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  • Ankh: Kampf der Götter
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Mein Flaschenöffner spricht!

16.11.2007 | PC | Autor: Michael

Nach „Ankh“ (K-Wertung: 72%) und „Ankh: Herz des Osiris“ (K-Wertung: 81%) sorgte die Frankfurter Entwicklerschmiede Deck13 zunächst mit dem schusseligen Seefahrer „Jack Keane“ (K-Wertung: 85%) für Aufsehen. Nun geht es zurück ins Land der Pyramiden und Pharaonen. Der ägyptische Antiheld Assil erlebt in „Ankh: Kampf der Götter“ gemeinsam mit Ehefrau Thara und dem Amulett Ankh sein drittes Abenteuer. Allerhand skurrile Charaktere, reichlich Sprachwitz und mit Ironie gewürzter Rätselspaß wollen Adventure-Fans an die Bildschirme locken.

Ich wecke Sie nur ungern …
Eigentlich wollten Assil und Thara mal so richtig ausschlafen. Nur zu dumm, dass die Götter alle tausend Jahre einen Wettstreit austragen und ausgerechnet in dieser Nacht die Allmächtigen ihre Macht demonstrieren. Allen voran will Gottheit Seth, Bruder des Osiris, die Gewalt an sich reißen und Ägypten in eine fiese Tyrannei stürzen. Glühende Feuerbälle rasen vom Himmel und einer davon mitten durch Assils Haus. Höchste Zeit, etwas zu unternehmen. Die Hütte brennt, Thara und Assil haben keinen Evakuierungsplan, und zu allem Überfluss fängt das Amulett Ankh auch noch an zu plappern. Wie sich in all dem Trubel herausstellt, handelt es sich bei dem kleinen Flaschenöffner um Assils Hals in Wahrheit um eine echte Gottheit, die bis zum dritten Teil keinen Anlass hatte, irgendeinen Mucks von sich zu geben. Allerhöchste Eisenbahn, das Haus auf schnellstem Wege zu verlassen. Im Duett erarbeitet ihr mit dem jungen Pärchen einen chaotischen Fluchtplan, und auch Assils panische Angst vor Gewässern stellt hierbei kein Hindernis dar. So müssen die beiden während ihrer Flucht im Badezimmer einen Ausgang finden. Das einzige Fenster ist jedoch ziemlich hoch gelegen und kann vom Fußboden aus nicht erreicht werden. Kurzum wird die Wanne verstopft, der Hahn aufgedreht und das gesamte Zimmer bis zum Fenstersims geflutet. Um Assil das Schwimmen zu ersparen, bastelt Thara aus einem Bügelbrett und einer Haifischflosse notdürftig ein Surfbrett. Hierbei kommt zum Tragen, dass ihr zwischen beiden Charakteren jederzeit wechseln und Gegenstände tauschen könnt. Allerdings nicht immer, sondern nur in bestimmten Kapiteln.

Rettet Ägypten!
Der dritte Teil der ägyptischen Abenteuerserie „Ankh“ erzählt eine spannende Geschichte und überzeugt mit seiner liebevollen Präsentation.

Die Rätsel in „Kampf der Götter“ sind mit viel Ironie versehen und die Lösungen nicht immer offensichtlich, was an dieser Stelle positiv zu werten ist. Zum Beispiel will uns ein Charakter Zugang zu einem Gebiet verschaffen, wenn wir ihm einen Gegenstand besorgen. Zu unserer Enttäuschung ist er nicht in der Lage, seinem Versprechen nachzukommen. Aber gerade weil er das nicht mehr kann, dient er durch ein weiteres Rätsel der Sache, und unser Ziel ist erreicht. Zuweilen kommt es vor, dass unser Charakter nicht korrekt positioniert ist, um eine Aktion auszuführen. Das ist ärgerlich, hat man den eigentlich korrekten Lösungsansatz aufgrund dieses Umstands längst abgehakt. Auch die Steuerung ist nicht immer einwandfrei. Oft sind Hotspots sehr klein und müssen genauestens anvisiert werden, um nicht versehentlich einen Ausgang anzuklicken und somit die Szenerie zu verlassen.

