Assassin's Creed: Revelations
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- Publisher: Ubisoft
- Entwickler: Ubisoft
- Genre: Action-Adventure
- Release: 15.11.2011
Das ist alles nicht so leicht
20.10.2011 | Autor: Nils Ehring
Als wir den Präsentationsraum betreten dringt stotterndes Gelächter an unsere Ohren. Ein Blick nach rechts offenbart die Quelle der schrillen Freudebekundungen: ein unscheinbarer Mann mit einem PS3-Controller in den Händen. Strahlend spricht er uns an: „Schau her. Ich bin gerade von diesem Haus gesprungen und im Wasser gelandet. Jetzt komme ich nicht mehr raus. Hahaha!“ Das Spiel von dem der werte Herr da spricht ist „Assassins Creed: Revelations“. Und der junge Mann, der da so begeistert vor dem großen Fernseher steht ist kein verwirrter, amerikanischer Journalist, der auf dem falschen Event gelandet ist sondern Darby McDevitt. „Wer zur Hölle ist Darby McDevitt? Der Anführer eines Highlander-Klans?“, dürften die aufmerksamen Leser nun fragen. Nun, ehrlich gesagt: Wir wussten es vor dem Interviewtermin auch nicht so genau. McDevitt war für uns der Autor von „Assassins Creed: Revelations“, der die schwierige Aufgabe hat, drei Erzählstränge zusammenzuführen und die Geschichte um Altair, Ezio und Desmond zu einem würdigen Abschluss zu bringen. Am Ende des Gesprächs waren wir natürlich wieder schlauer. Denn Darby McDevitt entpuppte sich als eine regelrechte Interview-Offenbarung. Während eines dreißigminütigen Gesprächs erzählte er uns von den Hochs und Tiefs seiner Bilderbuchkarriere, von fadenscheinigen Moralsystemen, von uninspirierten Publishern und von seiner Arbeit als Autor. Ach ja, nebenbei brachte er noch einen philosophischen Diskurs über die alltäglichen Probleme des Storytellings in Gang. Die interessantesten Geschichten verbergen sich eben doch noch hinter den unscheinbarsten Personen.
Krawall.de: Was machst du auf diesem Planeten? Womit verbringst du deine Zeit?
Der neue Teil von „Assassins Creed“ stellt eine besondere Herausforderung dar, weil er drei unterschiedliche Erzählstränge zusammen führen soll.
Darby McDevitt: Also, zurzeit bin ich der leitende Autor hinter „Assassins Creed: Revelations“ und habe nebenbei noch die Geschichte zum Animationsfilm “Assassins Creed: Embers“ geschrieben, der nach dem Release des Spiels erscheinen wird. Und wenn ich nicht gerade Geschichten für Videospiele niederschreibe, dann bin ich als Musiker tätig oder drehe Musikvideos.
Krawall.de: Was ist dein Background? Hast du zuvor als Autor in anderen Medienbereichen gearbeitet? Wie bist du in der Spielebranche gelandet?
Darby McDevitt: Ich bin seit den neunziger Jahren als Autor und Game-Designer in der Branche unterwegs. Zwischendurch hab ich meinen Uni-Abschluss in irischer Literatur gemacht und die eine oder andere Kurzgeschichte veröffentlicht. Alle Projekte, an denen ich über die Jahre mitgewirkt habe, kriege ich gar nicht mehr zusammen. Es dürften mittlerweile so um die zwanzig sein. Der erste Titel, dessen Geschichte ich schrieb, war ein Kinderspiel. Da war ich gleichzeitig auch als Produzent tätig.
Das Point-and-Click-Adventure „The Last Express“ zählt zu den absoluten Lieblingsspielen von Darby McDevitt.
Das Ding hat dem Publisher nicht gerade Millionen in die Kasse gespült (lacht). Deutlich besser lief es hingegen bei „The Lord of the Rings: The Two Towers“ auf dem Gameboy Advance, für das ich kurze Zeit später die Geschichte schreiben durfte. Dazu stand mir sogar das komplette Drehbuch zur Verfügung, in dem Peter Jackson seine Finger drin hatte.
Krawall.de: Passiert das öfter, dass man als Spieleautor mit der Filmbranche in Berührung kommt?
Darby McDevitt: Klar. Ich habe beispielsweise ein paar Stunden mit dem Regisseur Spike Jonze zusammengesessen. Wir haben ein gemeinsames Brainstorming für die Versoftung von „Wo die wilden Kerle wohnen“ abgehalten. Das Spiel selbst war ein finanzieller und kreativer Flop. Ursprünglich sollte der Titel so etwas wie ein „Ico“ für Kinder werden. Da wurde aber nix draus. Wir hatten einfach zu wenig Zeit, um unsere Ideen umzusetzen. Der damalige Publisher (Brash Entertainment) blies 40 Millionen Dollar in das Projekt, interessierte sich aber kein Stück für unsere kreativen Ideen. Na ja, kurze Zeit später ist das Unternehmen pleite gegangen. Darauf bekam ich die Chance, die Geschichte zu „Assassins Creed: Revelations“ zu schreiben.
Krawall.de: Kanntest du die Reihe zu diesem Zeitpunkt schon?
Darby McDevitt: Ehrlich gesagt: Nein. Natürlich habe ich mich direkt dran gesetzt und die beiden ersten zwei Ableger genau unter die Lupe genommen. Der erste Teil hat mir storytechnisch nicht besonders gefallen. Umso erfreulicher fand ich es, zu sehen, wie die Fehler des Vorgängers im Nachfolger glattgebügelt wurden. Das narrative Grundgerüst der Reihe hat mich hingegen von Anfang an gefesselt. Diese Mischung aus historischer Phantasie und Science Fiction.
Krawall.de: Könnte man sagen, dass du eine Bilderbuchkarriere hingelegt hast? Ich meine, du hast klein angefangen und dich langsam aber sicher an die größeren Projekte herangearbeitet. Würdest du diesen Verlauf auch Branchenneulingen ans Herz legen?



