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  • AquaNox 2: Revelation
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Feuchte Träume

09.11.2002 | PC | Autor: Heiko

Ersteindruck:
85 - 95%
Selbst gespielt:
Nein

Ursprünglich sollte „Revelation“ keine echte Fortsetzung von „AquaNox“ werden, sondern eher eine Art Spin-Off. Jetzt haben sich’s die Entwickler aus Mannheim anders überlegt. Das neue Unterwasser-Spektakel kommt Ende November unter dem Titel „AquaNox 2: Revelation“ in die Läden. Wir haben einen Blick auf eine fast fertige Version geworfen und bringen Euch auf den neuesten Stand. Dass „AquaNox 2“ mehr sein will als ein Add-On wird an vielen Stellen des Spiels deutlich. So haben die Entwickler eine komplett neue Story ersonnen.

Weniger ist mehr
Die chaotische Charakter-Flut war ein großer Kritikpunkt des ersten Teils. Revelation beschränkt sich auf wenige Schlüsselpersonen.

Der Titel spielt, wie sein Vorgänger, im Jahr 2666. Held ist diesmal ist William Drake, der Erbe eines einst großen Handelsimperiums. Drake dümpelt mit dem letzten großen Frachter der Familie durch die Ozeane, stets auf der Suche nach Abenteuern. Auf diesem Unterseepot spielt auch ein Großteil der Geschichte. Drake lernt eine Gang von Abenteurer, Piraten, Schatzsuchern kennen, erhält von ihnen Aufträge und lernt die einzelnen Mitglieder der Truppe nach und nach kennen. Look und Erzählweise von „AquaNox 2“ sind wesentlich erwachsener als beim Vorgänger, die Story konzentriert sich auf wenige Figuren, die dadurch mehr Tiefe bekommen als die Flut an Comic-Charakteren von Teil 1. Mehr Ernsthaftigkeit - das gilt auch für die weiterhin schmucke Spielgrafik. Der Look wirkt wesentlich düsterer und realistischer, von der knallbunten Pracht des Vorgängers ist nicht mehr viel übrig. Erdige Farbtöne dominieren. Der Meeresgrund sieht bei „Revelation“ so aus, wie man sich den Meeresgrund tatsächlich vorstellt. Auch die anderen Schiffe und der eigene Pott haben den Wechsel der Optik mitgemacht und wirken detaillierter und einen Tick düsterer. Hinzu kommen Waffen- und Explosionseffekte, die etwas weniger dick auftragen, aber trotzdem noch sehr cool aussehen, denn natürlich kommt die neueste Version der genialen krass-Engine, Massives hauseigene Vorzeigeentwicklung, zum Einsatz.

Spezialeffekte wie Vertex- und Pixelshader sorgen beispielsweise für den Look von verchromtem, glänzenden oder auch von verrostetem, matten Metal. Verbessert wurde auch die Darstellung der Pflanzen und die Partikeleffekte. Gegenüber „AquaNox“ gibt’s zwei neue Spielerschiffe, außerdem kannst du in zwei verbesserte Vorgänger-Flitzer klettern. Vor dem Start einer Mission kannst du aus den bereits vorhandenen Tauchbooten das Passende auswählen und nach deinen Vorstellungen bewaffnen. Hierzu stehen 14 Waffen- und zehn Torpedotypen zur Verfügung. Zwei der Waffen sind gegenüber dem Original komplett neu. Der Rest wurde sowohl optisch - rund 7000 statt 700 Polygone - als auch in Sachen Balance überarbeitet. Mit Sniperwaffen kannst du nun bei vielen Gegnern die Schwachstelle Cockpit beschießen und den Widersacher somit schnell und effizient über den Jordan schicken. Allerdings warten in den fast 50 Missionen des Spiels immer wieder Überraschungen auf dich. Deshalb ist es meist nicht einfach einzuschätzen, welches Schiff und welche Waffen am ehesten zum Erfolg führen. Zur Belohung für erfolgreiche Missionen gibt es meist kein Geld, dafür einen Anteil der gemachten „Beute“. So steht dir nach und nach eine immer bessere Ausrüstung zur Verfügung. Außerdem gibt’s in manchen Missionen Bonusziele. Erfüllst du die, winken weitere Schmuckstücke. Neben neuen Waffen oder Schiffen gibt’s auch Spezialgeräte, die deine schon vorhandenen Wummen verbessern.

Krasse Sache
Grafisch hat Entwickler Massive nochmals aufgestockt, und beweist mal wieder, das auch deutsche Entwickler Hochglanzoptik rausholen können.

So kannst du mehr Feuerkraft oder schnellere Nachladezeiten erreichen. Insgesamt machen die Verbesserungen bei „AquaNox 2: Revelation“ allesamt einen sehr sinnvollen Eindruck. Scheint als hätten sich die Entwickler sehr bemüht, die konstruktive Kritik von Spielern und Testern zu berücksichtigen. Viele Mängel, die „AquaNox“ den richtig großen Erfolg verhinderten, wurden beseitigt. Ob „Revelation“ aber tatsächlich ein „echter“ Nachfolger ist, muss der Test der fertigen Version erst noch zeigen. Immerhin basiert das Spiel doch sehr stark, beispielsweise bei Waffen und Schiffstypen, auf dem ersten Teil. Letzten Endes werden wohl der Umfang und die Eigenständigkeit der Story über diese Frage entscheiden. Bisweilen sieht es aber gut, vielmehr sehr gut aus.