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  • Army of Two: The 40th Day
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  • Playstation 3
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Big Trouble in little China

14.01.2010 | Xbox 360 Playstation 3 | Autor: Nils Ehring

Es gibt schon tolle Duos in der Spielewelt. Man denke nur an Mario und Luigi, die uns bereits das ganze Leben begleiten. Und vergessen wir nicht die charismatischen Psychos „Kane & Lynch“ sowie die zwei Sci-Fi-Prolls Marcus und Dom aus „Gears of War“. In diese illustre Runde von schießwütigen Zweigespannen reihten sich 2008 die „Army of Two“-Söldner Tyson Rios und Elliot Salem ein. Zwei Helden, die auf Anhieb die Ansprüche des erwachsenen Zielpublikums erfüllten. Denn erstens lassen sie niveaulose Sprüche vom Stapel wie unser Chef Peschke bei der Weihnachtsfeier, und zweitens lösen sie Probleme mit Knarren. Ein wirklicher Hit war „Army of Two“ aufgrund der viel zu kurzen Spielzeit und des größtenteils abwechslungsarmen Gameplays trotzdem nicht. Aber zum Glück gibt es ja noch den guten, alten Fortsetzungs-Brauch, mit dessen Hilfe solche Mankos ausgebügelt werden können. Natürlich nur, wenn die Entwickler ihre Hausaufgaben gemacht haben. Wird das Sequel „Army of Two: The 40th Day“ also eine glatte Eins mit Sternchen einheimsen? Oder verdient EA Montreal die Note Mangelhaft für Innovationsarmut? Unser Import-Test bringt Licht ins Dunkel.

Rosamunde-Pilcher-Action
Den ersten Punkteabzug gibt es für die Handlung, die genau so mau und uninspiriert daherkommt wie die des ersten Teils. Rios und Salem haben gemeinsam mit Alice Murray ihren eigenen Söldnerverein gegründet und bereisen den Globus, um Kohle in die Kassen zu spülen. Bei einem Routineeinsatz in Shanghai kreuzt eine andere käufliche Privatarmee ihren Weg. In der Regel kein Grund für schwitzige Hände.

Auch wenn „The 40th Day“ grafisch keine Bäume ausreißt, so können sich vor allem die Außenlevel sehen lassen.

Wenn diese Truppe allerdings die halbe Industriestadt von der Landkarte fegt, ist definitiv Panik angesagt. Fortan kämpfen Rios und Salem ums nackte Überleben. Nebenbei gilt es natürlich noch in Erfahrung zu bringen, warum die verfeindeten Söldner Shanghai dem Erdboden gleichmachen. Dieser mittels In-Game-Sequenzen transportierte Terror-Mumpitz reißt einen zu keinem Zeitpunkt wirklich mit, denn die Story von „40th Day“ plätschert seicht vor sich hin wie ein Rosamunde-Pilcher-Roman. Das liegt nicht an einem Actionmangel. Ganz im Gegenteil: In jeder zweiten Szene geht irgendetwas in die Luft oder ein Wolkenkratzer kollabiert im Hintergrund. Dumm nur, dass Figuren und Geschichte von all dem Bombast erschlagen werden.

Gleiches gilt für die moralischen Entscheidungen, die ihr im Storyverlauf immer wieder treffen müsst. Die in Comicpanels von Chris Bachalo visualisierten Konsequenzen sehen zwar recht schön aus, haben aber keinen markanten Einfluss auf die Geschichte. Wenigstens kommt das Wichtigste, das gepflegte Geballer, nicht zu kurz. Im Prinzip lebt „The 40th Day“, ebenso wie sein Vorgänger, vom Koop-Gedanken. Denn erst wenn man zu zweit von einer Deckung zur nächsten hechtet, sich Befehle entgegen brüllt wie Gunnery Sergeant Hartman und sich gegenseitig aus der Bleischeiße zieht, entstehen echte Männerfreundschaften.
Im tiefsten Inneren spielt sich „The 40th Day“ also genauso wie der erste Teil. Man schießt sich stetig durch Schlauchlevel, lässt gegnerische Projektile in Deckungsobjekte statt im massigen Heldenkörper einschlagen und wendet die patentierte Aggro-Taktik an.

Abgesehen von einigen Momenten gibt es nicht viele Koop-Situationen, die wirklich zusammenschweißen.

Im Klartext: Einer lenkt mit Beschuss die Aufmerksamkeit der Feinde auf sich und treibt somit den Aggrometer nach oben. Der andere nutzt diese Situation aus und flankiert die Gegner. Wer keine Lust hat ständig die Anzeige anzustarren, behält einfach seine Spielfigur im Auge. Umgibt eine rote Aura den Helden, sind sowohl die Blicke als auch die Waffenläufe der Gegner auf euch gerichtet. Ein blauer Schimmer verrät euch, dass ihr die Kontrahenten schnellstmöglich von der Seite aufs Korn nehmen solltet. Bei Gegnertypen mit speziellen Schwachpunkten ist diese Taktik sogar Pflicht. Ein frontaler Beschuss der Flammenwerfer-Söldner und der bemannten Geschütztürme endet also meistens damit, dass eure Spielfigur um Hilfe winselnd am Boden krabbelt. Zum Glück ist stets euer Partner in der Nähe, der euch per Injektion wieder ins Leben zurückholt.

Der Gewaltgrad der Importversion

Im Vergleich zum Vorgänger legt „The 40th Day“ sogar an Gewalt zu. Im Minutentakt platzen Köpfe wie überreife Melonen und Blut spritzt an schneeweiße Kachelwände. Besonders perfide kommen die Bajonettangriffe daher; die maskierten Helden rammen ihre scharfen Klingen mit Vorliebe in die Gesichter der Feinde. Recht fragwürdig erscheint der Umgang mit den Zivilisten, die ihr auch einfach exekutieren anstatt befreien könnt. Erfreut dürfte die USK über solche Features definitiv nicht gewesen sein. Nicht umsonst wurde der Release der gekürzten deutschen Version auf unbestimmte Zeit verschoben.

Fataler sind solche Situationen allerdings, wenn Rios und Salem getrennte Wege gehen, was bei „The 40th Day“ deutlich häufiger der Fall ist als beim Vorgänger. Mal ballern die zwei sich durch unterschiedliche Korridore, bis sie wieder vereint sind. Ein anderes Mal muss man seinem Kollegen mit dem Scharfschützengewehr Deckung geben, während er sich Meter für Meter durch ein halb zerstörtes Bürogebäude kämpft.

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