Anno Online
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- Publisher: Ubisoft
- Entwickler: Ubisoft
- Genre: Massively-Multiplayer
- Release: unbekannt
Schöne neue Welt
15.02.2013 | Autor: Redaktion
Folgt man dem Grundtenor einschlägiger Spieleforen, so lösen Begriffe wie „Free2Play“ und „Browsergame“ bei gestandenen Zockern ähnliche Glücksgefühle aus, wie das ansonsten nur bei Wurzelbehandlungen und Darmspiegelungen der Fall sein dürfte. Durchaus nachvollziehbar, denn gerade die Kombination „F2P“ plus „Browsergame“ steht bei vielen Hardcore Gamern synonym für billig und lieblos hingerotzten Softwaremüll, der nur dazu dient, unbedarften Einfaltspinseln die sauer verdiente Kohle möglichst effektiv abzuluchsen.
Nun mögen große Publisher zwar sicher ihre alte Stammkundschaft, haben aber auch grundsätzlich viele Sympathien für das Thema „Einfaltspinseln die Kohle abluchsen“. Entsprechend bemüht sind die Firmen, viele ihrer großen Marken in kleine Honigtöpfe im Internet umzuwandeln Auch Ubisoft stellt da keine Ausnahme dar, nachdem bereits zugkräftige Marken wie „Die Siedler“ und „Heroes of Might & Magic“ fit für den Browser gemacht wurden, ist nun die Anno-Reihe fällig. Skeptisch, ob man ein komplexes Spielprinzip wie Anno auch nur annähernd befriedigend als Browsergame umsetzen kann, haben wir für euch einen kritischen Blick auf Closed Beta von Anno Online geworfen und waren entsetzt: Es war gar nicht mal so schlecht!
Nachdem wir uns das erste Mal eingeloggt haben, erblicken wir eine (fast) jungfräuliche Insel, außer einem einfachen Kontor am Strand ist diese noch komplett unberührt. Zwei Dinge fallen sofort ins Auge: die Grafik sieht – für ein Browserspiel – richtig hübsch aus und der Stil orientiert sich eindeutig an Anno 1404. Besser gesagt, die Grafik wurde nahezu 1:1 übernommen. Für viele Anno Fans sicherlich keine falsche Entscheidung, nicht wenige fanden Anno 2070 wohl im Vergleich zum spätmittelalterlichem 1404 als zu kalt und zu modern.
Ebenso mit von der Partie: altbekannte NPCs wie Lord Northburgh, der sich umgehend bei uns meldet und uns mit Rat (weniger mit Tat) zur Seite steht. Er ermutigt uns, die neue Insel urbar zu machen und schlägt uns vor, welche Gebäude wir zunächst errichten sollen. Für Anno Veteranen mag das eher kalter Kaffee sein, für Neulinge jedoch stellt dies durchaus ein nett gemachtes und hilfreiches Tutorial dar.
Eine erste kleine Siedlung ist dann auch relativ zügig gebaut, auch dürfen Bauern recht schnell zu Handwerkern aufsteigen. Man merkt allerdings deutlich, dass dies nicht so lange bleiben wird, denn das „Upgrade“ eines Bauernhauses auf eine Handwerkerkate verschlingt 60 Einheiten Holz, ein Holzfäller braucht aber knappe zwei Minuten, um eine Einheit Holz bereit zu stellen. Natürlich kann und sollte man mehrere Holzfäller gleichzeitig betreiben, trotzdem lässt es sich leicht ausrechnen, dass es einige Zeit dauern wird, bis sämtliche aufstiegswilligen Bauern zu Handwerkern geworden sind. Da neue Gebäudetypen höherer Entwicklungsstufen zudem immer höhere Materialkosten aufweisen, ist Geduld angesagt. Kostet eine Fischerhütte gerade einmal 8 Einheiten Holz, so werden bei einer Produktionskette „Brot“ bereits jeweils 155 Einheiten Holz und Stein fällig, von den Goldkosten ganz zu schweigen.
Ungeduldige Naturen dürfen *natürlich* den Spielablauf beschleunigen, indem sie sich im obligatorischen Ingameshop mit den benötigten Materialien eindecken. Ob dies sinnvoll ist, oder nicht, muss jeder selbst für sich entscheiden. Von reinen Zierobjekten einmal abgesehen, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt alles im Spiel auch ohne Echtgeldeinsatz erreichen, die dazu notwendige Geduld einmal vorausgesetzt.
Diese Geduld wird im weiteren Spielverlauf auch zunehmend auf eine harte Probe gestellt. So fordern unsere Handwerker irgendwann Leinenkutten ein. Weil zu deren Herstellung Hanffasern nötig sind, unsere Startinsel dafür aber keine passende Fruchtbarkeit bietet, sind wir zwingend darauf angewiesen, eine neue, dafür geeignete Insel zu besiedeln.



