- Ancient Wars: Sparta
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- Publisher: Eidos
- Entwickler: World Forge
- Genre: Echtzeitstrategie
- Release: 20.04.2007
Kino zum Selbermachen
05.05.2007 |
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Autor: Hauke
Wanderer, kommst Du nach Sparta, verkündige dorten, Du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl. Diese Worte sollen der Legende nach den Gedenkstein am Engpass der Thermopylen schmücken. Dort soll der spartanische König Leonidas mit dreihundert Spartiaten die persische Armee unter König Xerxes drei Tage lang aufgehalten haben. Den Elitesoldaten standen aber wohl einige tausend reguläre Kämpfer zur Seite. Nichtsdestotrotz sind die Spartaner mit ihrem entbehrungsreichen Lebensstil und den militärischen Erfolgen in die Geschichte eingegangen. Da war ein Echtzeitstrategiespiel mit den tapferen Sandalenträgern eigentlich längst überfällig. Jetzt hat sich ein Team um „Die Siedler“-Veteran Torsten Hess des Themas angenommen und lässt uns auf spartanischer, persischer und ägyptischer Seite Schlachten schlagen. Dabei wird uns ein Potpourri an Neuerungen geboten, das „Sparta“ in Sachen Spieltiefe von der Konkurrenz unterscheiden soll.
Schaffe, schaffe, Akropolis baue
Egal, ob wir zuerst mit den Spartanern, den Persern oder den Ägyptern in der Geschichte zurück reisen – besonderes Augenmerk sollten wir dem Helden und dem Basisbau zuteil werden lassen. Die Helden sind nicht nur ob ihrer herausragenden Position in der Geschichte relevant, sondern weisen zudem besondere Kampfkraft auf. Sie schlagen härter zu und stecken mehr ein als jede andere Einheit auf dem Schlachtfeld. Dafür bedeutet ihr Tod in der Regel auch eure Niederlage. Immer wieder müssen die Heerführer mit einer Hand voll Soldaten Missionen oder wenigstens Teilaufgaben bestreiten.
Wer hofft, dass es mit einer Kaserne als Nachschubbastion entspannter vonstatten geht, der irrt allerdings. Schon zu Beginn einer Mission solltet ihr euch schnell über eure Ziele im Klaren sein, denn es müssen logistische Meisterleistungen folgen. Gold, Nahrung und Holz dienen als wirtschaftliche Grundlage für euer Trainingscamp. Die Truppengröße wird durch die Nahrungsquellen festgelegt – jeder Bürger verbraucht konstant was zu Essen. Darben die Untertanen, büßen sie an Effizienz ein. Wo andere Spiele mit einer Hand voll Gebäude Schmalspurmanagement bieten, klotzt „Sparta“ rigoros.
Den Mittelpunkt eurer Siedlung stellt die Akropolis oder das entsprechende kulturelle Gegenstück der anderen Völker dar. In der Kaserne können anfangs lediglich schwächliche Keulenschwinger ausgebildet werden, die optional eine Steinschleuder mitführen können. Diese Opferlämmer sind preisgünstig und schnell trainiert. Diverse Forschungsgebäude sorgen dafür, dass dem Arsenal Schwerter, Lanzen, Schilde und Bögen hinzugefügt werden.Außerdem ermöglicht die richtige Forschung stärkere Soldaten. Wollen wir Elitetruppen mit kampfkräftiger Ausrüstung produzieren, kostet das vor allem Zeit und Geld.
Abbau Ost
Bis zu solchen Schlachten ist viel Vorbereitung nötig. So ist eine ausgebaute Basis mit guter Rohstoffversorgung die Grundlage für starke Truppen.
Ein einzelner Spartiat wird über eine Minute lang trainiert und verschlingt Unsummen.
