- Aliens vs. Predator 2
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- Publisher: Sierra
- Entwickler: Fox Interactive
- Genre: 3D-Shooter
- Release: 11.12.2001
Keine Gewinner
27.12.2007 | Autor: André
In einer Zeit in der Traditionen aufweichen und der Begriff der gesellschaftlichen Verrohung die Runde macht ist es wichtig, wenigstens zu Weihnachten die Botschaft von Liebe und Frieden auf Erden ernst zu nehmen. Daher haben wir uns ganz besinnlich auf den Weg gemacht, um am zweiten Weihnachtsfeiertag zuzusehen, wie glitschige Aliens Dutzende Menschen und einander zerfleischen – und die Handlung gleich mit.
„Alien vs. Predator 2“, so der Titel des Filmchens, flog bisher ganz tief unter dem Radar. Selbst Filmfans erfuhren teilweise erst wenige Wochen vor der Veröffentlichung, dass es den Film überhaupt gab. Pressevorführungen, die Rezensionen noch vor dem Start ermöglicht hätten, gab es keine. Nach Ansicht des Films sind wir geneigt zu sagen: Das war vermutlich das beste, was dem Streifen passieren konnte. Denn der Nachfolger des blutleeren aber unterhaltsamen Vorgängers schafft es diesen in allen Punkten zu unterbieten, außer in der Altersfreigabe.
Aliens jetzt mit Frisur!
Die Story an sich hat eine viel versprechende Prämisse: Jahrelang war immer wieder gemutmaßt worden, dass es die Aliens irgendwann auf die Erde verschlagen würde. Das war per se schon im ersten „Alien vs. Predator“ der Fall, nur wurde die Handlung dort in eine öde Pyramide verlagert. Nun aber, in bündigem Anschluss an den Vorgänger, crasht das Predator-Raumschiff mitten in ein kleines Wäldchen in Colorado. Nicht nur ist das Gefährt randvoll mit Face-Huggern, der spinnenartigen, ersten Evolutiuonsstufe der Aliens. Nein, es beinhaltet auch, wie seit dem vierten Alien-Teil anscheinend Pflicht, eine weitere, dämliche Alien-Neuschöpfung: Das Predalien.
Home Sweet Home
Erstmalig darf der Zuschauer einen wenige Sekunden langen Blick auf die Heimatwelt des Predators erhaschen.
Nicht ganz so bescheuert wie der Alien-Mensch-Hybrid aus „Alien: Die Wiedergeburt“ ist diese Mixtur aus Predator und Alien im Grunde ein ganz normales, sabberndes Weltallmonster. Nur mit zusätzlichen Mandibeln, den Predator-Dredlocks und einer beschleunigten Fortpflanzungsmethode ausgestattet. Wie absurd schnell sich die Aliens im neuen Teil dann entwickeln, schmeißt zwar endgültig die inhärente Logik der Alien-Geschichten über Bord, aber das ist noch das kleinste Übel.
Viel schwerer wiegt die miserable Regiearbeit an allen Fronten in Kombination mit einem hanebüchenen Drehbuch aus der Feder von Shane Salerno. Der hatte zwar zuvor an Produktionen wie „Shaft“ oder „Armageddon“ mitgewirkt, konnte dabei aber stets auf die Arbeit anderer Autoren aufbauen.
Sein erster größerer Einzel-Auftritt ist ihm hier gleich zum Fiasko geraten. Seine Charaktere sind selbst für Horrorfilm-Verhältnisse so dünn, dass man durch sie hindurch die Zeitung lesen könnte. Da gibt es den jungen Pizzaburschen, bei dem sich eine Romanze mit der Highschool-Schönheit anbahnt. Die hat natürlich einen prügelnden Lover, der Pizzaboy bei der ersten Gelegenheit misshandelt und von dieser Sekunde an als sicheres Alienfutter gelten darf. Dann hat unser Pizza-Mann auch noch einen großen Bruder, der gerade von einem längeren Aufenthalt auf Staatskosten zurück ist. Was er nun genau vor hat, was für eine Art Mensch er ist, wieso er plötzlich wie selbstverständlich wieder bei seinem Bruder auf der Matte steht und warum der darüber kaum mehr als einen Satz verliert – dem Drehbuch ist es egal. Dem Zuschauer allerdings spätestens nach den ersten dreißig Minuten auch. Selbst passable Schauspieler wie Reiko Aylesworth – bekannt als „Michelle“ aus der Fernsehserie „24“ – verblassen in ihren belanglosen Rollen. Dabei hat Aylesworth als heimkehrende Soldatin die sich nun ihrem entfremdeten Kind wieder annähern muss noch die theoretisch tiefste Charakterisierung erhalten.
Schlechtes Elternhaus
Das Predalien ist ein weiterer unsäglicher Versuch das vielleicht gruseligste Monster aller Zeiten 'frisch' zu halten.
Wo ist der Extended-Cut?
Doch wo das Drehbuch eine Lücke für Emotionen lässt, greift schnell die Regie ins Lenkrad. Die dilettantisch geführten Schauspieler werden in dem nur 84 Minuten langen Film derart von einer Szene zur nächsten Gepeitscht, dass von vornherein nie die Chance bestand, so viele Charaktere vernünftig zu entfalten. Nicht mal eine echte Hauptfigur wird herausgearbeitet. Wer nun Protagonist sein soll und wer nicht lässt sich allein daran erkennen, wer am Ende noch sein Hirn im Schädel behalten hat.
Was den Film nun als einziges noch hätte retten können, wäre also gute, harte Action und natürlich die eigentlichen Hauptdarsteller in Form zweier Ikonen des Science-Fiction-Horrors. Auch hier schlägt das Drehbuch natürlich wieder zu. Zum Beispiel, wenn der Predator jede Spur der Aliens mit einer blauen Flüssigkeit auflöst. Die ätzt dann tatsächlich immer genau das aus der Welt, was gerade weggeschafft werden muss und nichts anderes. Gleichzeitig hat der heimlich tuende Außerirdische aber stets die Zeit und Muse, seine menschlichen Opfer gehäutet an Bäumen aufzuknüpfen. Ordnung muss sein!



