- Audiosurf
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- Publisher: unbekannt
- Entwickler: Dylan Fitterer
- Genre: Rennspiel
- Release: 15.02.2008
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Musik ansehen
06.05.2008 |
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Autor: Björn
Schon in frühestem Kindesalter lernt man in der Musikschule, dass zu Musik immer auch Bilder gehören. Ob Reiseerinnerungen, die ein Komponist in seinen Symphonien wieder lebendig werden lässt, Ritte durch Zeit und Raum, wie oft von Trance-DJs vertont oder Mordphantasien, die so ziemlich jeder normal denkende Mensch beim Anhören von Klingeltongejaule in der Rübe hat – Musik ist fraglos nicht nur ein akustisches Erlebnis. Dachte sich wohl auch Dylan Fitterer und werkelte schon zu College-Zeiten an einer Engine, die Musik auf den Bildschirm zaubern sollte. Nach einer Menge Feintuning und einigen Erweiterungen entstand so „Audiosurf“, das seit Februar über Steam erhältlich ist.
Drei Farben irgendwas
Die Besonderheit des Titels: Er funktioniert mit jeder MP3-, OGG- und WMA-Datei, mit DRM-freien iTunes-Stücken sowie mit Audio-CDs. Wählt man einen Song aus, analysiert das Spiel diesen und erstellt so die Spielstrecke. Auf dieser, und damit wären wir beim Spielprinzip angelangt, sind passend zum Rhythmus des Lieds auf drei nebeneinander liegenden Bahnen bunte Blöcke verteilt.
Abgefahren gut
Dank des schrägen, aber originellen Spielkonzepts ist „Audiosurf“ sehr unterhaltsam und bietet zudem überraschend viel Tiefgang.
Mit Abspielbeginn startet man schließlich in Form eines kleinen Raumschiffs und wandert so über die Strecke. Per Maus, Tastatur oder Gamepad lässt sich das Gefährt dabei nach links und rechts bewegen. Lenkt man den Flitzer über erwähnte Blöcke, werden diese eingesammelt und je nach Bahn in einer von drei Spalten abgelegt. Ähnlich Puzzle-Klassikern wie „Tetris“, stapeln sich die bunten Rechtecke in den Spalten übereinander. Drei oder mehr zusammenhängende Blöcke lösen sich jedoch nach kurzer Zeit auf und geben so Punkte. Größere Raster ergeben dabei mehr Punkte. Zudem gibt es für Blöcke mit warmen Farben, wie etwa gelb und rot, mehr Zähler, als für die kühleren Vertreter, wie etwa die Blockgenossen der Farbe blau.
Je nach Spielmodus gestaltet sich das Einsammeln allerdings höchst unterschiedlich. Die Mono-Variante ist dabei noch diejenige, die dem Beschriebenen am nächsten kommt. Lediglich zwei Arten von Blöcken säumen darin die Strecke – bunte und graue. Während die bunten eingesammelt werden müssen, gilt es den grauen Vertretern auszuweichen. Denn diese füllen nur unnötig das Raster und bis zu ihrem Verschwinden dauert es eine Weile. Besonders störend sind die Graulinge im zu jeder Spielvariante zuschaltbaren Ironmodus. Dieser erschwert nicht nur die Streckenführung, sondern beendet die Partie sobald eine Spalte des Rasters überfüllt ist. Ist der Ironmodus nicht aktiv, wird man in diesem Fall lediglich durch einige Sekunden Auszeit bestraft, in denen man keine Blöcke einsammeln kann.
Deutlich komplexer wird das Spiel etwa im Pusher-Modus. Hier lassen sich die Blöcke durch Tastendruck der linken oder rechten Spalte zuweisen, was dem Ganzen noch mehr Tiefgang verleiht. Zur Erinnerung: Man spaziert nicht gemütlich über die Kurse, sondern rast gerade bei schnelleren Titeln in einem Irrsinnstempo von Liedanfang zu Liedende. Binnen Sekunden muss also die Entscheidung getroffen werden, ob man einen Block nun einsammelt oder liegen lässt, ob man die rechte oder linke Spalte füllen soll und ob man die blauen Steinchen mit nimmt oder ob man sich auf die nachfolgenden Vertreter im warmen und punktereicheren Rot konzentrieren soll.
