Alan Wake´s American Nightmare
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- Publisher: Microsoft
- Entwickler: Remedy
- Genre: Action-Adventure
- Release: 1. Quartal 2012
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Die Rückkehr des Schattenkabinetts
04.01.2012 |
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Autor: Nils Ehring
Es war schon eine kleine Enttäuschung, dieses „Alan Wake“. Zugegeben: Remedys Horrortrip durch eine amerikanische Kleinstadt („Twin Peaks“ lässt grüßen) und anliegende düstere Wälder, fiel dank hervorragender Lichteffekte wirklich atmosphärisch aus. Selbst die verworrene Geschichte über den namensgebenden Horror-Autoren, der sich mit Funzel und Bleischleuder durch seinen ganz persönlichen Alptraum kämpft, um seine Frau zu retten, brachte dem Spiel ein paar Bonuspunkte auf dem Konto ein. Letzten Endes blieb „Alan Wake“ der Titel „Bestes-Bremsspuren-in-der-Unterhose-hinterlassendes-Spiel 2010“ trotzdem verwehrt. Remedy bekam es in der langen Entwicklungszeit von fünf Jahren nicht auf die Kette, ein abwechslungsreiches Spiel zu erschaffen. Die meiste Zeit verbrachte man damit, Schattenwesen per Taschenlampe Einhalt zu gebieten und sie mit Schusswaffen in die ewige Dunkelheit zu verdammen. Ein Unterfangen, das trotz zahlreicher inszenatorischer Highlights auf Dauer so grauenerregend ausfiel, wie die „Ghostbusters“-Cartoons. Die Spielergemeinde bestrafte das repetitive Machwerk mit der kalten Schulter. Im Jahre 2010 ging „Alan Wake“ 500.000 Mal über die Ladentheken der Welt. Immerhin: Durch Bundleverkäufe und Downloads über den Xbox-Marktplatz konnte die Millionenmauer im Laufe des letzten Jahres durchbrochen werden.
Das neue Setting bringt auch ein paar frische Schauplätze wie amerikanische Highway-Diners mit sich.
Wie jetzt? Heiße Wüstensonne?
Und da es in der Regel kostengünstiger ist, auf altmodischen Verpackungskram zu verzichten, haben Microsoft und Remedy sich dazu entschieden, dem smarten Schriftsteller im Jahre 2012 ein Download-Comeback zu ermöglichen. „Alan Wake´s American Nightmare“ heißt das gute Stück und ist als ein Spin-Off des Debüts angelegt. Der Romancier bekommt es darin mal wieder mit seiner eigenen Schöpfung zu tun und muss sich durch eine Episode der Mystery-Serie „Night Springs“ kämpfen, deren Geschichte er in jungen Jahren selbst zu Papier gebracht hat. Die Rolle des Antagonisten übernimmt dabei ein Serienmörder namens Mr. Scratch:
Das fiktive, durch und durch böse Alter Ego des Schriftstellers, das mit seinem Schöpfer über in der Spielwelt platzierte Fernseher in Kontakt tritt. Inwiefern die bewegten Bilder Geschehnisse vorwegnehmen werden, bleibt abzuwarten. In unserer voluminösen Magengegend macht sich schon jetzt ein lautes Grummeln bemerkbar, wenn wir an die flackernden Flimmerkisten zurückdenken, die in der Download-Episode “The Signal“ zahlreiche Momente spoilerten.
Ob die Geschichte wieder so interessant sein wird, wie in Alan Wake bleibt abzuwarten. Wir hoffen es zumindest.
Das zweite prophetische Stilmittel des Spiels, die Manuskriptseiten, kehrt in „American Nightmare“ ebenfalls zurück. Im Download-Titel nehmen sie allerdings nicht nur Ereignisse vorweg und liefern Hintergrundinfos, sie stellen auch eine Art Währung dar, mit der ihr euch Zugang zu mächtigen Waffen verschaffen könnt. Erfreulicherweise setzt Remedy nicht ausschließlich auf bekanntes Beiwerk und belässt es bei minimalen Veränderungen. So verlagern die Entwickler das Geschehen vom Nordwesten Amerikas nach Arizona. Die düsteren Wälder und schnuckligen Kleinstädtchen weichen einer lebensfeindlichen, weitläufigeren Wüstenlandschaft samt Kakteen, Highways und Neonreklameschildern. Der jüngere Held und der neue Schauplatz sind zwei maßgebliche Elemente, mit denen die Finnen den Schriftsteller aus den Stephen-King-Gefilden von „Alan Wake“ zu den etwas überzogeneren Gestaden der trashig-angehauchten Serie „Night Springs“ treiben wollen.
Nägel und Bolzen
Für das Gameplay bedeutet dieser Paradigmenwechsel vor allem eins: mehr Action. Wo „Alan Wake“ sich in Dialogen und inneren Monologen erging, will „Night Springs“ den Spielerpuls mit noch mehr übernatürlichen Begegnungen nach oben treiben. Das Spielprinzip steht dabei in der Tradition des ersten Ablegers. Die Taschenlampe und ein Schusseisen eurer Wahl sind also auch in „American Nightmare“ eure besten Freunde, um die Schattenwesen auszubremsen und auszuschalten. Der eine oder andere Neuzugang in der Waffenabteilung darf natürlich trotzdem nicht fehlen. Neben einfachen Handfeuerwaffen, Schrotflinten und automatischen Gewehren findet sich in einigen Nachschubkisten beispielsweise eine Armbrust, mit der ihr Gegner ohne den Einsatz der Taschenlampe eliminieren könnt, aber dafür auch eine extrem lange Nachladezeiten in Kauf nehmen müsst. „F.E.A.R.“-Veteranen können sich auf eine klassische Nagelpistole freuen, die selbst den stärksten Schatten umhaut.




