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Bruce Willis rast im Jahr 2374
27.04.2002 |
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Autor: Heiko
Die Straßenschluchten in Großstädten der Zukunft – gesehen haben wir’s im Film „Das fünfte Element" – werden dreidimensional befahren. Schwebefahrzeuge durchkreuzen das Geflecht auf mehreren Stockwerken. Noch bevor eine offizielle Umsetzung des Bruce-Willis-Streifens auf den Markt kommt, bringt Fishtank Interactive das Rennspiel „Beam Breakers", dessen Szenario klar von den entsprechenden Filmszenen inspiriert ist. Wir schreiben das Jahr 2374, New York heißt nun Neo York. Hier bekriegen sich fünf verschiedene Gangs sowie die fast entmachtete Polizei. Illegale Rennen werden in den flotten Schwebeflitzern veranstaltet, ohne Rücksicht auf den dichten Straßenverkehr. Du kannst in dieser Gangszene Karriere machen. Dazu beginnst du – klar, dass eine der Gangs Mafia-Ursprünge hat – als Pizzabote.
Werbeoverkill
Werbebeamer würzen den Großstadtflair mit einer Prise Humor. Schade, dass dieser durch einen unausgewogenen Schwierigkeitsgrad getrübt wird.
In den ersten Missionen machst du dich mit der recht simplen Steuerung des Spiels vertraut, Gas und Bremse, Richtungstasten, ein Turbo für kurzzeitig schnellere Beschleunigung und eine Aktionstaste – das war’s auch schon. Die Aktionstaste ist je nach Auftrag und Wagen anders belegt, in den ersten Missionen lädt sie die „Pizzakanone" auf. Im Zuge deines Aufstieges innerhalb der Gang darfst du anstatt des Pizzawagens natürlich immer bessere und schnellere Gefährte durch Neo York kutschieren. Insgesamt hast du während der Kampagne gut 30 verschiedene Missionen zu erfüllen.
Unausgewogener Schwierigkeitsgrad
Neben den diversen Aufträgen sind Straßenrennen mit zahlreichen Gegnern ein wichtiger Bestandteil des Spiels. Denn hier bietet sich die Möglichkeit, in ein neues, flotteres Gefährt zu wechseln - ehalten die Gewinner doch freundlicherweise die Fahrzeuge der Verlierer. Für das Absolvieren der anderen Aufträge wirst du höchstens mal mit Extras wie einem Navigationssystem belohnt. Bei den Rennen und anderen Aufträgen bekommst du die verschiedene Viertel der Megacity zu sehen. Im malerischen Little Italy beginnt das Abenteuer, später stehen unter anderem das düstere Chinatown und das Hightech-Viertel Downtown auf dem Touristenprogramm. Die einzelnen Abschnitte sind übersichtlich gehalten: eine Handvoll sich kreuzender Straßen und wenige Blocks dazwischen, das war’s schon. Wie es sich für New (oder auch Neo) York gehört, herrschen quadratische Straßenblocks und Kreuzungen wie vom Mathelehrer gezeichnet vor. Der Straßenverkehr ist zwar dicht, wirkt aber weniger chaotisch als der in heutigen Großstädten.
Eher wie auf Schienen gleiten die Fahrzeuge dahin. Für gewöhnlich ist eine Ebene einer Fahrtrichtung vorbehalten, so dass je nach Verkehrsdichte zwei oder vier „Fahrbahnen" übereinander existieren. Den Spieler braucht das allerdings nicht zu interessieren. Du kannst dich völlig frei bewegen und dich auch als Geisterfahrer betätigen. Dann kommen die anderen Fahrzeuge recht schnell von ihrer Schienen-Fahrweise ab, und weichen dir wild hupend aus. Leider ist „Beam Breakers" zu Beginn des Spiels viel zu knifflig geraten. So existiert beispielsweise bei allen Missionen ein knappes Zeitlimit. Erschwerend kommt hinzu, dass dir dieses nicht angezeigt wird. Nachdem die Mission erledigt ist, erfährt man nur, ob man schnell genug war oder nicht. Auskunft darüber, wie schnell man beim nächsten Versuch sein sollte, erhält man nicht - Motivationsförderung gleich null. Im Verlauf des Spiels nimmt der Schwierigkeitsgrade ab, was ebenfalls ein großes Manko darstellt. Spätestens wenn du dich mit der Steuerung des Wagens vertraut gemacht hast, stellen die meisten Aufträge keine echte Herausforderung mehr dar, ebenso wenig die Autorennen.
Schnieke Optik, dichter Sound
Grafisch weiß „Beam Breakers" zu beeindrucken. Vor allem das enorme Verkehrsaufkommen wirkt sehr realistisch: nicht selten tummeln sich hunderte – laut Herstellerangaben bis zu 850 – verschiedenste Fahrzeuge in deinem Sichtfeld. Vor dem Hintergrund gigantischer Hochhausschluchten wuseln auch Passanten auf Fußgängerwegen, lassen sich Auto- und Busfahrer in ihren Cockpits erspähen. Die verschiedenen Stadtgebiete wirken optisch allesamt unterschiedlich. Während in Downtown ein kühler Hightech-Look vorherrscht, stößt man in Little Italy beispielsweise auf die typischen roten Klinkerbauten in imposanter Höhe.
Neulich in Neo York...
Das hektische Treiben auf den Luftstraßen hat Similis gut hinbekommen. Bei hohem Fahrzeugaufkommen stockt die Performance etwas.
Auch die Fahrzeuge auf den Straßen unterscheiden sich teils beträchtlich. Hinzukommen sehr detaillierte Texturen in Form von zahlreichen Werbevideowänden. Es ist also kein Wunder, dass „Beam Breakers" ein potentes System voraussetzt. Die CPU sollte mehr als 1 GHz leisten können. Die Größe deines Arbeitsspeichers bestimmt, wie viele Fahrzeuge auf einmal zu sehen sind. Auch hier gilt: je mehr, desto besser. Gleichermaßen bei der Grafikkarte: T&L-Unterstützung ist hier fast schon Pflicht. Weniger ressourcenfressend und trotzdem von guter Qualität präsentiert sich der Sound. Besonders die 3D-Effekte – wenn beispielsweise wild hupende Autos an dir vorbeirasen – sind gelungen. Ebenso die musikalische Untermalung. Es versteht sich fast von selbst, dass ein Spiel wie „Beam Breakers" mit einem Multiplayermodus auf den Markt kommt. Allerdings wird hier nur der eigentliche Rennmodus unterstützt – schade angesichts der weiträumigen Möglichkeiten.



