- Age of Mythology
-
- Publisher: Microsoft
- Entwickler: Ensemble Studios
- Genre: Echtzeitstrategie
- Release: 14.11.2002
Gunst, Götter und Giganten
23.03.2002 |
|
Autor: David
Gott gefällig?
Bruce Shelley war schon als Kind anders als seine Kameraden: Während die mit Matchbox-Autos den örtlichen Sandkasten belagerten, saß klein Bruce im trauten Heim und studierte die komplexe Welt der Mythen, Legenden und Göttergeschichten. Heute erinnert sich Bruce an das damals angelesene Wissen und will diese, nach seinen beiden höchst erfolgreichen „Age of Empires“-Titeln, mit „Age of Mythology" wieder aufleben lassen.
Gleich zu Beginn gilt es, spielbestimmende Entscheidungen zu treffen. Zunächst die Wahl des Volkes: Reizt die Führung des antiken Ägyptens mit Pyramiden und Anubiskriegern oder sind die aus gröberem Holz geschnitzten Wikinger attraktiver? Die Griechen mit ihrer charakterreichen Göttersippe wären sicherlich auch eine Überlegung wert...
Kaum ist diese Entscheidung gefällt, gilt es sich einem von drei volksspezifischen Göttern zu verschreiben. Entscheidet man sich für den Blitze schleudernden Griechengott Zeus, so wird man auch im späteren Spielverlauf dem Gegner mit Blitzen einheizen dürfen. Der alles sehende Wikingergott Odin wiederum beschert Einblick über einen größeren Teil der Karte.
Ohne Gunst läuft nichts
Anschließend geht es, wie gewohnt, ans Erbauen einer Siedlung und das Sammeln von Ressourcen. Nahrung, Holz und Gold werden, wie aus den Vorgängerspielen gewohnt, von Arbeitern gesammelt. Doch es gilt noch eine weitere Ressource zu scheffeln: Favor, frei übersetzt „göttliche Gunst“. Jedes Volk hat seine eigenen Methoden um diese zu erringen. Während die Ägypter durch imposante Bauwerke an die begehrten Favor-Punkte gelangen, beten die Griechen in einem Tempel zur gewählten Gottheit. Die Wikinger schließlich verdienen sich ihre Gunst durch Kampf und Zerstörung, was ihrem aggressiven Gemüt entspricht.
Ikea lässt grüßen
Die Dörfer der Wikinger sind wackelig und instabil. Macht aber nichts, schließlich konzentrieren sich die Nordmänner auf's Angreifen und nicht auf's Bauen.
Mit den gesammelten Favor-Punkten lassen sich göttliche Wunder beschwören. Das sind nicht etwa kleinere Zaubertricks, wie sie die Priester in Blue Bytes „Die Siedler IV“ beherrschen, sondern imposante und häufig auch spielentscheidende Gefälligkeiten des angebetenen Gottes.
Die können sowohl der eigenen Kultur produktiv unter die Arme greifen als auch dem Gegner schaden. So gehen etwa Bonus-Regengüsse über den heimischen Feldern nieder, über dem gegnerischen Dorf hingegen ein Meteoritenhagel. Da die göttlichen Wunder derart stark wirken, wird man sie nur selten einsetzen können. Jeweils ein Einziges erhält man nach Durchschreiten einer von vier Epochen.
Augenschmaus
Noch nie sah ein RTS so gut aus: Der Meteoritenhagel kracht auf die ägyptische Stadt , während die Wikinger von der Meeresseite her mit starken Helden einfallen.
Doch mit den Favor-Punkten lässt sich noch mehr anfangen: Der Spieler darf gegen „günstige“ Bezahlung ein mythisches Wesen anwerben, das den herkömmlichen Truppen durch seine Spezialfähigkeiten überlegen ist. So lässt die griechische Medusa gegnerische Truppen, die ihre aus Schlangen bestehende Haarpracht zu lange bewundern, zu Stein erstarren. Um auf Grund dieser Qualitäten keine Superwesen Inflation aufkommen zu lassen, wird der Sammlung von Favor-Punkten eine knappe Obergrenze gesetzt und die Anzahl der verfügbaren Wesen durch die Gotteswahl beschränkt. Kollege Fußsoldat, der es dank der geplanten Lufteinheiten schon schwer genug haben wird, will schließlich auch zum Einsatz kommen.
Dreh mich, Zoom mich!
Eine besonders auffällige Neuerung gegenüber den vorangegangen ist die neue, „Bang!“ getaufte 3D-Engine. Diese lässt es zu, Kamerawinkel, -zoom und -position frei zu wählen. Damit man mitten im Kampf nicht in wildes Kameraschwenken gerät, lässt sich die Kamera auch „festnageln“, um das Spiel dann aus der lieb gewonnenen Draufsicht zu kontrollieren. Doch die neue Engine soll mehr bieten als bloßes 3D: Dynamische Tag-/Nachtwechsel, realistische Meeresbrandung und im Wind wiegende Bäume sollen die Spielwelt realistischer erscheinen lassen. Sogar Rüstungsupgrades der Truppen sollen auf den ersten Blick erkennbar sein.
Fazit
Die Ensemble Studios haben sich sehr viel vorgenommen. Im September 2002 werden sie dann unter Beweis stellen müssen, dass die Spieler in der Featureflut nicht so kläglich ertrinken, müssen wie die Besatzungen der von Poseidons Meeresungeheuern verschlungenen Fregatten im Spiel.



