Borderlands 2
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- Publisher: Take 2 Interactive
- Entwickler: Gearbox Software
- Genre: Ego-Shooter
- Release: 21.09.2012
Badassaurus Rex? So heißt unsere Katze!
21.11.2012 | Autor: André
Einmal geblinzelt, schon ist er da: Der nächste Download-Inhalt für „Borderlands 2“. Die Frequenz, in der Gearbox seinen Shooter mit neuen Kampagnen versorgt, wird sonst höchstens von Bethesda-Patches erreicht. Während dieser flotte Veröffentlichungsrhythmus bei DLC-Hassern vermutlich als Belastungs-EKG taugt, erfreut diese Zugabepolitik sicher alle Anhänger der kleinen Extra-Snacks. Den mit dem ersten Teil aufgebauten guten Ruf der Mini-Add-ons kann der Hersteller nämlich auch mit „Mr. Torgues Kampagne des Metzelns“ aufrechterhalten.
Genauer gesagt ist dieses Extra sogar noch eine Kante besser als der Erstling „Captain Scarlett und ihr Piratenschatz“. Noch abgedrehter und mit einer Extradosis des typischen „Borderlands“-Humors versehen, bietet euch dieses Paket für rund 10 Euro erneut eine Reihe völlig neuer Spielumgebungen. Im Zentrum des Ganzen steht der namensgebende Waffenfabrikant, Steroid-Befürworter und Entertainment-Veranstalter Mr. Torgue. Dieser hält in seinem „Badass Crater of Badassitude“ ein Turnier ab, das dem krassesten unter allen Vault-Huntern den Zugang zu einem neuen, riesigen Schatz verheißt. Doch nur derjenige darf seine gierigen Griffel an den schicken Plunder legen, der sich zuvor als „Ultimate Badass“ erwiesen hat – indem er alle anderen Anwärter auf den Titel abgeknallt hat.
Ins Spiel übersetzt bedeutet das: Ihr reist in den besagten Krater, schreibt euch dort ins Turnier ein, besorgt euch einen Sponsor und fangt an, Leute umzulegen, bis am Ende alles tot am Boden liegt, was ihr nicht vom morgendlichen Blick in den Spiegel kennt. Entgegen unseren ersten Befürchtungen bedeutet das jedoch nicht, dass sich Gearbox mit einer endlosen Abfolge von Arenakämpfen billig aus der Affäre zieht. Stattdessen bereist ihr auch diesmal eine weitläufige Gegend in und um Mr. Torgues Arena, um die übrigen harten Jungs zu beseitigen. Ganz getreu ihrem Motto, den Fans zu liefern, wonach sie verlangen, haben dabei auch einige Community-Favoriten größere Gastrollen bekommen. Allen voran „Tiny Tina“, die sich seit der Veröffentlichung des Spiels als populärste Nebendarstellerin nach vorn spielen konnte, wird prominent in Szene gesetzt.
Gegen Ende des neuen DLCs geht's noch mal in ein Lava-Land. Die 'Forge' sieht hinreichend spektakulär aus.
Von Tinas Rachefeldzug gegen Rosinenkekse über den verschlagenen Arena-Champion „Piston“ bis hin zu Mr. Torgue, der euch einen Eindruck vermittelt, wie Arnold Schwarzenegger als Teil der „Jackass“-Crew aussehen könnte, wird wieder eine schön bescheuerte Charakterriege aufgefahren. Nachdem „Captain Scarlett“ bei den Missionen immerhin ein paar originellere Akzente setzen konnte, fährt dieser DLC wieder auf einer sehr stark kampflastigen Schiene. Keine ganz schreckliche Entscheidung, wenn man bedenkt, dass alles, was in „Borderlands 2“ nicht mit „abknallen“ und „looten“ zu tun hat, meist eh nur als Intermezzo dient. Ein bisschen mehr Abwechslung wäre dennoch nett gewesen.
Damit es nicht zu öde wird, gibt es auch diesmal eine Reihe neuer Gegnertypen.
