination von Scharfschützen, die von einer erhöhten Position aus für Deckung sorgen und Nahkämpfern, die unerschrocken voranstürmen, scheint gut zu funktionieren. Für Abwechslung ist auch gesorgt: So durften wir eine gerade fertiggestellte Mission testen, in der die Scharfschützin ganz alleine wahre Gegnermassen ausschalten darf. Zudem gibt’s neben Außeneinsätzen auch diverse Innenmissionen zu meistern. Und das ist noch nicht alles: Denn wie bei „Halo“ darf man auch bei „Breed“ diverse Fahrzeuge bemannen und sich beispielsweise per Panzer durchkämpfen. Das ist teilweise auch bitter notwendig, denn die Maps nehmen oft gigantische Ausmaße an. Grafisch macht die aktuelle Version einen hervorragenden Eindruck. Vor allem die immense Sichtweite auf den detailliert gestalteten Insel-Schauplätzen macht Laune. Dazu kommen tolle Animationen bei den Breed und sonstigem Gegnergesocks. Davon gibt’s eine ganze Menge: Neben Standardgegnern haben uns vor allen kleine, extrem nervtötende und an mechanische Hunde erinnernde Kreaturen gefallen, die meist zu mehreren auf den armen Menschensoldaten losstürmen.

Kanonenfutter
Ähnlich wie in Halo dürfen stationäre Geschütze und vielerlei Fahrzeuge gesteuert werden. Grafisch setzt Breed verhältnismäßig mehr um.

Gut zu wissen, dass auch das Waffenarsenal höchsten Ansprüchen genügt. Neben diversen Energiewummen gibt’s Standards wie Maschinengewehre und Raketenwerfer, das schon erwähnte Scharfschützengewehr, diverse Waffen der Breed und nicht zuletzt meist sehr durchschlagkräftige stationäre und an Fahrzeugen montierte Geschütze. Auch in Sachen Sound scheint die Engine einiges auf dem Kasten zu haben: Knackige Effekte und Funksprüche der Kollegen erfreuen das Ohr. Thema Kollegen: Natürlich eignet sich „Breed“ auch und gerade für ein zünftiges Multiplayer-Spiel. Im Koop-Modus machen die Missionen gleich noch mal so viel Laune: Jeder menschliche Mitspieler kann einen Soldaten übernehmen, nur gezieltes Zusammenspiel führt zum Erfolg. Alles in allem hat die Probesession „Breed“ Lust auf mehr gemacht. Wir sind auf das endgültige Spiel gespannt. Werden kleine KI-Ungereimtheiten bis zum Launch beseitigt und halten alle Missionen, was die von uns angespielte Auswahl verspricht, steht uns ein echter Hit ins Haus!