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  • Asura's Wrath

  • Xbox 360
  • Playstation 3
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Was zur Hölle....?

23.01.2012 | Playstation 3 Xbox 360 | Autor: André

Ersteindruck:
79 - 86%
Selbst gespielt:
Ja selbst gespielt

Computerspiele sind kein Kinderspielzeug. Das ist eine Feststellung, auf die viele heutige Spieler mehr denn je Wert legen. Die Zeiten, in denen man Videospiel-Konsolen bei Karstadt in die gleiche Abteilung wie Steiff-Teddys und Barbie-Puppen räumte, sind gottlob vorbei. Damit ging auch eine Neuordnung der Spielinhalte einher. Knallbunte Traumwelten angefüllt mit merkwürdigen Kreaturen sind heute Schnee von gestern. Die modernen Spiele werden regiert von dem, was Designer gerne „Hyper-Realismus“ nennen.

Damit meinen sie eine übersteigerte Form von Wirklichkeit. Aufbauend auf der Welt, wie wir sie kennen, werden einige Dinge bis an die Grenze des glaubhaften aufgeblasen. Helden sind stärker und ausdauernder, als es ein Mensch je sein könnte. Futuristische Waffen, eine pompöse Geräuschkulisse und oft auch groteske Gewaltdarstellung beherrschen das Bild. Alles jedoch fest verankert im Rahmen dessen, was vom Spieler als möglich empfunden wird. Das heißt: Die Helden können unnatürlich weit springen, aber nicht fliegen. Sie kämpfen gegen Außerirdische, aber die haben eine menschliche Körperform und greifen mit futuristischen Versionen bekannter Schuss- oder Hieb- und Stichwaffen an. Dies, so scheint es, ist die akzeptierte, die erwachsene Form des Träumens. Die überbordende, alle Grenzen sprengende Form der Fantasie hingegen, die völlig unverhohlen mit groben Pinselstrichen malt, wird gern als kindlich kategorisiert – egal, ob ihre Inhalte nun wirklich kindertauglich sind, oder nicht.

Alle Bremsen gelöst
„Asura’s Wrath“ ist ein solches Spiel, das keinerlei Subtilität kennt, das seine virtuelle Welt nicht mal mit Plüschhandschellen an die Realität ketten will. Es läuft daher Gefahr in unseren Breiten genauso unter „ferner liefen“ zu enden, wie die Kritikerlieblinge „Bayonetta“ oder „Shadows of the Damned“. Capcoms neues Action-Adventure schöpft in allen Belangen aus dem Vollen. Auch in der Geschichte, die es erzählt. Der Held der Geschichte ist Asura, einst ein großer General im Dienste der sieben Gottheiten.

Asura´s Wrath ist ein wahres Kuddelmuddel der religiösen Symbolik.

Doch seine treuen Dienste vergelten ihm die Götter mit bitterem Verrat. Bei seiner Heimkehr als strahlender Kriegsheld muss Asura feststellen, dass eine Gruppe von Verschwörern den himmlischen Kaiser ermordet und ihm den Mord in die Schuhe geschoben hat. Entsetzt über die Anschuldigungen gegen ihn, will Asura seine Familie in Sicherheit bringen, bevor er sich dem Komplott entgegen stellt.

Doch er kommt zu spät. Seine Frau Durga ist tot und von ihrer gemeinsamen Tochter Mithra fehlt jede Spur. Bei dem verzweifelten Versuch sein Kind zu retten, wird Asura von Deus, dem Anführer des Götter-Putsches niedergeschmettert und stürzt aus dem himmlischen Reich zur Erde. Eingeschlossen in eine Felsspalte, verwittert Asura über die Jahrhunderte und wird eins mit dem Stein, der ihn umschließt. Doch dann, eines Tages volle 12.000 Jahre später, ist seine Zeit gekommen. Das unschuldige Gebet eines Kindes vor dem Schrein, den die Menschen an seiner Ruhestätte errichtet haben, löst Asura aus seiner Lähmung.

Nach seinem langem Schläfchen ist Asura vor allem eines: stinksauer.

Er erwacht in einer völlig neuen Welt. Diese neue Erde wird regiert von den sieben Gottheiten, die sich einst gegen ihn und den Kaiser verschworen hatten. In mächtigen Kampfschiffen beherrschen sie den Himmel und sorgen für Angst und Schrecken unter der Bevölkerung, die sie behandeln wie Vieh. Als wäre das nicht genug, stellt sich außerdem heraus, dass die Sieben nicht von ungefähr zu solch großer Macht gelangt sind. Sie bedienen sich einer unbekannten Macht, die Asuras Tochter Mithra innewohnt, um ihre eigenen Kräfte noch zu verstärken. Sein Kind halten die Götter in einer zeitlosen Glaskapsel gefangen, damit die Quelle ihrer neuen Macht nie versiegen möge. Konfrontiert mit dieser neuen Welt und den quälenden Gedanken an sein früheres Leben kennt Asuras namensgebender Zorn nun keine Grenzen mehr.
Religion und Rache
Letzteres ist wörtlich zu verstehen. Schon in den Rückblenden zeigt sich Asura als echter Halbgott. Er springt höher als ein Haus, schießt Energiebälle aus seinen Händen und wenn er in betont cooler Pose wieder landet, dann bebt die Erde. Nach seiner Wiedererweckung steigert das Höllenfeuer der Rache in ihm seine Kraft umso mehr. Mit brennenden Augen zieht er umher und drischt gigantische Feinde nieder, die ihn um das zig-fache überragen. Die Gestaltung der Figuren mit ihrem Manga-Stil, der stark an „Dragonball“ erinnert, wird dabei mit Sicherheit viele Spieler abschrecken. Ähnlichkeiten zwischen dem Spiel und der extrem erfolgreichen Manga- und Anime-Serie lassen sich insbesondere bei der Inszenierung der Kämpfe auch nicht von der Hand weisen. Doch „Asuras Wrath“ muss sein Material nicht auf hunderte Folgen auswalzen und erzählt stattdessen konzentriert eine Geschichte von Verrat, Rachlust, Zorn und Erlösung. Das im Kern so simple Thema wird jedoch mitunter verwirrend verpackt, da die Erzählung zwischen den durch zwölf Millennia getrennten Zeitebenen hin und her springt und vor buddhistischer und hinduistischer Symbolik nur so überquillt. Asura ist beispielsweise der Name der untersten Götter-Kaste in den Religionen, vergleichbar mit den Halbgöttern der Griechen Marke Herkules. Die Wiedergeburt als eine dieser Gottheiten gilt jedoch als schweres Los, da sie völlig von ihren rasenden Emotionen beherrscht werden. Insbesondere anfällig für Wut und Hochmut, verbringen sie ihr Leben meist im Krieg, stets auf der Suche nach der nächsten Schlacht.

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