Genau wie im ersten DLC unterscheiden die sich vor allem optisch, bringen spielerisch aber praktisch keine Abwechslung. Die Bikergangs, denen ihr begegnet, fahren nun eben auf Motorrädern mit Sozius durch die Pampa, anstatt euch auf Buggys zu verfolgen. Visuell anders: Ja. Spielerisch identisch: Auch. Das monotone Im-Kreis-Fahren muss dabei auch den Computerfiguren mittlerweile auf den Senkel gehen. Anders ist es nicht zu erklären, dass einige von ihnen explosive Fässer an ihre Motorräder gebunden haben, die nur auf ein Projektil aus dem Lauf eurer neuesten Lieblingswaffe warten. Ältere Semester fühlen sich an die Aliens aus „MDK“ erinnert, die in einem ungewöhnlich klaren Verständnis ihrer Aufgabe im Leben gleich mit Zielscheiben in der Hand herumliefen.
Arena-Champion 'Piston' und seine Biker-Freunde: Zwar alles irgendwie neue Gegner, aber einen großen Unterschied gibt es nicht.
Aber es ist „Borderlands“, und wenn uns ein gleichförmiges Abarbeiten von Gegnerwellen zugunsten von Stufenaufstieg und Loot gegen den Strich ginge, wäre jede Diskussion über Zusatzinhalte überflüssig. Genau diese Motivation facht Gearbox weiter an, indem es ein spezielles Waffensortiment aus dem Hause Torgue hinzufügt. Die an neuen, orangefarbigen Automaten angebotenen Schießprügel gibt es aber nicht für herkömmliche klingende Münze. Stattdessen müsst ihr zum Erwerb eine ordentliche Menge so genannter „Torgue Tokens“ einsammeln, die ähnlich wie Eridium bei Gegnerleichen oder in Kisten auffindbar sind. Eine Designentscheidung, die der kritische Beobachter vielleicht als „Unser Loot-System ist so mies ausbalanciert, dass wir nun schon die zweite Unterwährung einführen müssen, damit ihr Penner nicht nach einem Wochenende alle neuen Waffen doppelt im Inventar habt!“ verstehen würde. Solch ketzerische Erwägungen beiseite gelassen, ist es dennoch ein cleverer Schritt, um eifrige Spieler auch langfristig in Shopping-Laune zu halten.
Ein klarer Vorteil im Vergleich zu den Abenteuern mit „Captain Scarlett“ ist das dichter gestaffelte Ensemble neuer Endgegner. Die erreichen zwar nicht die Skala eines „Leviathan“, dafür muss man aber nicht erst die ganze Kampagne durchkauen, bis es mal richtig zur Sache geht. Ist „Pyro Pete“ noch ein eher langweiliger Verwandter von „Boom Bewm“, geht es danach in Showdowns mit „Motor Momma“ und dem Badassaurus Rex gut zur Sache. Die schön gestaltete Turnier-Arena, in der ihr an zunehmend größeren Spektakeln teilnehmt, ist dabei gut genug gestaltet, um auch beim xten Durchlauf noch Spaß zu machen. Gute Arbeit, Gearbox!
Mit seinem angenehmen Umfang von etwas über zehn Stunden, einer ganzen Riege neuer Feinde und Aufgaben, vielen neuen Waffen und einem deutlich unterhaltsameren Szenario ist „Mr. Torgues Kampagne des Metzelns“ ihre rund 10 Euro locker wert. Das Durchlaufen des Turniers und der vielen Nebenmissionen ist tatsächlich ein sehr frischer Neuzugang, obwohl sich spielerisch wenig nach vorne bewegt. Gerade deswegen hätte gerade dieser Inhalt auch dem Hauptspiel gut zu Gesicht gestanden, das abseits der Hauptkampagne oft zu sehr in Beliebigkeit absäuft. Genau das ist dann wohl auch wieder der Unterschied zu Bethesda, die in ihren Rollenspielen oft mindestens eine oder zwei solch origineller, umfangreicher Nebenschauplätze von Anfang an eingebaut haben und ihre Zeit nach der Veröffentlichung eben lieber mit Patches verbringen.