Außerdem werden für die Erforschung der nötigen Techniken Arbeiter in den entsprechenden Gebäuden benötigt, die das Truppenlimit strapazieren. Doch auch Sparfüchse kommen auf ihre Kosten. Die Arbeiter können die Waffen der gefallenen Soldaten vom Schlachtfeld bergen und unseren Truppen zur Verfügung stellen.
Die Physiker
Überall im Spiel ist die gute Physikengine zu spüren. So ändert sich die Segelgeschwindigkeit mit der wechselnden Windrichtung.
Außerdem können Tiere und Fahrzeuge vom Pferd über Elefanten bis zum Streitwagen mit beliebigen Infanteristen besetzt werden. Kampfmaschinen wie Katapulte oder Speerschleudern funktionieren ohne Mannschaft gar nicht erst. Wieder dürfen wir uns entscheiden, ob wir billige Arbeiter an die teuren Maschinen lassen oder gut gepanzerte Soldaten die Zügel in der Hand halten sollen. Die Besatzungen lassen sich nämlich gezielt angreifen, und die Reittiere und Gerätschaften wechseln so schnell den Besitzer. Doch wie treffen Ägypter, Perser und Spartaner überhaupt aufeinander? Wenn Wellen die Landmassen trennen, kommen die Schiffe zum Einsatz. Sie laufen schon vollständig bemannt vom Stapel, allerdings lässt sich ihre Kampfkraft durch einige Bogenschützen an Deck beachtlich aufwerten. Da einfache Transporter schnell sinken und ihre Passagiere mit sich in die tödliche Tiefe von Poseidons Reich reißen, sollten sie stets gut bewacht werden. Kommt es zur Seeschlacht, bohren Galeeren ihre Rammsporne in die gegnerischen Rümpfe, und Katapulte schleudern Feuerbälle auf die Feinde.
Antike Physikspielchen
Wenn Wind und Feuer aufeinandertreffen, fordert die Physik ihren Tribut. So reichen wenige Bogenschützen aus, um einen mühsam errichteten Holzwall in kürzester Zeit niederzubrennen. Die Segelgeschwindigkeit ändert sich je nach Windrichtung und -stärke. Außerdem breiten sich Feuer in Richtung der Böen aus. Schiffe zerbrechen glaubwürdig, und auch Gebäude stürzen einigermaßen realistisch zusammen. An Abhängen können wir zudem Steine stapeln und im passenden Augenblick auf die Feinde niederrollen lassen. Gemeine Sekundärwaffen wie Riesenschilde oder Sturmleitern leisten ihr übriges, um Finten zu ermöglichen. Vorausgesetzt, die Träger kommen am Ziel an. Die Wegfindung ist alles andere als überzeugend gelungen. Ist ein Engpass kurzfristig durch unsere Soldaten versperrt, kann es vorkommen, dass ein Teil der Truppe riesige Umwege in Kauf nimmt, statt kurz zu warten. Bei der Landschaft kein Wunder, denn die Grafik ist rundherum gelungen. Neben den hübschen Einheiten und Gebäuden überzeugen die Wasserdarstellung und das Wildleben. Schlangen kriechen am Boden, Enten schnattern in der Luft, und Rehe äsen auf den Wiesen. Leider sehen wir uns das die meiste Zeit aus der Nähe an – die Kamera lässt sich nicht sonderlich weit herauszoomen. Daher mangelt es häufig an der Übersichtlichkeit. Ähnlich unausgegoren ist die Soundwiedergabe. Die Musik lässt zwar keine Wünsche offen. Einige der Sprecher klingen jedoch eher nach Schuljungen als nach Soldaten, und in den Zwischensequenzen fehlt es an Tempo, was selbst hartgesottene Zuhörer langweilen dürfte. Immerhin halten die langwierigen Rendersequenzen die drei Kampagnen mit rund 30 Missionen sinnvoll zusammen. Etwas spärlicher ausgestattet ist da leider der Mehrspielermodus. Lediglich neun Karten für bis zu acht Spieler stehen zur Verfügung.



