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Action mit Tiefgang?

16.11.2001 | PC | Autor: Gleb

Spiele aus deutschen Landen haben stets mit dem Vorurteil zu kämpfen, immer irgendwelche wuselnden Pixelmännchen in einem Aufbaustragie-Brei zu vermischen. Eigentlich kein Wunder, schließlich gehen die Siedler, Völker und sonstige Konsorten hierzulande wie warme Semmeln über die Ladentheken. Im spieleverwöhnten Übersee bleiben hingehen selbst Hits wie Anno 1602 wie Blei in den Regalen liegen - das sich hier die Geschmäcker scheiden, hat man schon lange bemerkt, jedoch traute sich bislang kaum eine deutsche Spieleschmiede Games mit internationalem Format zu entwickeln. Massive Development, eine junge JoWood-Tochter aus Mannheim, will Good Old Germany mit ihrer U-Boot-Ballerei AquaNox (ehemals "Aqua") endgültig zum Global Player mausern. Aushängeschild der Produktion ist vor allem die hauseigene Grafikengine "Krass", die locker mit jedem US-Pendant mithalten kann und nicht zuletzt deswegen vom Grafikgott Nvidia offiziell unterstützt wird.

Farbenfrohe Action
In giftgrünen Gewässern nehmen wir Gegner mit der Gatling auf's Korn. Diese Waffe ist zwar ungenau, hat aber eine hohe Schussfrequenz.

Nach drei Jahren harter Arbeit und unzähligen Vorschusslorbeeren der Fachpresse feierte der Titel am 11.10.2001 Einzug in die Händlerregale, wobei die Landung nicht ganz perfekt glückte: vielen Käufern machten technische Probleme einen Strich durch die Rechnung, andere zeigten sich vom lauen Story-Part enttäuscht. Was die frische Brise im 3D-Action-Genre nun auf dem Prüfstand taugt, verrät unser Testdurchgang. Ganz so taufrisch ist die Idee mit dem Unterwasserkrieg auch nicht, griff doch bereits das legendäre Schleichfahrt die nasse Thematik kommerziell erfolgreich auf.

Massive kann sich jedoch getrost dessen Ideenkatalog bedienen, schließlich sind die Köpfe hinter AquaNox selbige, die schon anno 1996 unter Obhut Blue Byte’s für das Schleichfahrt-Projekt in die Tasten hauten. Nach drei Jahren pressetechnisch gut in Szene gesetzter Entwicklung landete AquaNox pünktlich am 11. Oktober bei den deutschen Händlern. Die Fangemeinde wartete mit einer großer Portion Vorfreude im Bauch, schließlich zierte die mehrmals verschobene Unterwassersaga unzählige Titelstorys und setzte auch sonst die Meßlatte in Sachen Hype um ein deutsches Spiel weitaus höher als Konkurrenzprodukte. An all der Vorfreude konnte auch die peinliche Veröffentlichung der Beta-Version bei T-Online einige Woche vor dem Release nichts ändern.

Für Leseratten
Die Story wird mit textlastigen Dialogen zwischen - zu vielen - hübsch designten Charakteren vorangetrieben.

Der Startschuss im Spiel fällt mit einem düsteren und atmosphärischen Intro, das ansatzweise das Setting von AquaNox nahebringt: im Jahre 2666 haust die Menschheit in riesigen Unterwasserkolonien, da die Oberfläche unserer allseits geliebten Mutter Erde radioaktiv verseucht und somit unbewohnbar ist. Die dunkle Männerstimme im Video gehört Draufgänger-Söldner Emerald "Dead-Eye" Flint, der schon damals in Schleichfahrt die sieben Weltmeere mit Bleihaltigem füllte. Das Kriminalität auch in 1000 Metern Tiefe ein Begriff ist, spürt Dead-Eye gleich zu Beginn am eigenen Leibe, als ihm sein waffenstrotzendes Unterwassergeschoss „Succubus" hinter dem Rücken gemopst wird. El Topo, ein alter Bekannter, besorgt dem Bestohlenen kurzerhand ein Paar Nebenjobs, die Dead-Eye’s anfangs leere Kasse ordentlich klingeln lassen.

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