Battlefield 2: Special Forces
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- Publisher: Electronic Arts
- Entwickler: EA Dice
- Genre: Taktik-Shooter
- Release: 24.11.2005
Nachtschicht
21.09.2005 |
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Autor: André
Wenn sich dieser Tage ein paar Spieler mit Panzern und Knarren durch die Wüste jagen, dann liegt sehr wahrscheinlich eine „Battlefield 2“-CD im Laufwerk. Der zweite Teil des Shooters von Digital Illusions CE, kurz DICE, erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Dabei hatte „Battlefield 2“ so manche Kinderkrankheit zu verbuchen. Der Serverbrowser war ein Desaster und funktioniert noch immer nicht perfekt. Zudem standen aufgrund der gewaltigen Verkaufszahlen zur Eröffnung der Schlachtfelder zu wenige offizielle Server zur Verfügung. Hinzu kam, dass nur ein Anbieter für die so genannten „Ranked Server“ zur Verfügung stand: Unsere Kollegen von K-Play. Die bekamen prompt Dresche von der Community für als zu hoch empfundene Preise und überhaupt einfach weil sie nun mal der Exklusivpartner waren. Mittlerweile sind die Emotionen wieder runtergekocht. Die Anzahl an offiziellen Servern wurde von EA massiv hochgefahren. Wer keinen Ranked-Server haben mag, findet immer ein Plätzchen zum Spielen. Kaum haben sich also alle gemütlich mit ihrem „BF2“ eingerichtet, da kommt auch schon wieder Bewegung in den Laden. Denn gleich im November wollen EA und DICE das Fanlager mit dem Add-On „Special Forces“ ein weiteres Mal mit dem Umweg über die Kasse aufs Schlachtfeld locken. Eine frühe Version des Spiels landete dieser Tage in der Krawall-Redaktion.
Es gibt einen Haken
Und mit dem kann man klettern. Wo man also früher noch mittels mühsamen Fallschirmabsprung hinsegelte, klettert man heute flugs hoch.
Dunkel war’s, der Mond schien helle …
Wir sprangen natürlich freudig an den Rechner, um uns ein erstes Bild zu machen. Dabei sei gleich hier nochmal sehr deutlich betont, dass es sich wirklich um eine frühe, noch sehr unvollständige Version handelte. Unser Ersteindruck steht also derzeit noch unter einem recht starken Vorbehalt. Zu sehen gab es drei der acht angekündigten neuen Karten. Eine davon hatte leider noch keine Spawnpunkte integriert, so dass wir nur einen kleinen Blick darauf werfen konnten. Einer der beiden befasste sich mit dem Kampf um einen kleinen Flughafen zwischen den neu hinzugekommenen Briten von der SAS und den bekannten MEC-Truppen. Spielbar waren hingegen die Scharmützel zwischen den russischen Speznaz und einem Rebellenverband auf den Karten „Surge“ und „Mass Destruction“. Erstere zeigte sich als schickes Schlachtfeld mit einer Raketenbasis im Zentrum. Durch die aufgestellten Kräne und viel Baumaterial erinnert „Surge“ vom Look ein wenig an „Kubra Damm“. Die russischen Truppen müssen darin auf ein von den Rebellen dominiertes Zentrum vorrücken. Aufgrund langer Anfahrtswege ist das Erobern und Halten zumindest eines Vorpostens besonders wichtig. Die zweite Karte hingegen, „Mass Destruction“, zeigte sich weniger berechenbar mit wechselnden Hotspots. Besonders die Flaggen, an denen die wenigen Panzer zu ergattern sind, erwiesen sich meist als heiß umkämpft. Sowohl das Rebellenlager als auch die Speznaz mussten noch zu einem Teil mit dem Waffenarsenal der MEC kämpfen. Hauptsächlich gab es die neu hinzugekommenen Kommandowaffen zu bestaunen. So kann sich die Assault-Klasse über Blendgranaten freuen. Mit Sicherheit eine der interessantesten neuen Waffen, die auch in unserem Probespiel rege Anwendung fand. Explodiert so ein Ding eurer Nähe und in Sichtlinie, habt ihr erstmal eine Bildstörung weg. Erst nach einigen Sekunden seht ihr wieder klar. Einen ähnlichen Effekt haben und ebenfalls sehr interessant sind die Tränengas-Granaten, die der Versorgungssoldat ab sofort verschießen darf. Um diesen zu begegnen, hat nun auch jeder Soldat eine Gasmaske im Gepäck, die allerdings den Sichtbereich etwas einschränkt.
