Borderlands
-
-
-
- Publisher: Take 2 Interactive
- Entwickler: Gearbox Software
- Genre: Ego-Shooter
- Release: 23.10.2009
Ab in die Pampa!
28.07.2009 |
|
Autor: André Peschke
Für einen kurzen Moment, auf einem Standbildschirm, sieht es aus wie „Fallout 3“: Weite, öde Landstriche, braune Felsen, verrostete Hütten. Es ist auch von einem Vault die Rede. Aber wenn man sich dann vor die Konsole setzt, ist plötzlich alles anders: Comic-Grafik, viel Geballer, viele Erfahrungspunkte scheffeln, viel weite Landschaft, wenig anderes. „Borderlands“ von Gearbox ist eine Art Mischung aus „Diablo“ und Egoshooter, in dem ihr in einer postapokalyptischen Welt nach dem letzten rettenden Unterschlupf sucht. Und obwohl die Welt von „Borderlands“ mit „Fallout“ zumindest in unserem Probespiel nicht ansatzweise mithalten konnte und die Missionen ziemlicher Einheitskram waren, brachte der Titel einigen Spaß auf die Waage. Hauptgrund: Das wie üblich motivierende Hochleveln und Waffeneinsacken sowie ein 4-Spieler-Koop-Modus.
Lustig, gut gesprochen und toll animiert hilft euch dieser quasselnde Roboter beim Einstieg ins Spiel.
Diese Kiste braucht Aufmerksamkeit
Los geht es in „Borderlands“ vor den Toren eines gottverlassenen Kaffs mitten in den Einöden, die nun einen Großteil der Erde darstellen. Es ist staubig, es ist dreckig, und eigentlich sollte in so einer Szenerie irgendwo im Hintergrund ein abgestorbener Präriestrauch herumwirbeln. Tut er aber nicht. Stattdessen quäkt ganz in der Nähe eine Metallstimme nach uns. Sie gehört einem kleinen Roboter, der mit seinen Metallarmen wedelt. Sein einzelnes, grünes Kameraauge glubscht in unsere Richtung. Der will doch was von uns! Statt Beinen hat der Racker ein einzelnes Rad, auf dem er ungeduldig hin und her rollt. Das ist nun also unser Tourguide durch die Spieleinführung. Er düst vorneweg, weist uns laut rufend und plappernd den Weg, öffnet Tore
und Türen, wenn wir einen Bereich abgeschlossen haben, und macht vor allem jede Menge dummer Bemerkungen. Das Besondere an ihm: Er nervt nicht, sondern ist wirklich witzig. Wie eine zynische Version von Wall-E fährt er mal treudoof durch den Level, flüchtet dann feige vor angreifenden Banditen oder steht maulend vor einer Kiste, die wir uns doch bitte endlich anschauen sollen: „Haaallooo? Diese Kiste wartet auf ein bisschen Aufmerksamkeit!“
Alleine durch die Wüste ballern ist nett. Aber so richtig klasse wird Borderlands erst im Koop-Modus für bis zu vier Spieler. Super!
Ein Spiel wie wir: charmant & lässig
Damit schafft „Borderlands“ eigentlich den perfekten Spieleinstieg: Charmant, lässig und schön ins Szenario eingebunden bekommt man erste Lektionen verpasst. Man lernt zum Beispiel, dass es in diesem Spiel gerade zu Beginn viel Sinn macht, Gegner über die Zoomtaste anzuvisieren. Denn „Borderlands“ ist kein normaler Shooter. Es ist eine Mischung aus Baller- und Rollenspiel, und zu Anfang sind eure Fähigkeiten natürlich noch im Keller und eure Waffen ziemliche Ramschware. Unsere Trefferquote ist dementsprechend so hoch wie auf der Herrentoilette nach dem zehnten Bier. Auch die sonstige Ausrüstung ist selbst für Endzeit-Verhältnisse reichlich lumpig.
Wir sind also zu Spielbeginn mal wieder das dicke Kind, das beim Völkerball-Spielen als letztes gewählt wird. Das gilt es zu ändern. Traditionell halten Rollenspiele hierfür zwei Möglichkeiten bereit: Gegner töten und Handlangerdienste verrichten. Nicht selten auch beides gleichzeitig. Auch „Borderlands“ verwehrt sich nicht gegen dieses Schema, und so treffen wir schon bald auf Doktor Zed, den leicht verrückten Mediziner und augenscheinlichen Hobbymetzger.
Zed ist zumindest anfangs der einzig sichtbare Bewohner der verrotteten Siedlung. Wenn er nicht gerade in den Innereien von Leichen herummatscht, schickt uns der Gute ganz gerne auf ein paar Aufträge. Zum Beispiel nerven ihn einige der ortsansässigen Monster vor der Stadt, oder er lässt uns Einzelteile für den Verkaufsautomaten in seiner Praxis suchen. Wobei „Praxis“ hier eher im Sinne von „Mischung aus Schlachthof und Hobbykeller“ zu verstehen ist.




