KOINS
Krawall
K-Play
K-Files
K-Foren
Kwiz
K-Syndicates Anstoss K-Syndicates

KGN – Krawall Gaming NetworkKGN – Krawall Gaming NetworkKGN – Krawall Gaming Network

PC PC (inaktiv)
Xbox Xbox (inaktiv)
Xbox 360 Xbox 360 (inaktiv)
Playstation 2 Playstation 2 (inaktiv)
Playstation 3 Playstation 3 (inaktiv)
GameCube GameCube (inaktiv)
Wii Wii (inaktiv)
alles
nur PC
nur Konsolen
eigene Auswahl
Tipp: Du kannst unsere Inhalte nach deinen Wünschen filtern. Klicke dazu auf eine der Schaltflächen oder pass den Filter individuell an.
PC
Xbox
Xbox 360
Playstation 2
Playstation 3
GameCube
Wii
Achtung! Alle Inhalte zu nicht ausgewählten Plattformen werden dir nicht mehr angezeigt. Du kannst die Einstellung jederzeit ändern.
übernehmen
anpassen

Deine gewählten Einstellungen werden gespeichert...


  • Alexander
  • PC
Artikelbewertung: (Bewerten weiter unten)

Größte Flasche aller Zeiten

29.12.2004 | PC | Autor: Heiko

Eigentlich eine Kombination, bei der man ein gelungenes Strategiespiel erwarten darf: Die „Cossacks“-Macher als Entwickler, dick Kohle von Publisher Ubisoft und mit dem Leben von Alexander dem Großen ein Thema, das nach epischen Echtzeitschlachten von gigantischen Ausmaßen geradezu schreit. Was soll da noch schief gehen, mag der geneigte Leser fragen. Eine ganze Menge, muss der genervte Krawall-Redakteur antworten. Jahrelang hat Regisseur Oliver Stone darauf hingearbeitet, die Geschichte von Alexander ins Kino zu bringen. Nun hat er es geschafft und als Begleiterscheinung erscheint auch das unvermeidliche Spiel zum Film. Mit dem Film selbst – ob er nun gut ist oder nicht müsst ihr bis zum Launch von K-Movie irgendwann um 2011 ganz ohne uns entscheiden – hat das Spiel allerdings nicht sonderlich viel zu tun. Die grundlegende Geschichte Alexanders ist dabei mit der Reihenfolge seiner Schlachten, ein paar Videoschnipsel aus dem Film und der Originalsoundtrack von Vangelis – das war dann auch schon!

Man, wie feucht
Einzig das Wasser kann grafisch überzeugen. Solch ein Shadereinsatz ist heutzutage allerdings obligatorisch, ihr Säcke!

Lehrstück für Spieledesigner: So nicht!
Insgesamt 15 Missionen umfasst die Hauptkampagne. Ist die geschafft, winken Persien, Indien und Ägypten mit drei weiteren, jeweils fünf Einsätze umfassenden Feldzügen. Allerdings werden nur wenige Spieler das zweifelhafte Vergnügen dieser Extrakampagne genießen, denn die Hauptkampagne ist meistens eines: Sterbenslangweilig. Mal reitet ihr mit Alexander samt kleinem Gefolge von Checkpoint zu Checkpoint, erledigt Gegner, hört euch ein Gespräch zwischen Alex und irgendeinem befreiten/geretteten/auftraggebenden Genossen an. Weiter geht es. Zwischendurch bekommt ihr immer wieder mal eine Basis aufgedrückt, mit deren Hilfe ihr unzählige Arbeiter an die Ernte oder in die Minen schickt und massenhaft Truppen produziert. Einzig nette Angelegenheit: Einmal angeknipst, produziert die Kaserne Soldat um Soldat bis zum ziemlich hohen Einheitenmaximum. Völlig unverständlich ist es, dass inzwischen Genre-übliche Komfortfunktionen wie die „Untätiger Arbeiter“-Taste fehlen. Ein Graus auch, wie die Steuerung derartig versemmelt werden konnte: Die Truppen reagieren träge bis überhaupt nicht auf eure Befehle.

Spätestens, wenn ihr auf Gegner trefft, löst sich jeder Ansatz einer Formation in wildem Gewusel auf, bei dem die Partei überlebt, die mehr Truppen in die Schlacht werfen kann. Allerdings darf man nicht den Fehler machen, seinen Helden in die vorderste Reihe zu schicken - wenn der mal im Kampf steckt, denkt er nicht im Traum daran, auf einen Rückzugklick zu reagieren und stirbt deshalb tausend Tode. Gewinnen lassen sich die meisten Einsätze auch so auf Anhieb: Die Gegner-KI scheint ob Alexanders grandiosem Ruf geradezu in Ehrfurcht erstarrt. Agiert wird überhaupt nicht und reagiert nur nach dem üblichen Schema: Sobald ihr euch dem Kontrahenten bis auf eine bestimmte Distanz nähert, greift der ohne Rücksicht auf Verluste an.

Komm’ nicht näher!
Selbst bei der Präsentation kann „Alexander“ keine Pluspunkte verbuchen. Abgesehen von besagten Videoausschnitten und einigen zusätzlichen Szenen hält sich die Verwandtschaft zum 150-Millionen-Dollar-Epos optisch doch sehr in Grenzen. Stattdessen regiert der übliche „Age of Empires“-Look, allerdings auf Sparflamme. Während die Maps selbst immerhin einigermaßen ansehnlich, wenn auch steril und unbelebt wirken, mangelt es den Einheiten an allem, was schöne Grafik braucht. Stattdessen setzen uns die Entwickler schlecht aufgelösten, schwammig animierten Pixelbrei vor. Besonders auffällig wird dies in der unansehnlichen Nahperspektive - es ist fast ein Wunder, dass eure Soldaten nicht glatt vor Scham sterben, wenn ihr sie näher betrachtet. Immerhin gibt es zusätzlich zur Standardansicht noch eine übersichtliche und bei größer angelegten Gefechten durchaus praktische Vogelperspektive. Ach ja: Das Wasser ist ebenfalls hübsch, derartigen Shader-Glanz darf man Ende 2004 aber wohl voraussetzen.

Don’t drink and fight
Waren Alexanders Truppen etwa dauerbetrunken? Zumindest können sie keine einzige Formation lange genug halten, Chaos regiert.

Beim Sound kann sich einzig die Musik von Vangelis über unteres Mittelmaß hinausretten. Seitdem Vangelis in den 80ern Kultklassiker wie „Blade Runner“ vertont hat, bleiben die großen Erfolge zwar aus, doch sein Handwerk hat er nicht verlernt. Und keine Angst: Bei „Alexander“ bleibt das Synthie-Keyboard dort wo es hingehört - in der Mottenkiste. Stattdessen kommen die für fette Kinoepen üblichen Orchesterklänge zum Einsatz. Damit hat die Klangabteilung ihre Stärken aber schon ausgespielt: Dünn klirren die Effekte und talentlos bemüht die Synchronsprecher. Nicht weiter der Rede wert ist der Mehrspielermodus, bei dem nach zäher Anfangsphase immerhin ganz nette Massenschlachten zu Stande kommen.

Zum Fazit