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Eine Fledermaus fliegt übers Kuckucksnest

15.09.2009 | PC | Autor: Nils Ehring

Die Welt hat bekanntermaßen nicht nur eitel Sonnenschein zu bieten. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wo die einen Gutes tun, tun andere abgrundtief Böses. Zum Glück gibt es ja noch Superhelden, die uns beschützen. In der Hauptstadt sorgt Captain Berlin für Ordnung. Bei uns in Idstein ist es Chef Peschke, der in seinem rosafarbenen, hautengen Anzug mit dem glitzernden P vorne drauf nach dem Rechten schaut. In Gotham ist es natürlich Flattermann Batman, der die Rolle des städtischen Nachtwächters übernimmt. In dessen hautenges Kostüm dürft ihr in „Arkham Asylum“ schlüpfen. Bereits die Preview-Version, die Eidos uns vor einigen Wochen zuschickte, überraschte uns wie eine Gehaltserhöhung. Euer geliebtes KGN, Kürzel für Kleingruppe von Nörglern, hatte natürlich trotzdem noch ein wenig zu meckern an dem Fledermaus-Abenteuer. Kann die Vollversion uns letzten Endes eines Besseren belehren? Und beinhaltet sie irgendwelche Elemente, die die Kritikpunkte wieder ausbügeln?

An den inszenatorischen Mitteln gibt es erst mal nichts auszusetzen. Und allein das ist schon eine Leistung für sich, denn das Spiel basiert auf einem der düstersten und stilvollsten Comics der Batman-Reihe.

Die skurrilen Bösewichte sehen hervorragend aus. Allen voran natürlich der diabolisch grinsende Joker.

Den Entwicklern bei Rocksteady Studios und in erster Linie dem Autoren Paul Dini ist es gelungen, diese Aspekte ins Spiel einzuweben. Und das nicht nur mit der wunderbar düsteren Atmosphäre, die das Arkhamer Irrenhaus verströmt, sondern auch dank dutzender Zwischensequenzen. Diese erzählen mit allerlei filmischen Mitteln die Geschichte vom dunklen Ritter, der Joker ins Irrenhaus bringt, dadurch selbst in eine Falle tappt und es mit einem Sammelsurium von beliebten Bösewichten zu tun bekommt.

„Arkham Asylum“ weiß vor allem zu fesseln, weil der Autor ein Gespür für Timing beweist. Zahlreiche Plottwists und unvorhersehbare Ereignisse halten einen bei der Stange. In diesem Zusammenhang sei besonders auf die surrealen Passagen hingewiesen, bei denen sich die Welt um Batman plötzlich verändert und er mit seinen Urängsten und Traumata konfrontiert wird. Diese alptraumhaften Momente sind weitaus mehr als stilvolle Dreingaben, denn sie helfen einem, die Motive der Figur zu verstehen.

Dank PhysX-Engine erscheinen Batmans Faustschläge sogar einen Tick realistischer und brachialer.

Das alles würde natürlich nicht funktionieren, wenn die Synchronsprecher sich auf Porno-Niveau bewegen würden. Dem ist Gott sei Dank nicht so, denn Eidos hat keine Mühen und Kosten gescheut, um eine gute Stimmenriege an Bord zu holen. Selbst die Sprecher der popligen Wächter und Anstaltsinsassen wurden professionell besetzt.

Schleichen und Boxen
Letztgenannte Zunft schaltet Batman auf zwei Arten aus: Entweder nimmt er sie mit seinen Fäusten auseinander, oder er lauert ihnen auf und eliminiert sie lautlos. Für den Boxkampf stehen euch drei Angriffe zur Auswahl: ein normaler Schlag, ein Konter und ein Betäubungsschlag. Die Möglichkeit für Konterattacken verdeutlichen blaue Streifen über den Köpfen der Feinde. So ausgerüstet ist es ein Leichtes, Bats Kapriolen schlagend von einem Kontrahenten zum anderen zu scheuchen und Prügel zu verteilen.

Finale Schläge, die den Gegner endgültig umhauen, werden in Zeitlupe präsentiert. Am PC sehen diese Finishing-Moves dank PhysX-Implementierung sogar einen Tick rabiater aus. Beinahe verspürt man so etwas wie Mitleid für die Feinde, wenn ihre Köpfe bei Batmans Schlägen realistisch zurückgeworfen werden. Zuweilen stört auch am PC eine fehlerhafte Kollisionsabfrage, so dass Batman die Feinde mit Luftschlägen ausknockt. Die gegnerische KI bewegt sich auch nicht gerade auf Top-Niveau. Nur bestimmte Feinde blocken, beispielsweise Häftlinge mit Messern und Elektroschockern. Der Rest läuft meistens schnurstracks in Batmans Lederfäuste.

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