Nachtzuschlag
Währenddessen freuen sich Sturmsoldaten, Scharfschützen und SpecOps über die neu gewonnene Mobilität. Die Panzerabwehr- und Sturmsoldaten laufen nun mit einem Wurfhaken herum, der sie auf jedes Dach befördert, wenn sie es wollen. Die SpecOps und Scharfschützen umgekehrt kommen nun von jedem Dach wieder herunter. Von einer erhöhten Plattform aus lässt sich mittels Armbrust ein Seil zu einem tiefer gelegenen Plätzchen schießen. Ganz im Geiste Sam Fishers rutscht man anschließend daran herab. In unserem Probespiel bastelten wir uns so unsere eigene kleine Seilbahn von einem Silo bis direkt vor die gegnerische Flagge. Sehr praktisch. Auch in „Special Forces“ geht es vorwiegend um Flaggeneroberung. Ein anderer, zusätzlicher Spielmodus wurde derzeit noch nicht integriert. Entsprechend ähnlich spielt sich „Special Forces“ denn auch derzeit noch, allerdings weniger fahrzeuglastig. Stattdessen geht es nun viel öfter im Nahkampf zur Sache, ballern sich kleine Teams zur Fahne vor und fallen unterstützende Einheiten dem Feind in den Rücken. Eine sichere Stellung gibt es dank der neu hinzugekommenen Seilschaften nicht mehr. Ständig droht Gefahr aus allen Richtungen. Da es aber deutlich weniger schweres Gerät auf den Karten zu geben scheint, ist es umso wichtiger geworden sich gepanzerte Vehikel zu sichern. Wo in „Special Forces“ ein Panzer aufkreuzt, flüchtet oft erst mal alles nach links und rechts wie Käfer, wenn das Licht angeht. Ansonsten ist der Fuhrpark vor allem durch kleine, wendige Einheiten aufgemöbelt worden. Mit Quad-Bikes rasen einzelne Spieler nun halsbrecherisch über Stock und Stein, herkömmliche PKW mit herausgebrochenen Scheiben transportieren Soldaten von A nach B. Insgesamt soll es zehn neue Fahrzeuge geben, darunter Hind-Hubschrauber in der Luft, einen Jet-Ski zu Wasser und israelische Truppentransporter zu Lande. In unserer Anspielversion war auch ein russischer BMP-3-Panzer enthalten. Das wehrhafte Gerät hat keinen MG-Stand, kann aber Truppen transportieren. Die starren sich während des Transports aber nur dumm an. Schießscharten gibt es nicht, die Passagiere warten artig, bis die Anschnallzeichen erloschen sind, bevor es mit dem Kampf weitergeht.
Den Durchblick haben
Die Grafik hat sich natürlich nicht maßgeblich verändert. Die neuen Settings sehen jedoch deutlich dreckiger und authentischer aus. Statt geleckter Kriegshardware rollen nun umgebaute Pick-Ups mit MG-Stand in den Krieg. Das passt zum harten Kampf auf Spuckweite und gibt dem Spiel eine noch zaghaft härtere Linie. Auf den Karten, die wir spielen konnten, hielt es sich mit der Nacht indes in Grenzen – Dämmerung trifft es wohl besser. Ob man auf den anderen Karten also nur mit Nachtsichtgerät zum Erfolg gelangt oder ob das modische Accessoire in „Splinter Cell“ besser aufgehoben ist, lässt sich daher noch nicht sagen.
Nebel des Grauens
Den Tränengaswolken weicht man besser aus. Andernfalls drohen Atemwegsbeschwerden die kein Ricola-Kräuterzucker lindern hilft.
Alles in allem spielte sich auch „Special Forces“ bereits ungemein spannend und spaßig. Dass die neuen Waffen und Gadgets eine andere Dynamik in das Spiel bringen, scheint ausgemacht. Grundlegend umkrempeln werden sie „Battlefield 2“ aber wohl nicht. Wer vom Add-On erwartet, dass es da Spiel ruhiger machen würde, dass vorsichtiges Anschleichen und Heimlichkeit im Vordergrund stehen würden, sieht sich getäuscht. Noch immer wird geballert aus allen Rohren, das Spielgefühl ist im Grunde das gleiche. Die erweiterten taktischen Möglichkeiten werden wohl vor allem gut organisierte Clans ausnutzen. Freuen dürfen sich in jedem Falle alle Fans. Die neuen Karten sehen klasse aus, das neue Setting gefällt und die neuen Waffen versprechen interessante Gefechte. Wir warten gespannt, ob die Vollversion diese Versprechen einlösen kann.