Eine stufenlose Zoomfunktion per Mausrad wäre in diesem Falle hilfreich gewesen, um bei sehr kleinen Details den Überblick zu behalten. Wer sich alle interessanten Objekte anzeigen lassen will, kann dies per Tastendruck tun. Und auch für eine Übersicht über die aktuellen Spielziele genügt ein Druck auf die Tabulatortaste.

Luxoriöse Präsentation
Nachdem sich Thara und Assil endlich aus der brennenden Hütte befreit haben, führt sie die Reise nach Luxor, einem der neuen Schauplätze des dritten Teils der Abenteuerserie. Hier erwartet den Spieler ein prunkvoller Schauplatz im Stile von Las Vegas. Auch das Wortspiel „luxoriös“ konnten sich die Entwickler hierbei nicht verkneifen.

Knackig & fair
Auch „Kampf der Götter“ enthält wieder teils knifflige, aber nicht unfaire Rätsel. Leider ist der Humor eher seichter Natur.

Der Humor des Spiels ist zwar ganz nett, wirkt aber oft überladen und mit der Brechstange ins Lachzentrum befördert. Schenkelklopfer und gekonnte Slapstick-Einlagen eines „Sam & Max“ sucht man mit der Lupe, stattdessen dominieren seichte Zoten die weichgespülten Dialoge. Das ist deswegen so schade, weil „Ankh“ genau das sein will, was die mittlerweile legendären amerikanischen Vorbilder sind: ein politisch nicht ganz korrektes, schwarzhumoriges Adventure. Wer aber auf Sprüche in Anlehnung ans heutige Zeitgeschehen abfährt, wie beispielsweise „Agenda 210 v.Chr.“, wird im Verlaufe des Abenteuers seine Mundwinkel des Öfteren mal nach oben ziehen. Die beiden Protagonisten verschlägt es nicht nur ins ägyptische Glücksspielparadies, sondern auch in nördliche Gefilde, denn im Angesicht der drohenden Machtübernahme durch Seth wird der Wikingergott Thor zu Rate gezogen. Im Gegensatz zum zweiten Teil wechseln sich Szenen bei Tage und bei Nacht regelmäßig ab, und die detailreichen Hintergründe der fünfzehn brandneuen Handlungsorte, die größtenteils sehr dicht beisammen liegen, unterstreichen den gelungenen Comic-Look des Adventures.

Ein wenig lästig hingegen sind die recht langen Laufwege, die manche Rätsel erfordern. In Luxor beispielsweise seht ihr im Extremfall bis zu fünf verschiedene Ladebildschirme, um von einem Punkt zum anderen zu gelangen. Solche Dimensionen rauben einem den letzten Nerv, probiert man diverse Lösungsansätze. Glücklicherweise verlaufen nicht alle Rätsel linear, gelegentlich bieten sich mehrere Möglichkeiten an. Da die hauseigene und aufgebohrte Engine von „Jack Keane“ übernommen wurde, laufen Bewegung und Mimik der Charaktere noch detaillierter ab, außerdem gehören dynamische Beleuchtung, Tiefen- und Bewegungsunschärfe nun zum Standard. Zu vielen altbekannten Charakteren wie beispielsweise Badawi oder Tot-Meer gesellen sich siebzehn neue, darunter ein ägyptischer Koch mit französischem Akzent, ein schrulliger Kommissar und ein sportbegeisterter Pfandleiher. Die professionelle Vertonung übernehmen wieder die Synchronsprecher der ersten beiden Teile. Assil bekommt weiterhin seine Stimme von Oliver Rohrbeck (Ben Stiller), die übrigen Rollen werden unter anderem vom „deutschen“ Samuel L. Jackson und John Cleese gesprochen. Alles in allem ist „Ankh: Kampf der Götter“ ein solides und harmlos witziges Abenteuerspiel, das sich gut präsentiert und mit fairen, aber knackigen Rätseln an den Bildschirm fesselt.

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