Wer es ganz wild mag, der darf gar zwei Schiffe auf einmal kontrollieren. In diesem Fall hat jedes Flugobjekt nur zwei Bahnen zur Verfügung. Alternativ darf diese Variation auch zu Zweit an einem PC gespielt werden. Andere Mehrspielermodi gibt es leider nicht. Dafür werden sämtliche Punktestände nach Erstellen eines „Audiosurf“-Profils in Onlinebestenlisten geladen, so dass man sich zumindest mit der weltweiten Konkurrenz vergleichen kann. Diese werden dabei für jeden einmal gespielten Song einzeln erstellt.
Ausgebuddelt!
In unserer neuen Kategorie „Ausgebuddelt!“ widmen wir uns Titeln, denen bislang nicht die Aufmerksamkeit zuteil geworden ist, die ihnen unserer Meinung nach gebührt.
Dies können sowohl Independenttitel sein, wie auch Freewarevertreter, die fernab unseres beliebten Freeware-Specials einen vollständigen Test verdienen. Und auch übersehene Titel, die den ganz normalen Weg über den Publisher gegangen sind, dürfen sich hier Hoffnung auf späte Ehre machen – die entsprechende Qualität und Zeitlosigkeit vorausgesetzt.
Habt ihr Vorschläge für etwaige „Ausgebuddelt!“-Kandidaten? Schickt uns eure Ideen an ausgebuddelt@krawall.de. Jede Einsendung, die es nachher in einen „Ausgebuddelt!“-Artikel schafft, ist uns 25 KOINS wert.
Mit im Paket enthalten ist neben einigen Songs aus dem „Audiosurf“-Online-Radio auch der gesamte Soundtrack der „Orange Box“. Dabei wird deutlich: Nicht jedes Lied eignet sich zwingend für „Audiosurf“. Während das „Absurfen“ eines Hörspiels noch in die Kategorie „witzig-skurril“ einzuordnen ist, funktionieren langsame Stücke oder gar Vertreter klassischer Musik mit langen ruhigen Passagen beinahe gar nicht, da man in diesem Fall schlichtweg über eine leere Strecke braust. Zudem fällt hier auf, dass die Anordnung der Rechtecke nicht in allen Fällen punktgenau gelingt. Gerade wenn nach langen beinahe stillen Abschnitten plötzlich ein Becken angeschlagen wird, liegt der entsprechende Block oftmals ein Sekündchen daneben, was bei schnelleren Stücken mit voller Strecke kaum auffällt. Neben den Rechtecken auf dem Kurs passen sich übrigens auch die Passagen selbst an die Stücke an.
Zweckmäßig
Ein Grafikwunder ist das Spiel nicht. Die Darstellung in „Audiosurf“ ist trotzdem absolut passend.
Befindet man sich gerade in einem langsamen Teil des Lieds, „kämpft“ man sich eine Steigung hinauf, während man in schnellen Bereichen der Songs mit Vollgas gen Tal braust. Vor allem bei Tempowechseln stellt sich so ein wohlig-schauriges Achterbahngefühl ein.
Erzeugt wird das Geschwindigkeitsgefühl durch Effekte, deren Schlichtheit an aus Musicplayern bekannte Song-Visualisierungen erinnert. Explodierende Farben, zitternde Linien und simple geometrische Objekte – viel mehr bekommt man hier nicht zu sehen. Wer Abwechslung mag, dem bleibt allenfalls die Änderung des Farbschemas. Dennoch: Stören tut dies nie. Im Gegenteil: In den rasanten Modi der höheren Schwierigkeitsstufen würden mehr Effekte und Impressionen wohl nur ablenken. Für die freie Fahrt zur Entspannung hätten es hingegen gerne etwas komplexere Hintergründe sein dürfen. Hier bleibt wohl nur auf die rege Community zu hoffen, die neben der Anbindung an das Musiknetzwerk last.fm mit dem jüngsten Update auch ein Interface zur Entwicklung von Modifikationen erhalten hat.



